1 Quiche-Teig 125g Magertopfen ca. 500g Grüner Spargel ca. 200-300g anderes Gemüse (ich habe Champignons, restlichen Zucchini und 1 roten Paprika genommen) 1 Knoblauchzehe 3 Eier 150g Frischkäse 1 kleine rote Zwiebel (40 Speck) frische Kräuter nach Belieben 2 TL Olivenöl 2 EL Cottage Cheese
Zubereitung
(Speck) und Zwiebel in kleine Würfel schneiden, in Öl anbraten. Vom Spargel die Enden abschneiden, bei Bedarf schälen, in ca. 2cm lange Stücke schneiden. Restliches Gemüse putzen und zerteilen. Nach und nach – je nach Garzeit – zu Speck-Zwiebelmischung hinzufügen und anbraten. Kräuter (ich hab ein paar Zweige frischen Thymian genommen) dazu. Beiseitestellen und ein wenig auskühlen lassen.
Eier mit Topfen, Frischkäse, gepresstem Knoblauch, Salz und Pfeffer gut verrühren.
Quicheform befetten, Teig einbreiten. Gemüse drauf verteilen. Mit Eier-Topfen-Mischung übergießen.
Bei 200 Grad Ober/Unterhitze ca. 35-40 Minuten backen bis die Quiche eine schöne braune Färbung angenommen hat.
Zum Schluss Cottage Cheese drauf verteilen. Herrlich mit grünem Salat!
Ich liebe dieses Buch! Eigentlich wollte ich euch ja schon viel eher davon erzählen, dann kam das Leben (und einige andere, lang nicht so gute Bücher) dazwischen. Aber heute höre ich Lukas Matzinger im Falter Literatur-Podcast darüber sprechen und da überkommt mich gleich wieder diese Begeisterung. Schon schreibe ich diesen Beitrag.
34.000 Kilometer in einem VW-Bus, Baujahr 1983. Richtung Osten durch und tief hinein in all jene Länder, die wir nur aus den Medien kennen. Und ehrlich gesagt auch nie näher kennenlernen wollen (bzw. können): Türkei (ginge ja noch), Iran, Pakistan, Tadschikistan, China, Kirgistan, Usbekistan, Kasachstan, Georgien…
Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, der Fotografin Olivia Wimmer, macht sich der Falter-Journalist Matzinger ein Jahr lang auf diesen – durchaus beschwerlichen – Weg. Zurück bringt er uns ein Buch, das mit einem normalen Reisebericht glücklicherweise nur sehr wenig zu tun hat. Matzinger erzählt schon auch von der Reise, doch sein Fokus liegt auf der Begegnung mit den Menschen, die sie kennenlernen. Teilweise Pannen-und/oder Bürokratie-bedingt halten sich Matzinger und Wimmer oft auch (zu) lange in einem Land auf – im Iran verbringen sie zum Beispiel mehrere Wochen.
Matzinger schreibt mit viel Gefühl, Sprachwitz, Ironie und dennoch völlig unverklärt.
„Theoretisch wäre Kirgisistan ein muslimisches Land, praktisch sind die Supermarktregale für Schnaps reserviert. Imam bei Tag. Iwan bei Nacht.“
Die mutigen Reisenden – ich hab mich schon beim Lesen manchmal gefürchtet – vertrauen nicht Gott (herrlich die Bettrachtungen zum allgegenwärtigen Ausdruck „Inshallah!“) sondern ihrem Bauchgefühl und manchmal der Kalaschnikow (allerdings nicht ihrer). Sie hätten sich selten gefürchtet, sagte Matzinger im Podcast. Wiewohl er seiner Freundin dann doch übelnimmt, dass diese ausgerechnet beim Abendessen mit einem islamischen Fundamentalisten über die Irrwege des Korans diskutieren muss…
Kritik wird angebracht
Matzingers und Wimmers Erlebnisse tragen sich zwischen intellektueller Distanz und großer Herzlichkeit zu. Wie elend auch immer das politisch/religiöse System und dessen beklagenswerten Hervorbringungen, immer gibt es Menschen, die bereit sind, zu helfen, zu teilen, gemeinsam zu feiern (und zu trinken.) Unbedingt lesenswert das Kapitel „Männer, die um Ziegen streiten.“
Oder ihr cooler Umgang mit der doch sehr verbreiteten Korruption hat mich Auslandsschisserin sehr beeindruckt. (Möglicherweise liegt das auch an der orient-erfahrenen Olivia, die dem Grenzsoldaten, der sie zu erpressen versucht, einfach die kalte Schulter zeigt!😱) Humor ist erst im Nachhinein angebracht.
