Thailand 2024 – Unsere Route

Thailand 2024 – Unsere Route

Am 9.1. geht unser Flug nach Bangkok. Diesmal werden wir uns auch den Norden ansehen und an der Grenzen zu Myanmar und Laos entlangfahren. Hier zeige ich euch unsere Route. Und nein: Wir werden nicht mit dem Auto von der Hauptstadt nach Chiang Mai fahren, sondern das Flugzeug nehmen. Ich konnte nur Google nicht von dieser Darstellung abbringen…

Nach 2 Wochen Nordthailand reisen wir weiter zu unserer „Stamminsel“ Koh Samui. Ich freue mich, wenn ihr uns digital begleitet.

Kraut-Kartoffel Auflauf – viel besser als er aussieht zudem noch glutenfrei und potenziell vegetarisch

Kraut-Kartoffel Auflauf – viel besser als er aussieht zudem noch glutenfrei und potenziell vegetarisch

Zutaten für 4 Portionen

1 Krautkopf mit ca. 1 kg (ich habe Spitzkraut verwendet)
1 EL Butterschmalz
 1 EL Crème fraîche
 1 EL Currypulver
 100 ml Gemüsebrühe
 4 Stk. Kartoffeln (speckig)
 50 g gschmackigen Käse (gerieben)
 1 TL Kümmel (gemahlen oder im Ganzen)
 2 TL Majoran (getrocknet)
 200 ml Milch
Salz, Pfeffer

nach Belieben Speck oder Schinken, ich hab letztens ein Paar bio-Debreziner (gibt´s z.B. Bei Spar) reingeschnitten.

Zubereitung

Krautkopf putzen indem du die äußersten, schirchen Blätter entfernst, dann den Strunk rausschneidest und viertelst. Mit einem Krauthobel oder einem scharfen Messer Kraut in dünne Streifen schneiden. Butterschmalz – ich hab Ganslfett vom Martinigansl genommen – in einer großen Pfanne schmelzen und das Kraut anrösten. (Falls ihr Speck mitbraten wollt, diesen vorher knusprig braten und aus der Pfanne nehmen, erst dann Kraut anrösten.)

Bekommt das Kraut eine leichte Bräunung, mit Milch und Brühe ablöschen und Kümmel, Majoran und Currypulver dazugeben. Gut durchmischen und das Ganze für ca. 10 Minuten zugedeckt eingekochen. Dabei immer wieder umrühren und die Flüssigkeit kontrollieren – am Ende sollte sie jedoch fast vollständig verkocht sein.

Inzwischen die Kartoffeln schälen und der Länge nach in dünne Scheiben schneiden. Diese in Salzwasser bissfest garen und anschließend kalt abschrecken. Nun den Ofen auf 180°C Umlauft vorheizen und eine Auflaufform ausfetten. Das mit Salz und Pfeffer abgeschmeckte Kraut mit den Kartoffelscheiben abwechselnd einschichten. Mit mit einer Schicht aus geriebenem Käse bedecken und für eine halbe Stunde backen bis die Oberfläche schön gebräunt ist.

Abgewandelt nach einem Originalrezept aus Guteküche.at.

Haferflocken-Topfenbrot – glutenfrei, schmackhaft, kalorienarm und dennoch einfach gemacht

Haferflocken-Topfenbrot – glutenfrei, schmackhaft, kalorienarm und dennoch einfach gemacht

Zutaten

500g Magertopfen
250g grobe Haferflocken
250g feine Haferflocken
3 Eier
1 TL Salz
1 Pkg. Backpulver
1 kleiner Apfel, 1 kleine Karotte
Brotgewürz nach Belieben

Zubereitung

Die Eier in einer Schüssel aufschlagen und mit dem Schneebesen sorgfältig verrühren.

Apfel und Karotte putzen und reiben. Mit dem Topfen in die Eiermasse rühren.

Haferflocken unterrühren bis ein zäher, schwerer Teig entsteht.

Backrohr auf 180Grad Umluft aufheizen.

Eine Kastenform mit Backpapier auslegen (meine ist 30 x 11 cm), Teig einfüllen, leicht andrücken.

Teig mindesten 15 Minuten ruhen lassen und dann für 45 Minuten backen.

Schmeckt mit süßem und salzigem Belag. Zur Aufbewahrung schlage ich es in ein Küchenhangerl. Da hält es sich bis zu 1 Woche.

