Willkommen in Fliederherz´neuem Zuhause!

Willkommen in Fliederherz´neuem Zuhause!

Foto von Caro Strasnik

Ich begrüße dich recht herzlich hier an meiner neuen Adresse. Der Umzug von der gratis url fliederherz.wordpress.com ist notwendig geworden, da die EU das Datenschutzabkommen mit den USA gekündigt hat. Websites, die von US-amerikanischen Firmen gehostet werden – egal wo der Server steht – sind nun nicht mehr datenschutzkonform.

Werbefrei

Dieser Blog wird nun von World4you in Österreich gehostet und ist jetzt auch werbefrei! Vielleicht ist dir das bisher gar nicht aufgefallen, aber manchmal hat das echt arg das Layout zerrupft. Außerdem habe ich als Inhaberin gar einen Einfluss auf die Inserate, die auf meinem Blog ausgespielt werden.

Es wird in Kürze die Möglichkeit geben, den Blog zu abonnieren. Da hat WordPress ein kleines Hoppala eingebaut, das es notwendig macht, auf eine Expertin zurückzugreifen.

A propos Expert*in

Danke an Gertrude Mauerbauer und Christian Finker von akaryon, die den Umzug einwandfrei und flott abgewickelt haben!

Auf bald

Ich freue mich auf deine Kommentare! (Bitte auch um Info, falls was doch nicht funktioniert!) Empfiehl fliederherz.at weiter!

In Bälde werde ich hier wieder über eine große Reise berichten. Stay tuned!

Berge, Seen & Golf: noch eine Österreich-Tour im WoMo

Berge, Seen & Golf: noch eine Österreich-Tour im WoMo

Unsere kleine WoMo-Tour hätte ja schon vor fast 2 Monaten losgehen sollen. Gut, dass der neue Ducato Advance eine deutliche Lieferverzögerung hatte. So kommen wir in den Genuss von 10 Tagen Sonnenschein! Die Route wie meistens flexibel, das Motto: Berge, Seen & Golf!

Erste Station Dachstein

Unser erster Trip führt uns nach Ramsau (in die Ramsau?) an den Fuß des Dachsteins. Der Mann will auf den Berg, die Frau nicht so, fügt sich aber. Unser WoMo dürfen wir auf der frisch gemähten Wiese (Mhm, das duftet!) des Gasthofs Berghof parken. Was nicht nur nichts kostet, sondern auch Waschgelegenheit und super Essen offeriert. Wenn da nur nicht die Landstraße wäre, auf der die Autos gefühlt durch unser „Schlafgemach“ fahren.

Über die App „Schau aufs Land“ haben wir diesen tollen Standplatz gefunden

In dieser Gegend ist der GC Dachstein natürlich ein golferisches Muss! Wie immer in großartigem Zustand. (Leider handelt es sich bei den Leihtrolleys um diese furchtbaren 2rädrigen Nachzieh-Dinger, die bei jeder Unebenheit umkippen und einem zuverlässig Schulterschmerzen bereiten. Wirklich nicht würdig dieses tollen Leading Courses! Bitte Beispiel an Zell am See nehmen.) Und während ganz Österreich unter einer außergewöhnlichen Hitzewelle ächzt, drehen wir bei 27 Grad und leichtem Wind entspannt unsere Golfrunde. Leider wird unsere Spielpartnerin auf der 16 von einer Horrornachricht ereilt: Die 12-jährige Enkelin ist am Telefon und ruft um Hilfe! Sie ist zusammen mit einem Freund verunfallt und weiß nicht genau, wo sie sich befindet. Wir alarmieren die Polizei in Niederösterreich. Per Hubschrauber werden die Kinder gesucht. An ein normales Spiel ist natürlich nicht mehr zu denken. Wir spielen die Runde dennoch fertig. Vor allem um unsere Flightpartnerin abzulenken und aus ihrem Gedankenkarusell zu reißen. Im Restaurant erfahren wir dann, dass die Enkelin gefunden und ins Krankenhaus geflogen wurde. Ihre Verletzungen dürften nicht lebensbedrohlich sein. An dieser Stelle: alles Gute Lena!

Bergrecht

Am nächsten Tag verlangt der Berg sein Recht: Ich, die anti-Wanderin, klettere die Silberkarklamm hinauf und den „Höhenweg“ (euphemistischer Ausdruck der Einheimischen für einen ausschließlich für Gämsen & Steinböcke gefahrlos zu benützenden Pfad…) wieder zurück. 5 Stunden – na gut: 4 sagt der Mann – Konzentration, ein Fehltritt würde den Urlaub vermutlich drastisch verkürzen. Aber ich überlebe! Und meine Knöcheln auch, vor allem dank professionellem Schuhwerk!