„Das ergibt sich aus der alten Faustformel: je korrupter ein Saat, desto schlechter seine Straßen. (…) Korruption geht auf die Stoßdämpfer, mit etwas Glück hat der Cousin des Verkehrsministers eine Ersatzteilfabrik.“
Kulinarisch durchwachsen
Das kulinarische Erlebnis ist – bei 34.000 Kilometern nicht anders zu erwarten – divers. Uigurisch wird nicht mehr zu Matzingers Lieblingsküche:
In unserer Menüfolge verstimmt mich jeder Gang mehr als der vorherige. Die uigurische Küche vereint, was ich am meisten hasse: Schaf essen, scharf esse und Seife esse, die andere Koriander nennen. Der Schafgerichten eigene Grat zwischen „schmeckt wie bei Oma“ und „schmeckt wie bei Oma unterm Arm“ ist überschritten.
Gelassenheit als Lektion
Nach elf Monaten auf – teilweise auch unter – Achse hat Matzinger Erstaunliches über sich gelernt:
„Ich bin ergriffen von dem bequemen Leben, das mich vor einem Jahr ermüdet hatte. (…) Wir unternahmen diese Reise ja nicht, weil es leicht war. Sondern weil wir dachten, dass es leichter wäre. Wir erhofften uns etwas davon, dieses Behagen abzustreifen, Ansprüche loszuwerden und fremdem Leben nachzuspüren. Aber immer wieder führten uns die Wege Grenzen vor Augen. Diese kleinen körperlichen, geistigen und moralischen Linien, an denen wir uns selbst kennenlernen. Ich verstand, was ich brauche, an dem, was ich vermisste. Winzige Dinge wie Schnittlauchbrote, wesentliche wie Frauenrechte.“
Lukas Matzinger, Olivia Wimmer Ohne Kalaschnikow schlaf ich schlecht Zsolnay Verlag Hardcover, 306 Seiten ISBN 978 3-552-07525-2
Danke
Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei den beiden bedanken. Nicht nur, weil sie mir wunderbare Momente mit ihrem Buch geschenkt haben, sondern weil sie diese Reise überhaupt unternommen haben. Ich hätte sie nicht machen wollen und will das nun schon gar nicht mehr. Dennoch ist es interessant, jene Länder aus einer persönlichen, selbst nachvollziehbaren, Perspektive zu erleben.
Wer darüber nachdenkt, etwas Ähnliches zu tun, sollte bedenken, dass sich erstens seit Erscheinen des Buches leider viel zum Schlechten verändert hat (Stichwort: Straße von Hormus), zweitens Olivia Wimmer Arabisch spricht und drittens Lukas Matzinger auf rudimentäre Russischkenntnisse zurückgreifen kann. Zudem kann Matzinger hochprozentigen Alkohol vielleicht nicht gut vertragen aber zumindest zu sich nehmen. Das schweißt in alkoholisch-patriarchalen Gesellschaften zusammen. (Noch eine weiterer Grund, warum das nichts für mich wäre. Daher nochmal: Danke!
Erster Satz
Um 8:40 ist Frühstück, um 12.40 Mittagessen, und wenn es dämmert, Abendbrot.
Zwiebel und Knoblauch in einer Pfanne glasig schmurgeln. Champignons dazugeben bis sie weich sind. Kreuzkümmel hinzufügen kurz mitrösten. Zur Seite stellen.
Haferflocken im Blitzmixer zu einem groben Mehl vermahlen. Dann mit Linsen und Zwiebel-Champignons, Petersilie, Sojasauce, Salz und Pfeffer ebenfalls im Blitzmixer oder der Küchenmaschine zerhacken, aber nicht zu fein. Kurz ruhen lassen (oder über Nacht im Eiskasten ruhen lassen). Danach mit feuchten Händen (oder einem Eiskugelausstecher) kleine Bällchen formen und einzeln mit ein wenig Öl bestreichen.
Backofen: auf 175 C vorheizen, Backblech mit Backpapier auslegen. 25-30 Minuten backen, nach der Hälfte der Zeit wenden.
Airfryer: auf 180 C vorheizen. bepinselte Bällchen nebeneinander legen, 25-30 Minuten fryen, bis die Bällchen schön knusprig sind. Zwischendurch immer mal wieder schütteln.
Ich habe dazu echtes Kartoffelpurée (mit Hafermilch und Margarine) und gemacht und mit Preiselbeeren serviert.
Die Sauce, die im Kochbuch steht, empfehle ich euch nicht, die hat uns gar nicht geschmeckt 🙈
Das Originalrezept stammt aus dem Kochbuch „Vegan Soulfood“ von Bianca Zapatka.