Madeline Miller, Ich bin Circe

Madeline Miller, Ich bin Circe

So macht griechische Mythologie Spaß!

Ich hab ein bisschen gebraucht um in „Circe“ hineinzufinden, aber dann ließ sie mich nicht mehr los. Es ist tatsächlich eine großartige, spannende Geschichte über die Entwicklung einer Nymphe (sic!) zu einer gereiften, selbständigen, unabhängigen Frau.

Ja, sie ist eine Göttin und hat für ihre Entwicklung wortwörtlich eine Ewigkeit Zeit. Aber auch sie unterliegt den Gesetzen einer sehr patriarchalen Ordnung, mit all den Einschränkungen – und Privilegien – , die das Dasein als niedrige Gottheit mit sich bringt. Erst in ihrer Verbannung, also zurückgeworfen auf sich selbst, entdeckt und entfaltet sie ihr Talent.

Man kann „Ich bin Circe“ als rein unterhaltsame Fantasy-Geschichte lesen oder aber als Metapher für die westliche Gesellschaft, das Verhältnis zwischen Mann und Frau und als Affirmation, dass es Frauen gelingen kann, sich einer „gegebenen“ Weltordnung zu widersetzen. Allerdings nicht ohne Opfer und Schmerzen und Stärke, die weit über die männliche hinausgehen muss. Am Ende des Weges aber (nicht des Lebens) wartet ein äußerst erstrebenswerter Zustand: die Selbstbestimmung.

Madeline Millers „Ich bin Circe“, in der Übersetzung von Frauke Brodd, ist ein kluger, spannender, literarisch wertvoller Roman, der uns weiterbildet aber uns die griechische Mythologie endlich einmal aus einer weiblichen Perspektive näherbringt. Die Deutungshoheit gehört nun nicht mehr den Männern, den Heliossen, Odysseussen und Hermessen, sondern einer emanzipierten Nymphe.

Frau kann verstehen, warum sich Männer gegen diesen Wandel wehren. Die naturgegebene göttliche Omnipotenz zu verlieren und Macht plötzlich teilen (sic!) zu müssen, ist sicher schmerzhaft. Doch mein Mitleid hält sich in Grenzen…

Madeline Miller
Ich bin Circe
Übersetzt von Frauke Brodd
Eisele Verlag
Taschenbuch, 528 Seiten
ISBN 9783961610686

Erster Satz

„Als ich geboren wurde, gab es für das was ich war, keinen Namen.“

Es razt a wengl

Es razt a wengl

Das ist die das steirische Gegenteil von „es flutsch“ und beschreibt unsere WoMo-Tour ganz gut. Auch die Stimmung ist mitunter leicht gereizt, wenn wir uns zwischen lauter bescheidenen Varianten nicht entscheiden können. Dass das Auto bereits seine Macken hat – und das in seinem erst 3. Lebensjahr – machts nicht besser. Vor allem das Pfeifen der zentralen Dachluke ab Tempo 100 macht das Fahren zu einer akustischen Zen-Übung. Vom Hörspiel haben wir schon in Wiener Neudorf Abstand genommen, wir verstehen ja nicht mal, was die Frau im Navi uns sagt. In jeder ausreichend engen Kurve tropft es aus dem vorderen Innenlicht und der viele Regen füllt es immer wieder voll – danke. Auch der Kühlschrank braucht besondere Zuwendung sonst kühlt er nicht, und letzte Nacht hat doch tatsächlich jemand unser Stromkabel abgesteckt!

Alles in allem razts hoit. (Hab ich mich übrigens schon ausreichend über die italienischen Autofahrer aufgeregt? Disziplinlos, viel zu schnell, ja nicht nachgeben, Kolonne rechts überholen und dann reinzwicken…die Sorte halt.)

Die Sonnenseite

Dafür haben wir heute einen sehr schönen Golfplatz in Mailand – tatsächlich ein Parklandkurs in der Stadt – gespielt: Le Rovedine. Super Zustand trotz des vielen Regens. Die 7 Trilliarden Minkerln, die in Auge und Ohren und Mund geflogen sind, haben uns davon abgehalten allzu viel zu sprechen. Wäre aber eh nicht möglich gewesen, da unser Flightpartner, ein Local, offenbar für die Speedgolfmeisterschaften trainiert hat: abschlagen, vorlaufen, Putten vor allen anderen, auf zum nächsten Loch. Ballsuchen ein Luxus, den man sich nicht leistet, schon gar nicht hilft man anderen dabei. Gut dass er nach 9 Löchern aufhören musste. So ein unfreundlicher Vollfatzke ist uns schon lange nicht mehr auf einem Golfplatz untergekommen.