Die Silberkarklamm – sehr erfrischend. Beim Zurückgehen vielleicht nicht den „Höhenweg“ nehmen!

Am dritten Tag klettersteigt der Mann auf den Berg. Ich zunächst auch, stelle aber schnell fest, dass meine Armmuskulatur weder durchs Golfen noch durchs Yoga (he! bitte warum mach ich dauernd verhasste Planks?!) auf die bei einem senkrechten Aufstieg benötigte Zugkraft ausreichend vorbereitet ist. Ich gebe rechtzeitig auf und hab noch genug Kraft umzukehren. Nun sitze ich am Bach und male heimische Flora. Viel entspannter!

Die Trollblume ist eine Ranunkel-Art, die in den Alpen vorkommt. Sie ist eigentlich leuchtend gelb.

Am Nachmittag erklimmen wir zusammen den Dachstein maschinell – auch für mich eine gute Option 😊. Die Aussicht ist atemberaubend. Skywalk und Eispalast lohnen sich wirklich. Allerdings nur dann, wenn man warm genug angezogen ist. Wir teilen unsere Jause mit einer frechen Alpendohle, die dafür als Fotomodell herhalten muss.

Der wilde Westen

Auf dem Weg zu unserer nächsten Destination legen wir einen Stopp am Campingplatz Fieberbrunn ein. Nach 3 Tagen sehnt sich unser Wagen nach Infrastruktur und ich mich nach einer Massage!

Das Tirol-Camp Fieberbrunn punktet nicht nur mit Wellness, einem In- und Outdoorpool, spektakulären Bergen, sondern vor allem mit den schönsten Sanitäranlagen, die ich in meiner bisherigen Camping-Karriere erlebt habe! Endlich jemand, der die richtigen Prioritäten setzt! Und dann ist auch noch das Essen gut und die Massage beinahe sensationell. Trotzdem bleiben wir nicht, sondern fahren weiter in den Westen.

In Wildermieming (heißt wirklich so) erwartet uns ein Campingplatz der Superlative, der Gerhardhof. Dorthin wollten wir unbedingt – vor allem auch wegen des nahen Golfplatzes GC Mieming.

Der Gerhardhof ist erst seit heuer geöffnet – Corona machte den Betreibern einen Strich durch die Rechnung. Doch jetzt steht einer erfolgreichen Sommersaison nichts im Wege: ein perfektes Platzerl mitten im Föhrenwald mit einem großartigen Blick auf die Mieminger Kette, ein super Wirtshaus, in das die Einheimischen offenbar auch sehr gerne gehen, ein Naturbadeteich und  – kaum zu glauben – noch schönere Sanitäranlagen als in Fieberbrunn! Die Gastgeber*innen sind sehr freundlich, der Shop ist liebevoll mit regionalen Leckerbissen bestückt. Diesmal hab nicht mal ich was zu bemäkeln 😉

Der Golfplatz beeindruckt schon bevor wir überhaupt dort sind: Mitten im Nirgendwo – nach Affenhausen (sic!) – steht eine riesige piekfeine Hotelanlage. Viele Gebäude, eines davon der Golfclub, eine riesen Wiese als Parkplatz. Es macht ein bisserl den Eindruck, als hätte man das Geld abgeschafft… Wir reservieren im Restaurant einen Platz für den Abend. Man fragt uns, ob wir nicht auf der Halfway einkehren wollen. Wir verstehen nicht gleich und verneinen … Wir entscheiden uns für ein E-Cart: Es ist heiß, die Dame an der Rezeption legt es uns nahe und die Trolleys sind schon wieder die, die ich nicht leiden kann.

Unsere Flightpartner sind Schweizer. Ein Ehepaar, das den Platz auch zum ersten Mal spielt. Auch die beiden wundern sich, dass uns der Marschall am Abschlag nochmal fragt, ob wir an der Halfway etwas essen wollen. Nein, wieso? Nur schnell was trinken. Wir sind ja zum Golfspielen da. A propos: Der Platz ist wunderschön gelegen, super gepflegt und doch sehr natürlich, fair, duftet nach Nadelbäumen. Auf Ballsuche stoßen wir auf ein Rehkitz im Unterholz. Und dann sehen wir die Halfway! Da wird uns klar, warum man es nicht glauben konnte, dass wir hier nicht länger verweilen wollten. Die Stöttlalm ist ein eigenständiger, professioneller, großer Gastrobetrieb. Eine Art noble Skihütte am Golfplatz! Riesig, urig aber dennoch modern. Ja, die Tiroler wissen wirklich, wie man Gäste verwöhnt!