Ursprünglich habe ich mich gegen den Kauf des Buches gesträubt. Ich dachte: Noch so jemand, die die Feminismus-Bewegung spalten will. Gut, dass ich es dennoch gekauft habe. Denn „Toxische Weiblichkeit“ macht genau das Gegenteil. Sophia Fritz untersucht schonungslos und aus sehr persönlicher Perspektive, wieviel Patriarchat in uns Frauen* steckt. Damit erklärt sie einerseits, warum es so vielen Frauen schwer fällt, sich mit feministischen Interessen zu identifizieren. Andererseits zeigt sie den möglichen Gewinn, den wir Frauen* (bzw. die Gesellschaft) aus der Auseinandersetzung mit unseren patriarchalen Anteilen (und deren Überwindung) ziehen könn(t)en.
„Es geht um Verhaltensmuster, die uns von wirklichem Vertrauen und echter Solidarität abhalten.“
Toxische Weiblichkeit ist nicht nur ein sehr gescheites Buch, sondern auch sehr gut zu lesen. (Vorsicht, es kann sein, dass frau vor lauter Nicken Nackenverspannungen bekommt 😉 ) Das liegt vor allem an der persönlichen Herangehensweise von Sophia Fritz. Die Prototypen, die sie herausarbeitet, diagnostiziert sie anhand ihrer eigenen „Ent-wicklung“. Sie zeigt aber auch, welche Ressourcen diese, an sich (selbst-)schädigenden, Verhaltensweisen bereithalten.
Wer einen Glimpse in das Buch machen will, dem empfehle ich das Interview von Sophia Fritz in der taz.
Toxische Weiblichkeit ist ein kluges, ungemein reflektiertes Buch, das Mann* wie Frau* viel Spiegel vorhält und ein großes Entwicklungspotenzial bietet. Bitte lesen!
Sophia Fritz Toxische Weiblichkeit Hanser Verlag Hardcover, 192 Seiten ISBN 978 3-446-2795-5
Erster Satz
Die ersten sechzehn Jahre bin ich hinter einer Lärmschutzwand aufgewachsen.
Viel Arbeit, die sich aber richtig lohnt! nach einem Rezept von https://www.eatbetter.de, leicht abgewandelt und „vereinfacht“.
Zutaten
großer Weißkraut-Kopf 200g Naturreis (ich hab Basmati genommen, war zu ungeduldig) 300 ml Gemüsebrühe
1 Funghi Pad von Hermann bio 1 große Zwiebel 2 Karotten 200 g Champignons 1 Bd. Petersilie 20 g Parmesan 20 g Bergkäse oder anderer würziger Käse zum Gratinieren 2 Eier Salz, Pfeffer
Zubereitung
Weißkraut putzen, waschen und die Blätter vorsichtig (!) vom Strunk lösen. (Das geht am besten wenn man den Strunk zitzerlweise abschneidet.) Einen weiten Topf mit Salzwasser aufsetzen, Wasser zum Kochen bringen und die Kraut-Blätter etwa 5 Minuten blanchieren. Anschließend in kaltem Wasser abschrecken. 8 besonders große Blätter zum Füllen beiseitelegen, den Rest aufheben und morgen kalt knabbern oder für die Sauce verwenden (siehe Originalrezept im Link ganz unten). Reis garkochen und würzen. Parmesan reiben.
Restliches Gemüse schälen und fein würfeln. Funghi-Pad ebenso. Champignons in Schieben schneiden und einmal mittig durch (fallen eh zusammen). Petersilie waschen, trockenschütteln und fein hacken. In einer Pfanne Zwiebel, Knoblauch anschmoren, dann Funghi-Pad und Karotten dazu. Zum Schluss die Champignons hinzufügen und alles ordentlich schmurgeln. (Ich mags, wenn die Karotten noch ein wenig Biss haben). Würzen, vom Herd nehmen, auskühlen lassen.
Reis und Gemüsemischung mit Ei und Parmesan vermengen. Petersilie dazu. Nochmal abschmecken.
Krautblätter einzeln zwischen zwei Küchenrolleblättern trocknen, falls Strunk noch hart, rausschneiden (das geht mit einer Schere gut ;-). Füllung drauf, Blätter einrollen, Seiten einschlagen und in eine leicht gefettete Auflaufform. Ich habe die so nebeneinander ge“quetscht“, dass sie nicht aufgehen können, daher musste ich sie nicht zusammenbinden oder mit Zahnstochern zusammenhalten.