Wir kamen aber auch auf den hinteren 9 Loch nicht dazu, die Schönheit des Platzes richtig zu würdigen, denn da hatten wir zwei neue Verfolger wortwörtlich auf den Fersen… Dabei wären es die vielen alten, riesigen Bäume durchaus wert gewesen, sie zu bestaunen, etwa die riesigen Zedern. Die zahlreichen Wasserschildkröten hätte ich mir auch gerne genauer angeschaut und die vielen Hasen, die das Rough bevölkern. (Werden übrigens von Greenkeeper-Hunden dezimiert. Grausam aber effektiv.)

Dafür war die Greenfee mehr als fair: 55,- p.P. ohne Ermäßigung ist für 18 Loch wirklich erstaunlich günstig!

Village City Camping

TomTom hat übrigens den Campingplatz hier in Mailand nicht gefunden und das liegt sicher nicht daran, dass er neu ist. Aber man kann verstehen, dass uns Tom hier nicht herführen wollte – hat wahrscheinlich auch seinen Stolz… Der Platz an sich ist zwar sehr idyllisch mit vielen Bäumen, inmitten einer großzügigen Grünlandschaft, tolle Vogelgesangskulisse. Aber leider total verkommen. Mit 44 Euro pro Nacht noch dazu doppelt so teuer wie der bei Venedig. Die Sanitärräume sind zwar ok, aber nicht sauber. Die Abwasch zum Geschirrwaschen hat ganz sicher ein Mann konzipiert, der noch nie in seinem Leben abgewaschen hat. Die Gastro wird von Chinesen geführt, die nur ganz schlecht Italienisch oder Englisch, oder so sprechen und leider auch nicht kochen sondern nur aufwärmen. Das Rundherum ist verfallen, neben dem Verfallenen wird aus Containern was „Neues“ gebaut. Es gibt eine Taubenzucht (!), Gänse und Ponys, ich hoffe, die werden besser „gewartet“. Ich verstehe sowas nicht…

Aber morgen werden wir noch hierbleiben und das schlechte Wetter (sic!) mit Shopping in der City kompensieren. Danach solle es ja längerfristig besser werden. Dann machen wird uns auf in die Schweiz. Preismäßig hätten wir ja jetzt schon geübt. So heruntergekommen ist es bei denen sicher nicht.

Warum die Weg in die Schweiz über Venedig führt

Warum die Weg in die Schweiz über Venedig führt

Was ursprünglich ein verlängertes Wochenende in Zürich hätte sein sollen, ist nun zu einer 12-tägigen WoMo-Reise geworden. Bitte erinnert mich: Nie wieder WoMo-Urlaub im Mai! Schon bei unserem letzten Mai-Ausflug mit dem „kleinen“ Ducato waren wir vom Wetter-Pech verfolgt. Das Auto heißt ab sofort Rainchaser. Vielleicht prägt sich das ein und hält uns nachhaltig ab.

Längere Regenperioden machen sich im kleinen Bus nicht so super da erstens innen eng, zweitens wird nix trocken… Aber soweit wollten wir es diesmal nicht kommen lassen, daher führt uns unser Weg nach Zürich zunächst nach Venedig. Die Wetter-App sagt: Das ist der erste Ort Richtung Westen, wo die Sonne scheint!

In Venezia c´e il sole

Tatsächlich: bei Regen kommen wir an, in der Nach tröpfelt es auch immer wieder aufs Dach aber der nächste Tag ist nahezu perfekt (wenn man davon absieht, dass ich mich mit der Schottland-erprobten Jacke ausrüste, weil in der Früh nur 9 Grad…). Die Sonne wärmt dann doch auf 19 Grad max.

Von unserem Campingplatz Venezia Village fahren wir mit dem Bus, der in 5 Minuten zu Fuß erreichbar ist, um 3 Euro ca. 10 Minuten ins Zentrum. Von der Piazzale Roma aus erkunden wir planlos die Stadt. Wir erfreuen uns an der Sonne, am einzigartigen Flair, versuchen abseits der touristischen Hauptadern zu gehen, stehen dabei immer wieder in Sackgassen an. Wir essen wirklich gutes italienisches Essen im Nevodi, trinken schon um zwei das erste Glas Wein. Fahren nach Murano, fragen uns, wovon die dort leben, weil wir würden das Allermeiste dort nicht mal geschenkt haben wollen. Sitzen wieder in der Sonne, diesmal gönne ich mir ein Lemonsoda! Das trinke ich wirklich nur in Italien!