Wetterflüchtlinge

Nach drei Tagen – viel Wandern, viel Schwimmen, viel Essen, viel Faulenzen – packen wir uns zusammen. Eine aus dem Westen kommende Schlechtwetterfront vereitelt unseren Plan, über Passau und Oberösterreich (so gerne hätte ich einmal den GC Wels gespielt!) heimzureisen. Stattdessen fahren wir über Zell am See nach Kärnten.

Spektakulärer Einschub

Ein Zwischenstopp am Fuße des Kitzsteinhorns und eine spektakuläre Golfrunde am gleichnamigen Platz sind das Sahnehäubchen unserer Golfrallye und entschädigen für den entgangenen GC Wels. Zwar schwer, weil lang, aber flach, dennoch abwechslungsreich und wunderschön. Und außerdem dreirädrige Leihtrolleys von Bigmax mit kleinem Körbchen, die sofortigen Zugriff auf Wasser (es hat >30 Grad!) und Bälle (und Brille!) erlauben!

(In einigen der vielen Teiche der beiden 18-Loch-Plätze werden übrigens Edelsüßwasserkrebse gezüchtet, die man im clubeigenen Restaurant genießen kann! Und die für die ausgezeichnete Wasserqualität sprechen. A propos: Warum gibt´s bei uns noch keine Ökozertifizierung von Golfplätzen wie z.B. in Italien?)

Das wahrscheinlich am häufigsten fotografierte Golfmotiv Österreichs

Der riesige Campingplatz in Zell am See ist professionell aber nicht besonders – außer der See, in den wir uns verschwitzt stürzen.

Zeller See mit Kitzsteinhorn im Hintergrund

In Kärnten glitzert auch morgen die Sonne in den Seen

Wir geraten zufällig glücklicherweise an den Turnersee – ein wunzikleiner See neben dem viel bekannteren Klopeinersee. Am Campingplatz Ilsenhof verbringen wir die letzten beiden Tage unserer Rundfahrt. Nein, die Sanitäranagen sind nicht besonders. Aber dafür der Standplatz mit einer tollen Aussicht auf einen komplett unverbauten See (gibt´s wirklich noch!). Millionen Seerosen, zutrauliche Karpfen, die sich streicheln lassen, und eine nahezu heilige Ruhe!

Turner See mit dem Hohen Obir im Hintergrund

(Mehr als Natur & Golf kann man dort aber nicht genießen. Touristisch sind die Klopeiner*innen in den 60er/80er Jahren stecken geblieben. Die Stadtbilder der umgebenden Ortschaften sind desaströs. Völkermarkt habe ich ja letztes Jahr schon als hässlichste Stadt Österreichs bezeichnet. Ein Glück, dass dort lauter wunderschöne Gewässer sind, auf die man seinen Blick richten kann😉)

Wir wählen den GC Klopeinersee. Wir spielen super, es ist ein rundum gelungener Golftag. Das hätte uns reichen sollen. Aber nein, unsere Golfsucht treibt uns auch am 2. Tag aufs Fairway. Anders als beim ersten Mal ist uns der Platz nicht gewogen. Vor allem dem Mann spielt er übel mit: Seine durchwegs guten Schläge landen extrem oft im Bunker – und davon gibt es wirklich genug. Meiner Ansicht nach zu viele. Und die sind auch immer direkt vors – sogar ums – Grün gebaut! Da muss man sich so ärgern, dass man die wunderschöne Bergkulisse des kärntnerisch-slowenischen Grenzgebirges gar nicht richtig genießen kann.

Aber nicht lange. Denn der Kellner ist nett, das Essen gut und üppig. Der See hat 28 Grad und wir schwimmen um 20.15h in den Sonnenuntergang. Der hohe Obir schaut auf uns herab. So geht Urlaub 😊

Leider war´s das aber schon wieder. An Tag 9 machen wir uns auf den Weg zurück nach Wien. Wir holen den Hund von den (Schwieger)eltern ab. Sie fühlt sich im Ducato nicht ganz so wohl, knüllt sich unter den Tisch und schaut gequält. Wir auch, weil der Hund nach 9 Tagen regelmäßigem Baden im See so stinkt, dass man glaubt, man befände sich in einer Hefefabrik. (Ein bisserl so wie bei Ottakringer, nur um ein Vielfaches intensiver!)

Fazit

Der Ducato ist ein super Auto, wenn das Wetter passt und man sich viel im Freien aufhalten kann. Die Golfwagerl gehen nicht rein, was insofern mühsam ist, als die meisten Clubs wirklich schlechte Leihtrolleys haben.