Krautrouladen mit Gemüsesuppe übergießen, mit Gratinierkäse bestreuen und für 15 Minuten ins Backrohr. Da alles ohnedies schon durch ist, geht´s nur darum, sie ein bisschen zu bräunen.
Jeder gute Plan beginnt mit einer Änderung. So auch unsere Route nach Sardinien.
Statt über den Westen mit einem Golfintermezzo in Westendorf zwingt uns die Wettervorhersage Richtung Süden. Egal. Wir sind flexibel. Also geht´s auf zum unserem Lieblingscampingplatz in Österreich, dem Ilsenhof am Turnersee. (Psst! Nicht weitersagen, sollte ein Geheimtipp bleiben!)
Nach einer Runde bei herrlichsten Spätsommerwetter am GC KLopeinersee ersuchen wir die Locals um einen Tipp, wo man was Gutes zu essen bekäme. Die junge Frau, die wir fragen, ist eine echte Feinschmeckerin bzw. hält sie nicht viel von der lokalen Gastronomie. Wenn sie essen gehen wolle, fahre sie entweder nach Graz oder nach Wien !!! Das erscheint uns nun doch übertrieben…
Wir landen schließlich bei „Poldi“, einer Art Strandcafé und begnügen uns mit Chicken Wings mit Pommes und eine Poldi-Burger. Nach 18 Loch mit Taschetragen geht’s mehr um „überhaupt was“ als ums „besonders gut“.
Poldi: Hunger ist der beste Koch.
Im Dunkeln suchen wir unseren Stellplatz bei der Ilse. Die Nacht ist ruhig und wir schlafen herrlich. Am Morgen schauen wir aus unserem kleinen Fenster direkt auf den See.
Herrliche Aussicht aus dem „Schlafzimmerfenster“
Ganz alleine, daher auch nackig, schwimme ich das Seeufer entlang. Könnte auch in Kanada oder in einer sonstigen Einsamkeit sein. Der Turnersee gehört alleine mir – wie herrlich! Neben mir springt ein riesiger Karpfen nach einem Insekt. (Ich wusste gar nicht, dass die so behende sind!) Die Berge ringsum sind wolkenverhangen. Das Wasser hat immer noch angenehme 22 Grad, die Luft allerdings nur 14.
Mit unseren Kaffeebechern sitzen wir – ganz pensionistinnenlike – am Bankerl am Ufer und können beobachten, wie der Regen Meter um Meter näherkommt. Als er uns schließlich erreicht, flüchten wir in den Van.
Bisschen zu spät: Der Mann ist komplett durchnässt, als er uns vom Strom abgehängt und alles abfahrbereit gemacht hat. Nässe macht sich im WoMo übrigens nicht so super. Wenig bis kein Platz um Gewand, Handtücher oder sonstiges, was größer ist als ein Geschirrtuch ist, aufzuhängen.
Über Nacht bei Super Mario
Unser nächster Stopp: Irgendwo im Nirgendwo. In Trebaseleghe (kennen wahrscheinlich nur eingefleischte Radfahrer:innen) empfängt uns Super Mario (Nintendo, remember?). ER und seine Frau Alessia betreiben einen Radlertreff entlang einer bekannten (mir nicht) Fahrradroute. Wir dürfen gratis unser WoMo unter deren Bäumen parken. Dafür nehmen wir eine Jause. Sehr fein und alles organisiert mit der sehr empfehlenswerten App „Agricamper“. Diese App führt uns zu Plätzen, wo wir gratis stehen können. Die Stellplatzbesitzer:innen erhoffen sich dadurch ein bisschen Umsatz mit ihren Produkten. In Österreich heißt diese App Schau aufs Land und in Frankreich France Passion.
Nach einer Sturmwarnung sind wir auf offenes Gelände geflüchtet.
Im Behandlungszimmer des Radiologen hängt frontal zum Behandlungsbett ein Frauenakt. Die Kohlezeichnung zeigt einen perfekt proportionierten weiblichen Torso. Die Brüste sind aus dem wünsch-dir-was-Katalog des Schönheitschirurgen: Körbchengröße C, Nippel, die gerade noch nicht nach oben zeigen. Eine Taille, die mit zwei Männerhänden um(was so ein zusätzliches Füßchen an einem Buchstaben ausmacht!)fassbar ist. Das Becken einladend, ohne ins Ausladene zu tendieren. Der Schatten suggeriert einen konkaven Bauch, der Nabel nur hingehaucht. Die Beckenknochen treten deutlich hervor. Die Scham macht ihrem Namen Ehre und ist nur sehr leicht behaart. Die Schenkel im Gehen begriffen und daher versetzt, sodass sich die Gelegenheit, die lippenlose Vulva anzudeuten, nicht vermeiden ließ.