Was für ein herrlicher Frühsommertag! Danke Wetter-App!

Warum Zürich

Diese Frage ist durchaus berechtigt. Ich hätte mir Zürich aus Kostengründen nicht ausgesucht. ABER: Mein Lieblings-Cantautore (=Liedermacher) Pippo Pollina spielt dort – und zwar nur dort – sein 60er-Geburtstagskonzert. Da treten auch viele befreundete Künstler wie z.B. Konstantin Wecker oder Pippos Sohn Faber auf. Da ich ohnedies noch nie in Zürich war, habe ich kurzerhand vor einem halben Jahr Tickets gekauft. Allerdings hatte ich nicht so genau die „Nebenkosten“ bedacht… Die Anreise mit dem Zug und die 3 Nächte in Zürich hätten beinahe gleich viel wie das Ausborgen des WoMos für 10 Tage gekostet. Allerdings haben wir beim Buchen nicht das launische Mai-Wetter bedacht…

Lieblings-WoMo-Ritual

Flucht-artig

Wenn die Wetter-App wieder Recht hat, wird es morgen hier zu regnen beginnen. Das heißt für uns: Auf nach Milano, dort scheint angeblich die Sonne. Ich lasse es euch wissen!

Donna Tartt, Der Distelfink

Donna Tartt, Der Distelfink

Ja, ok, es ist nicht besonders originell, einen mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Roman zu loben. Ich will es dennoch tun, denn ich bin wirklich begeistert!

Und das, obwohl ich zunächst skeptisch war. Der Klappentext hat mich eher abgeschreckt als angezogen, auch das Coverbild des Taschenbuchs versprach mehr bildungsbürgerliche Langeweile als packende Story. Doch dann packte es mich doch das Schicksal des Theo Decker und ließ mich über lange Strecken nicht mehr los. Ich gebe zu, manches habe ich nur quergelesen – einerseits weil es zu schmerzhaft, anderseits weil es mir dann doch zu langatmig war. Aber bei über 1.000 Seiten, kann man schon mal großzügig sein…

Ich habe ein intensive Beziehung zu Theo Decker entwickelt. Ich habe seinen russischen Freund Boris zu hassen, aber auch zu bewundern gelernt – dieses Leben am Abgrund, wenn man nichts mehr zu verlieren hat. Ich staunte über Theos Leben als Jugendlicher, wie er zusammen mit Boris in einer unvorstellbaren Einöde am Rande der Großstadt verwahrlost. Wie egal das allen ist. Wie beziehungsunfähig seine „Bezugs“personen sind, und wie sehr er sie trotz aller Vernachlässigung vermisst.

Ich wollte unbedingt, dass sich der junge Mann endlich emanzipiert, sich dieses Bildes entweder bemächtigt oder endgültig entledigt. Ich konnte seine Obsession in keiner Weise nachvollziehen.

Nachfühlbar sind hingegen die drogeninduzierten Räusche und die darauf folgenden Entzugserscheinungen – die abgrundtiefe Hoffnungslosigkeit (Pleonasmus?), die chemisch ausgewrungene Serotoninspeicher hinterlassen. Wie ein Leben, das so viele Löcher hat, ohne künstliche „Stupfen“ (so hat meine Oma die gestopften Stellen in den Socken genannt), nicht zu bewältigen ist. „Denn dies ist die Wahrheit: Das Leben ist eine Katastrophe.

Das einzig stabile im Leben des Theo Decker sind schöne Dinge: Denn während man beschädigte Möbel restaurieren kann, gelingt das mit Menschen nicht.