Die großen Golfclubs sind nicht umsonst teuer. Sie bieten spektakuläre Kulissen und super gepflegte Anlagen. Am besten hat uns letztlich der Golfplatz in Zell am See gefallen. Da sind der Mann und ich uns einig.

Das Übernachten im WoMo am Golfplatz wäre prinzipiell am GC Dachstein, in Zell am See, am GC Klopein möglich gewesen (in Mieming haben wir nicht gefragt). Wir haben diese Möglichkeiten nicht genützt, da wir ohnedies an schönen Campingplätzen standen.

Wenn das Wetter passt, ist ein Campingurlaub in Österreich traumhaft. Außer in Ramsau haben wir eine Woche vor Ferienbeginn auch noch problemlos Standplätze ohne vorherige Reservierung bekommen. Die Gastgeber*innen sind größtenteils super freundlich.

Es hat uns sehr getaugt, aber das nächste Mal machen wir unsere Rundfahrt wahrscheinlich im Elektroauto. (Charger fürs Elektroauto sind uns nur in Mieming und direkt beim Hotel Berghof aufgefallen.)

Dass es wettermäßig auch ganz anders geht, haben wir letztes Jahr leidvoll erfahren, da macht der kleine Bus eher weniger Freude…

Henriette Roosenburg, Morgen wartet eine neue Welt

Henriette Roosenburg, Morgen wartet eine neue Welt

Eine wahre Geschichte über eine außergewöhnliche „Heimreise“.

1957 war dieses Buch in den USA ein Bestseller. Erst jetzt wurde es wiederentdeckt und ins Deutsche übersetzt.

Die Autorin, Henriette Roosenburg, war nach dem Krieg Journalistin. So liest sich auch das Buch, in dem sie ihre Befreiung aus dem Nazi-Gefägnis in Waldheim, Sachsen, und ihre „Flucht“ nach Hause, zurück nach Holland schildert.

Gemeinsam mit ihren Freund*innen Joke, Nell und Dries macht sie sich im Frühling 1945 auf den Weg in ihre Heimat Holland. Es fällt schwer Freund und Feind zu unterscheiden. Soeben aus dem Gefängnis befreit, wo sie als zum Tode verurteilte, sogenante Nacht-und-Nebel-Häftlinge, gerade noch überlebt haben, fällt es schwer, mit der neuen Freiheit umzugehen und Vertrauen zu fassen. Ist „der Russe“ nun Befreier oder potenzieller Vergewaltiger? Hat man als Opfer das Recht von Deutschen zu stehlen? Gibt es auch gute Deutsche und wenn ja, wie konnte sie „all das“ zulassen? Darf man Täter mögen?

Ein Leben auf der Flucht ist in allem prekär: zuwenig Essen, kein sauberes Wasser, nie wissen, was um die nächste Ecke bzw. Flussbiegung lauert, ständige Anspannung. Sicherheit als höchstes Gut. Und Freundschaft & Loyalität. Und wie überlebenswichtig Optimismus ist.

Roosenburgs Roman ist mehr eine Reportage. Mit viel Emotion aber nie weinerlich schildert sie die unerträglichen Umstände, die in den Gefängnissen herrschten. Ihre inneren Kämpfe, nicht so zu werden wie ihre Peiniger, obwohl Vergeltung nun endlich möglich wäre.

Ein wahre Geschichte aus einer vergangenen Zeit. Doch Flucht wird sich auch heute nicht anders anfühlen. Insofern hat die Neuentdeckung des Romans eine höchstaktuelle Komponente.

Henriette Roosenburg
Morgen wartet eine neue Welt
übersetzt von Hans-Christian Oeser
322 Seiten
aufbau Verlag
978-3-351-03836-6

Erster Satz

Der 5. Mai 1945 war ein Tag der Vorahnung.

Casserole mit Baked Beans – vegetarisch & glutenfrei

Casserole mit Baked Beans – vegetarisch & glutenfrei

Micheile Henderson – Unsplash

Zutaten für 4 Personen

1 gelbe Zwiebel
2 Knoblauchzehen
500g Erbsenprotein opder Faschiertes
400g Baked Beans (gibt´s z.B. bei Denns oder bei Billa von Alnatura)
400g gehackte Tomaten
1 EL Dijonsenf
2 TL getrockneter Oregano
2 Eier
100 ml Schlagobers
60g geriebener Emmentaler oder anderer würziger Käse
1/2 Handvoll Petersilie
1/2 Bund Schnittlauch

Zubereitung

Backrohr auf 180 Grad Umluft vorheizen. Zwiebel und Knoblauch fein würfeln; Öl in einer Pfanne erhitzen und das Faschhierte knusprig anbraten. Zwiebel und Knoblauch dazugeben und kurz mitbraten. Salzen, pfeffern, Tomaten und Baked Beans dazugeben und offen ca. 5 Minuten kochen.