„Denn zwischen der >>Realität<< auf der einen Seite und dem Punkt, an dem der Geist die Realität trifft, gibt es eine mittlere Zone, einen Regenbogenrand, wo die Schönheit ins Dasein kommt, wo zwei sehr unterschiedliche Oberflächen sich mischen und verwischen und bereitstellen, was das Leben nicht bietet: Und das ist der beste Raum, in dem alle Kunst existiert und alle Magie.“

Cover Donna Tartt der Distelfink Taschenbuch
Donna Tartt
Der Distelfink
übersetzt von Rainer Schmidt und Kristian Lutze
4. Auflage 2015, Taschenbuch, Goldmann Verlag, 1.024 Seiten
978-3-442-47360-1

Erster Satz

„Noch während meines Aufenthalts in Amsterdam träumte ich zum ersten Mal seit Jahren von meiner Mutter.“

Fasten Fazit Klosterberg

Fasten Fazit Klosterberg


Nach neun Tagen Obst- und Gemüsefasten kann ich einen Gewichtsverlust von 3,7 kg vermelden. (Die Saftfaster:innen haben auch nicht mehr abgenommen.) Die Körper-Analyse-Waage behauptet, ich hätte 2,3kg Körperfett verloren, keine Muskelmasse. Mein Bauch schmerzt zwar derzeit nicht (der eigentliche Grund für die Teilnahme), aber meine Verdauung hat ihre normale Arbeit (bisher?) nicht wieder aufgenommen. Meine Pulsfrequenz ist immer noch erhöht. Das ist insofern unangenehm, als es sich wie konstante Nervosität anfühlt. Ich schlafe gut, allerdings war das vor der Kur auch schon so. Also liebe Verdauung: Mach mal hinne! Dann hat sich der Aufenthalt am Klosterberg wirklich gelohnt!

Das (bisschen) Essen war – zumeist – erstaunlich geschmackvoll und immer wunderhübsch angerichtet. Die hochtrabenden Namen haben allerdings zu hohe Erwartungen geweckt. Und was ich auch nicht super fand: Einmal war dem Gemüse Bulgur beigefügt und das ist nichts Anderes als Weizen. Das finde ich als Glutenunverträgliche sowieso mies, aber generell bin ich der Meinung, dass Weizen bei einer Fastenkur nicht auf den Speiseplan gehört.


Hyperaktivität lenkt vom Gusto ab

Das Programm, das am Klosterberg angeboten wird, ist vielfältig und reicht von rein körperlich über lustig bis rein esoterisch. Ich habe an allen Wanderungen teilgenommen, außer am Schweigemarsch – schaff ich nicht! Selbst die gemächliche – pardon gemäßigte – Gruppe marschiert forsch – nix für ausgeprägte Couchpotatoes. Die Landschaft ist großartig und sogar bei erschreckend hohen Minusgraden bescheren einem die unvermeidlichen Aufstiege Hitzewallungen.


Die Aquagymnastik hat mir erst am letzten Tag so richtig zugesagt, als das Wasser die angekündigte Temperatur von 29 Grad tatsächlich erreicht hatte. Zuvor gab es Probleme mit der Heizung und wir froren trotz Gehopse mit Schwimmnudel oder Smoveys.
Jene, die Schwimmen als Sport ausüben, waren begeistert von 17 Meter langen Pool!


Der Line-Dance-Kurs war eine lustige Abwechslung und ich kann die – zugegeben nicht sehr komplizierten – Schritte heute noch. Mit meinen Boots und einem noch zu erstehenden Hut könnte ich in jedem Saloon einen auf Cowgirl machen! Halt nur 2 Mal, dann wäre mein Repertoire erschöpft.

Vom Content-Highlight „Kulturlandschaft Waldviertel“ habe ich euch ja schon vorgeschwärmt. Empfehlen möchte ich auch die Präsentationen der Bäuerinnen. Sie preisen nicht nur ihre Produkte an, sondern erzählen auch aus ihrem Leben. Und ich kann euch sagen: Das tun sich echte Paralelluniversen auf! Mittlerweile kann ich auch die vielen Produkte, die ich bestellt und mitgenommen habe, empfehlen. Soweit alles vorzüglich! Aus rechtlicher Sicht könnte man allerdings schon von Nötigung sprechen, wenn sie dir in der Mitte der Fastenwoche von Speck, Käse, Schafgupferln, Lammrippen, Bratwürsten … erzählen!

Fazit

Nach Fastenwochen im Biohotel Daberer (hedonistisches Basenfasten), in Marienkron (Obst und Gemüse mit Option auf mehr) und am Klosterberg (mit Option auf weniger) würde ich am ehesten wieder ins Waldviertel fahren. Ich würde 2 Tonnen Gepäck zuhause lassen: alle Malsachen (inkl. Schreibtischlampe!) , alle zusätzlichen Bücher, alle Schuhe außer Filzpatschen (Wärme!), Wander- und Sportschuhe. Stattdessen würde ich mir eine Begleitung mitnehmen. Denn wenn man so wie ich, ab Tag 2 einen Tisch voller Schweiger zugewiesen bekommt, macht das Essen noch weniger Spaß!