Fleisch -Bohnen-Mischung in eine ofenfeste Form geben. Eier und Obers verquirlen und darübergießen. Mit Käse bestreuen und auf ca. 30 Minuten backen.

Mit gehackten Kräutern bestreuen und servieren.

Dazu passt ausgezeichnet frisches Weißbrot, wenn man es denn verträgt 🙂 Oder ein Kleks Rahm oder eine Guacamole.

Quelle: Frisch Gekocht

Elizabeth Strout, Die langen Abende

Elizabeth Strout, Die langen Abende

Für manche Bücher ist man zu alt, für andere ist man zu jung. Für den Roman der amerikanischen Pulitzer-Preis-Gewinnerin Elizabeth Strout bin ich jedenfalls (noch?) nicht die richtige Zielgruppe. Wobei: Wer will schon zu irgendeinem Zeitpunkt so genau wissen, wie es sich anfühlt zu altern? Ich meine: So richtig zu altern! Mit Inkontinenz und Demenz und weiteren entwürdigenden Zuständen.

Aber wenn man darüber lesen will, dann ist Strouts Heldin Olive Kitteridge die richtige. Schon immer widerborstig und vorlaut, bewältigt sie auch die Herausforderungen des Älterwerdens mit distanzierter Selbstironie. Die Einsamkeit, unter der sie zuweilen leidet, macht sie nicht angepasster. Da sie oft einfach sagt was sie denkt, kommt sie mit ihren Mitmenschen nicht gut aus. Dabei verbirgt sie hinter ihrer Ruppigkeit ein mitfühlendes Herz und ehrliches Interesse.

Strout, Jahrgang 1956, beschreibt die Fogen und Begleitumstände des Alterns schonungslos: die Kinder, die sich – auch weltanschaulich – entfernen, die Freund*innen und Ehemänner, die wegsterben, der Verlust der Attraktivität – und damit einhergehend die Erkenntnis, dass sich niemand mehr in einen verlieben wird. Es sind ein paar große und tausend kleine Abschiede, die Olive hinnehmen muss. Mal gelingt ihr das besser, mal schlechter.

Dennoch ist Die langen Abende kein deprimierendes Buch. Olives genaue Beobachtungsgabe, ihre unzensurierten Schlussfolgerungen und ihre Schnoddrigkeit machen das Buch eher lustig zu lesen. Vor allem dann, wenn man es schafft, zu verdrängen, dass wir alle (hoffentlich?) einmal so alt werden…


Elizabeth Strout
Die langen Abende
übersetzt von Sabine Roth
352 Seiten
btb Taschenbuch
978-3-442-77049-6

Erster Satz

An einem Samstag im Juni, kurz nach Mittag, setzte Jack Kennison die Sonnenbrille auf, ließ das Verdeck seines Sportwagens herunter, spannte den Gurt über seinen nicht eben kleinen Bauch und fuhr von Crosby, Main, hinüber ins fast eine Stunde entfernte Portland, um sich seinen Whiskey dort zu kaufen, weil ihm nicht danach war, im hiesigen Lebensmittelladen Olive Kitteridge in die Arme zu laufen.

Pilzlaberl mit Erdäpfelpurée (glutenfrei, vegetarisch)

Pilzlaberl mit Erdäpfelpurée (glutenfrei, vegetarisch)

erstaunlich g´schmackige Laberln, die auch gar nicht sooo viel Arbeit machen.

Zutaten für 4 Personen

650 g gemischte Pilze (ich hab Hälfte/Hälfte Champignons/Kräuterseitlinge genommen)
1 Zwiebel
Bund Petersile
80 g Ricotta
40 g Parmesan
1 Dotter
100 g Semmelbrösel (ev. glutenfrei)
3 EL Haferflocken

Pürée
1kg Erdäpfel
1/4l Milch
EL Butter
(Muskatnuss, Wasabi, Ketchup)

Zubereitung

Die Pilze & Zwiebel kleinwürfelig schneiden. Petersilie hacken. ÖL erhitzen, Pilze und Zwiebel hinzufügen anschwitzen und das Pilzwasser ein bissl verkochen lassen. Vom Herd nehmen, auskühlen lassen. Petersil, Ricotta, Dotter, Käse, Haferflocken mit Brösel zu einer homogenen Masse mischen. Laberl formen und in heißem Öl knusprig braten.