Das mit dem Tee- und Saftfasten lass ich jetzt mal. Ein Bisschen (sic!) Essen ist auch gut.

Fasten next try – Exkurs: Einlauf

Fasten next try – Exkurs: Einlauf

Das Ding ist 40cm lang.
Und jetzt überlasse ich euch mal eurer Fantasie…

Und so ist es wirklich

Zunächst: Der Einlauf ist optional. Vor allem beim Obst/Gemüse-Fasten. Beim Saft/Teefasten wird er schon dringend empfohlen, da der Darm mit dem Fasten seine Tätigkeit einstellt und die Flankerln, die in der Suppe/Tee schwimmen, sonst drin verbleiben würden. Die Alternative ist ein Abführmittel. Ich persönlich finde das (mittlerweile) deutlich unangenehmer: Es wirkt wann es – und nicht wann ich – will und ich habe den ganzen Tag das Gefühl habe, aufs Klo zu müssen.

Also: Einlauf. Natürlich hat auch mich das lange Plastikröhrl zunächst mal verschreckt. Aber hier geht man ganz entspannt mit dem Thema um: Es ist ein durchaus gebräuchliches Tisch-Thema. Frau (Mann eher nicht…) gibt sich Tipps wie es am besten geht, Erfahrungsaustausch halt. Und es gibt eine eigene Einschulung, die ich leider verpasst habe, weil ich mir ja unbedingt das KH Zwettl von innen anschauen musste. Zudem hat mir meine Klosterberg-erfahrene Freundin Ines schon erzählt wie „harmlos“ – im wahrsten Sinne des Wortes – diese Anwendung ist.

Meinen ersten erinnerlichen – und bisher auch letzten – Einlauf bekam ich während der Geburt meiner Tochter. Das ist immerhin 25 Jahre her. Und das war traumatisch. Ich habe das in ganz furchtbarer Erinnerung. Es war extrem unangenehm und demütigend. Meine Begeisterung, das nochmal zu erleben war daher enden wollend.

Doch das Über-ich und die Fastenkollegin, die in der Endoskopie arbeitet, haben es mich dennoch versuchen lassen. Und siehe da: Voll nicht schlimm.

Hier die Wohlfühl-Komponenten

  1. Ganz nahe am sicher freien WC.
  2. Der Boden soll nass werden dürfen.
  3. For your eyes only: Nur ihr mit euch. Auch so, dass keiner zufällig hereinkommen kann.
  4. Not hot! Achte auf wirklich lauwarmes Wasser.
  5. Die Wassermenge auf 2 x aufteilen. Also erst 1 Liter. Wenn der wieder draußen ist, der nächste.
  6. Lage, Lage, Lage: Leg dich auf die linke Seite. (Insider-Tipp der Endoskopin: Den Schlauch auch eher Richtung links führen, da kann er leichter der natürlichen Form des Darms folgen.)
  7. Flutschi – etwas Öl o.ä. damit der Applikator gleitfähiger ist (Finger dann aber säubern, sonst kann man das Ventil nicht gscheit öffnen!)
  8. Luft raus! Vor dem Einführen die Luft aus dem Schlauch lassen.
  9. Langsam, langsam: Es muss nicht volle Pulle sein, mal das Ventil nur halb aufdrehen.
  10. Für Fortgeschrittene: Wenn die gesamte Wassermenge drin ist, das Becken heben, damit das Wasser noch weiter aufsteigen kann.

Manchmal kommt der Inhalt sofort wieder raus. Manchmal konnte ich ihn 1 Minute oder so drinbehalten, was natürlich wirksamer ist. Manchmal auch auf 3 Mal. Tagesverfassung nehme ich an.

Das „Schöne“ am Einlauf ist: Wenn das Wasser wieder draußen ist, ist es vorbei und man hat – nicht wie beim Abführmittel – stundenlang das Gefühl, man könne sich nicht aus dem Haus trauen. Geschweige denn auf ein 2stündige Wanderung mit der Wandergruppe… Und damit überlasse ich euch nochmals den Bildern in eurem Kopf!