Für das Purée die Erdäpfel schälen, würfelig schneiden, kochen, zerstampfen, mit Butter und Milch vermischen. Nach Lust und Laune mit Muskatnuss, Wasabi, Ketchup würzen.

Ich liebe ja Rote-Rübe-Salat zum Erdäpfelpurée, aber das Farbenspiel auf dem Teller mag nicht jedeR 😉


Glück lernen

Glück lernen

Das Glück ist ja nur insofern ein Vogerl, als es sich nicht dauerhaft bei uns niederlässt. Es flattert vorbei, wir erfreuen uns daran, dann ist es wieder weg. Aber wir können eine „Vogerl-freundliche“ Umgebung schaffen. Damit sich das Vogerl vermehren kann und mit seinen Kindern und Kindeskindern gern bei uns vorbeikommt.

Wie man ein Vogerl-freundliches Biotop erschafft, lehrt die Positive Psychologie. Von Martin Seligman entwickelt, von Philip Streit in Europa etabliert. Seit letzter Woche absolviere ich die Grundausbildung an der Vienna International Positive Psychology School.

Glück ist erlernbar!

Es geht um nichts Geringeres als um Lebensglück. Und ist das nicht eine faszinierende Idee: Glück ist erlernbar! Und zwar für jedeN!

Wie das geht, lernen wir in der Grundausbildung. Wir lernen die Positive Psychologie an uns selbst anzuwenden und als Haltung zu übernehmen. Dabei geht es nicht um Schönfärberei oder naiven Optimismus. Es geht darum, sich dem Glück zu öffnen, es wahrzunehmen, es zu nähren und es weiterzugeben.
Einfach anzuwenden

Viele der Methoden der Positiven Psychologie sind auch für Lai*innen einfach anzuwenden. Ich schreibe zum Beispiel seit März 2020 gegen die Lockdown-Trübseligkeit ein Dankbarkeitstagebuch. Die PP nennt diese Methode „The three Blessings“. Jeden Abend schreibe ich 3 Dinge auf, die an diesem Tag gut waren, wofür ich dankbar bin und auch was daran gut war. So beende ich meinen Tag mit Gedanken an etwas Schönes. Zudem kann ich mit der Zeit Muster ablesen, was mir bemerkenswert gut tut.

Derzeit ist das zum Beispiel das Malen. Es fordert und entspannt mich gleichzeitig! Es ist meditativ und kreativ gleichzeitig.

Eine weitere Übung aus der Positiven Psychologie, die mir richtig Spaß macht: „Random Acts of Kindness“! Bereite jemandem grundlos eine (kleine) Freude: Lass den Mann an der Billa-Kassa vor, spendiere einer Unbekannten einen Kaffee, schenke jemandem grundlos Blumen … Das Gefühl dabei ist herrlich. Ich nenne es – im Gegensatz zur Schadenfreude, die bei mir sehr ausgeprägt ist – die „Freudefreude“. Und ich kann mich genauso diebisch darüber freuen 😉

Mehr alsbald.

In diesem Sinne: Spread the love <3

Eine feine Glücksübung

Eine feine Glücksübung

Die Positive Psychologie ist von jeder/jedem von uns anwendbar. Sie hat keine Nebenwirkungen, sie braucht keine Therapeut*innen – wobei Therapeut*innen sie sehr gut brauchen könne 😉. Sie braucht keine Medikamente, denn wir aktivieren unsere körpereigene Wohlfühl-Chemie.

Positive Interventionen sind

  • zukunfts- und ösungsorientiert
  • ermöglichen kognitive Umstrukturierung
  • fokussieren
  • geben Sicherheit, Rückhalt und Sinn
  • aktivieren und verstärken fortlaufend
  • sind ein Katalysator für neue (positive) Muster

Genießen

Neben den „Three Blessings“ die ich hier schon beschrieben habe, haben wir eine Genuss-Liste angelegt. Wir haben uns überlegt, was uns besonderen Genuss beschert. Von großen über kleine Dinge. Diese Liste ist immer „in Reichweite“. Wenn es uns nicht so gut geht – und sich unser Bewusstsein auf das Schlechte zu verengen beginnt –  können wir diese Liste hernehmen und uns Genusserlebnisse schenken.

(Wenn das jedes Familienmitglied macht, kann man Überschneidungen festhalten!)

Je geübter wird sind (Stichwort: Achtsamkeit) umso mehr können wir davon profitieren. Manchmal reicht sogar bereits die Erinnerung an ein intensives Genusserlebnis.

Hier sind die 8 Genussregeln:

1. Genuss braucht Zeit
2. Sich selbst Genuss erlauben.
3. Genuss geht nicht nebenbei.
4. Jedem das Seine
5. Weniger ist mehr.
6. Ohne Erfahrung kein Genuss.
7. Genuss ist alltäglich.
8. Aktivität vor Passivität

Perfect Day

Mithilfe dieser Liste können wir – vielleicht sogar in Zeiten von Maske und Lockdown – unseren Genusstag planen und durchführen. Übrigens: Schon die Vorfreude darauf aktiviert jene biochemischen Prozesse, die uns Glücksgefühle empfinden lassen.

Das sind einige Bestandteile für meine „Perfect Days“:

  • Eier im Glas zum Frühstück dazu knuspriges glutenfreies Brot mit Butter
  • Guter Kaffee
  • Stadtspaziergang in einer fremden Stadt
  • Golfrunde auf saftigen Fairways (mit gutem Ergebnis 😉)
  • Massage
  • Wasser (Meer, See, Bach)
  • Schöne Ausstellung (ich gebe zu, ich bin eher von der Fraktion „schön“)
  • gutes – nicht selbstgekochtes – Essen mit gutem Wein
  • Sonne/Wärme
  • Zeit zu Malen und eine bestimmte Inspiration
  • Abend mit Freund*innen
  • Eine Step-Aerobic-Stunde mit guter Musik und einer Choreografie bei der ich mitkomme
  • Canard Duchêne Rosé
  • Tanzen (und Singen) zur Lieblingsmusik

Was sind eure Genussfaktoren?

Das nächste Mal erzähle ich euch von sich öffnenden Türen. Bleibts gsund!

Fantastische Suppe für die letzten Zuckungen des Winters

Fantastische Suppe für die letzten Zuckungen des Winters

Diese Udon Suppe mit Tee-Eiern von Starkoch Paul Ivic müsst ihr probieren. Die ist so herrlich aromatisch, der werde ich auch im Sommer nicht widerstehen können…

kardamom, sternanis, fenchel

Zutaten für 4 Portionen

4 Eier
500ml Grüntee (kann man sich auch sparen, ist aber ein tolles Geschmackserlebnis!)
150g Pilze gemischt
1 rote Zwiebel
2 Stängel Zitronengras
4 EL Sesamöl
4 Kardamomkapseln
2 Sternanis
1 TL Pfefferkörner
1 EL (helle) Misopaste (gibt´s im Asialaden)
1,5 l Gemüsefond (im Originalrezept steht 1l, aber ich esse gern am nächsten Tag auch noch davon, ist dann noch intensiver)
4 EL leichte Sojasauce
150 g Chinakohl
2 Pak Choi (gibt´s neuerdings auch beim Billa)
4 dünne Scheiben Ingwer
200 g Udon Nudeln (ich nehme gerne Konjak-Nudeln, die eignen sich super und haben fast gar keine Kalorien)
1 Handvoll frischer Korianderblätter
1 Handvoll Sojasprossen

Zubereitung

Für die Tee-Eier, die Eier 7 Minuten sprudelnd kochen. Sofort kalt abschrecken und in der Schale im lauwarmen Tee mindestens 4 h, besser noch über Nacht, einlegen.

Pilze je nach Größe halbieren oder vierteln. Zwiebel schälen und in Streifen schneiden. Zitronengras in Ringerl schneiden und im Mörser zerquetschen.

Sesamöl in einem halbwegs großen Topf erhitzen, Pilze, Zwiebel anbraten. Kardamom, Sternanis, Pfeffer hinzugeben und bei niedriger Hitze dünsten, bis die Gewürze zu duften beginnen. Zitronengras (ich geb das immer in ein Teesieb, weil ich die Futzeln in der Suppe nicht mag) und Miso unterrühren. Gemüsefond und Sojasauce angießen und aufkochen. Suppe bei geinger Hitze ca. 20 Minuten einkochen.

Chinakohl und Pak Choi halbieren, beides gemeinsam mit dem Ingwer in die Suppe geben und 5 Minuten köcheln lassen.

Udon-Nudeln lt. Anleitung garen und mit den geschälten, halbierten Tee-Eiern in die Suppenteller geben und servieren.