Demnächst gibt´s schönere Bilder und ein Fazit.

Fasten next try – bis Tag 5

Fasten next try – bis Tag 5

Alles wird gut

Mittlerweile geht es mir wieder gut. Ich bin morgens zwar meistens sehr wackelig auf den Beinen, aber im Laufe des Tages bessert sich das. An den ersten beiden richtigen Fastentage habe ich kaum am umfangreichen Programm hier teilgenommen. Vor allem um die täglichen begleiteten Wanderungen ist es schade, aber mangelnde Energie und wirkliches Schietwetter (wie meine Freundin Corine in Hamburg sagen würde) halten mich davon ab. Ich lungere in der Biosauna, in der Salzgrotte und im Bett herum. Das ausgezeichnete Buch, das ich gerade lese, Donna Tart, Der Distelfink, vertreibt mir die Zeit. Wobei mir das Buch durchaus manchmal aus der Hand fällt 😉

An Tag 3 war ich zum ersten Mal im hauseigenen Fitnesscenter. Nicht, dass ich mich wieder kräftig gefühlt hätte, aber mein Über-Ich ließ kein weiteres Lungern zu. Und siehe da: Es tat mir gut. Nach einer Stunde Gehen am Laufband hatte ich sogar noch Kraft für ein paar Muki-Übungen.

Abends gabs einen sehr spannenden Vortrag: „Naturlandschaft Waldviertel“. Gehalten wurde er von einem hiesigen Jäger! (Der Teil mit der Jagd war auch interessant, weckte aber doch viel Widerspruch in mir. Wusstet ihr zum Beispiel, dass in Österreich jährlich 65.000 (!) Füchse abgeschossen werden! Und das gesamte Tier, inklusive Pelz, wird entsorgt!) Vor dem kritischen Teil erzählte uns Kurt, der Jäger, über die Entwicklung des Waldviertels von einer Naturlandschaft in eine Kulturlandschaft, über die wirtschaftlichen Verhältnisse, wie und wovon die Menschen hier gelebt haben und leben. Wir lernten Begriffe wie „Bühel, Kobel, Roan“, warum die Landschaft hier überall terrassiert ist, welche Formen der Bewirtschaftung sich durchsetz(t)en und wie sich die Klimakrise und der Biodiversitätsverlust speziell im Waldviertel auswirken. Gespickt mit vielen persönlichen Erlebnissen und Anekdoten. Kein Wunder, dass der Vortragende die geplante Dauer um 1,5h überschritt!

Letztlich mündete der Vortrag jedoch in eine Rechtfertigung der Jagd. Ich konnte sehr viele Argumente für die Jagd sehr gut nachvollziehen. Vor allem wenn man die Jagd mit der herkömmlichen „Fleischerzeugung“ vergleicht. Was mich allerdings echt abgetörnt hat, war die Tatsache, dass Kurt auf seiner Website Jagdreisen anbietet. Und das hat definitiv nichts mit nachhaltiger Wild- und Waldbewirtschaftung zu tun, sondern mit der Befriedigung von Mordlust. Aber das ist eine Diskussion, die an dem Abend nicht führen wollte.

Auf geht´s

Heute nehme ich an der Wanderung teil. Wobei mir die Entscheidung nicht leicht fällt: Es schneit und ich weiß nicht, ob ich durchhalte. Zumal ich heute schon Aquagymnastik hinter mir habe… Über-ich übernimmt allerdings wieder die Kontrolle: hinein in die Merinounterwäsche, Mütze, Handschuhe und Walkingsticks, mit denen ich einfach nicht zurechtkommen. (Kurt nennt die Walker übrigens „Schneckenstecher“ und ich finde das sehr amüsant 🙂

Wir gehen flott, obwohl das hier die langsame – pardon „gemäßigte“ – Gruppe ist. Nichtsdestotrotz komme ich bei den zahlreichen Anstiegen ordentlich ins Keuchen. Aber die Landschaft entschädigt. An einem Teich kommt die Sonne heraus, während es immer noch schneit, ein geradezu kitschiger Moment! Ob ich heute allerdings noch das Tanzworkout und die Yogaeinheit mache, ist nicht gesichert!

Leider sieht man hier den Schnee gar nicht…

Upcoming

Beim nächsten Mal wirds intim: Zum fixen Bestandteil der Fastenkur gehört der Einlauf. Aber der „echte“. So stay tuned!