Quelle: Paul Ivic, Vegetarische Winterküche, Brandstätter Verlag




Clara Maria Bagus, Die Farbe des Glücks

Clara Maria Bagus, Die Farbe des Glücks

Da ich zurzeit eine Ausbildung in Positiver Psychologie mache, ist mich der Titel gleich angesprungen. Ein schönes Cover und die prominenten Fürsprecherinnen wie Markus Lanz („Die großen Themen des Lebens – verdichtet zu einem sprachlich überwältigenden Werk.“), Nele Neuhaus („Clara Maria Bagus beherrscht die Kunst des heilenden Erzählens.“) oder der Werber Jean Remy von Matt („Ein wunderbarer Roman […] großartig komponiert, voller Weisheit, Emotionalität und Zuversicht.“) machten es praktisch unmöglich, das Buch nicht zu kaufen.

Ja, mhm. Ich bin ein bisschen überwältigt von der Geschichte. Würde ich nicht ausschließlich im Liegen lesen, sie hätte mich umgehauen. Sie ist quasi der Weisheit letzter Schluss. Die Bibel der Menschlichkeit, der Kanon der Moral. Wer Fragen zum Leben hat: Hier sind die Antworten. Alle. Und dann ist sie auch noch schön geschrieben, vielleicht doch ein bisschen konstruiert, um alle Botschaften unterzubringen, aber flüssig zu lesen.

Die letzten 20 Seiten habe ich nicht mehr geschafft. Nachdem ich erst vor ein paar Monaten meinen Vater verloren habe, war mir der Abschnitt über „wie aus dem Tod Neues enststehen kann“ too much.

Die Farbe von Glück muss man als Ratgeber lesen. Häppchenweise zu sich nehmen. Verdauen, Nährstoffe speichern. Ruhen. Nächstes Häppchen.

Vielleicht hätte ich auf diese Weise Die Farbe von Glück mehr genießen können.

Buchtitel die Farbe des Glücks
Clara Maria Bagus
Die Farbe von Glück
352 Seiten
Piper Verlag
978349205995

Erste Sätze

Menschen unterscheiden sich in ihren Träumen. In ihren Hoffnungen sind sie alle gleich.

PS: Im Übrigen bin ich der Ansicht, dass man Bücher nicht bei Amazon kaufen darf.

Must-Hear: Cornelius Obonya liest die Emmerich-Krimis von Alex Beer

Must-Hear: Cornelius Obonya liest die Emmerich-Krimis von Alex Beer

Ich bin ja ein großer Hörbuch-Fan. Mittelmäßige Geschichten können — vom richtigen Menschen gelesen — zu großem Hörgenuss werden. Umgekehrt kann einem eine furchtbare Stimme jedes noch so große Werk vergällen.

Bei der August-Emmerich-Krimiserie stimmt jedoch alles: Burg-Schauspieler Cornelius Obonya lässt ein Panakustikum entstehen, dass man glaubt mindestens 10 verschiedene Schauspieler*innen (sic!) hätten die Geschichte eingesprochen! Seine Bandbreite ist phänomenal, er hat die ganze Dialektvielfalt der untergegangenen Monarchie drauf! Sogar Frauenrollen wirken bei ihm nicht aufgesetzt. Er lässt glaubwürdige Charaktere entstehen und hält sie bis zu ihrem Lebensende kongruent durch — wenn es die Schöpferin zulässt, bis zum dritten Band!

A propos authentisch: Die Autorin Alex Beer erschafft eine ganz dichte, lebensechte Atmosphäre. Zusammen mit Obonyas „Übersetzung“ befindet man sich mittendrin im vom ersten Weltkrieg verheerten Wien. Man hungert mit den vielen Hoffnungslosen, leidet mit den Kranken, friert mit den Zerlumpten.

Wunderbar facettenreich sind die Protagonist*innen. Schwarz und weiß sind nie klar von einander zu unterscheiden. Und Gesetz bedeutet nicht nicht immer Gerechtigkeit, Emmerich allerdings weiß wofür er eintritt.

Der Kommissar mit dem Granatsplitter im Bein ist auch eine sehr ambivalente Person. Beinahe immer grantig aber herzensgut, mitfühlend, ist er doch selbst ein gepeinigter.

Ein toller Charakter ist auch sein Assistent Winter. Das enteignete, schmächtige Aristokratensöhnchen, das nur langsam mit seinen Aufgaben wächst und dennoch für seine Prinzipien einsteht (und einsteckt ;-).

Wenn dann der Pülcher bei der Endstation vom 49er am Gasthaus Prilisauer vorbei, durch den Ferdinand-Wolf-Park, über die Bräuhausbrücke den Wienfluss überquert, um anschließend im Lainzer Tiergarten zu verschwinden, bin ich als Penzingerin mittendrin in der Geschichte vom Zweiten Reiter! Grandios!

Bisher sind drei August-Emmerich-Krimis erschienen.

Bitte unbedingt noch mehr vom Duo Beer+Obonya!