Was macht so ein Bild mit jenen Frauen – und hier liegen nahezu ausschließlich Frauen, handelt es sich doch um den Raum, wo der Mammograph – aka Brustpresse – steht, die hier liegen und gar nicht anders können, als dieses Bild anzustarren?
Wir haben keine Brüste, die waagrecht wegstehen. Wir haben keinen konkaven Bauch. Wir haben keine herausragende Beckenknochen (naja ok, vielleicht schon im Liegen). Unser Nabel ist gut sichtbar – wenn nicht durch Schwangerschaften sogar prominent. Die Männerhände, die unsere Taille umfassen könnten, gibt’s nur im Comic.
Aber vor allem anderen: Wir haben einen Kopf!
Und genau das ist das Problem. Desjenigen, der diese Zeichnung angefertigt und genau hier platziert hat.
Für den Teig 500g Topfen (Quark) 20% 60g weiche Butter 1 Ei, 1 Dotter Abrieb von 1 Bio-Zitrone 150g Mehl Prise Salz 16 gute Marillen
Für die Butterbrösel 300g Brösel 200g Butter nach Belieben noch 100g geriebene Mandeln (nicht im Originalrezept) Zucker nach Belieben
Zubereitung
Für den Topfenteig 500 Gramm Topfen in die Mitte eines sauberen, geruchsneutralen Geschirrtuchs geben, die Seiten über dem Topfen zusammenfassen und über der Abwasch immer fester zusammendrehen, bis Molke austritt. Es sollten circa 400 Gramm Topfen übrigbleiben. (Dieser Schritt ist wichtig, weil der Teig dadurch die richtige Konsistenz bekommt. Mit zu feuchtem Topfen wird er speckigschwer und schlecht zu verarbeiten.)
In einer Rührschüssel weiche Butter mit Salz und Zitronenabrieb mit den Rührbesen des Mixers verrühren, Ei und Dotter einrühren (wird nicht homogen, egal).
Mehl und ausgedrückten Topfen dazugeben. Einmixen. Die bröckelige Masse mit einem Gummihund oder der Hand in der Schüssel zu einer Kugel formen. Zugedeckt 1-2h Stunden (oder ein paar Stunden länger) im Kühlschrank rasten lassen.
Für die Knödel in einem großen, weiten Topf Wasser zum Kochen bringen, schmeckbar salzen. Marillen waschen und trockentupfen oder erst jetzt aus dem Tiefkühler nehmen (nicht auftauen lassen!).
Ein bemehltes Tablett bereithalten. Hälfte vom Teig (andere Hälfte wieder kühlen) auf der bemehlten Arbeitsfläche mit bemehlten Händen zu einer dicken Rolle formen (nicht kneten), in acht gleich große Stücke schneiden.
Stücke flachdrücken, je eine Marille daraufsetzen und den Teig mehr über die Marille schieben als ziehen und gründlich verschließen. Zwischen bemehlten Händen nahtlos rund rollen. Auf dem Tablett mit etwas Abstand absetzen. Einzeln direkt über der Wasseroberfläche ins kochende Salzwasser einlegen.
Mit einem Holzkochlöffel(stiel) vorsichtig vom Boden lösen. Auf kleine bis mittlere Flamme zurückdrehen, das Wasser soll nur leicht wallen. Zwölf bis 15 Minuten (je nach Marillengröße) offen köcheln.
Währenddessen restliche Knödel formen und die Brösel bei Bedarf auf kleiner Flamme erwärmen. Knödel mit einem Lochschöpfer aus dem Wasser heben, gut abtropfen lassen und vorsichtig in die Brösel setzen. Mit zwei Holzspateln (nicht mit scharfkantigem Werkzeug) in den Bröseln rollen.
Anmerkungen
Die beiden „Gamechanger“, die die Knödel Zubereitung wirklich einfach machen sind das Ausdrücken des Topfens und das Kühlen des Teiges! Ich gebe keinen Würfelzucker in die Marillen, da die Früchte im Urzustand viel leichter zu verarbeiten sind und ich gerne jedem selbst überlasse, wie süß er/sie die Früchte haben will.
Jedenfalls ein Traumgericht! Das Rezept stammt von übrigens Plachutta/Wagner.
Isabella Straub ist eine ehemalige Schulkollegin. Ich liebe ihre humorvollen Facebook-Kommentare, die immer gespickt sind mit (mehr oder weniger) subtilen Grammatik- oder Rechtschreibhinweisen. Und nun gibt es für uns Sprachfreaks gleich einen ganzen Roman 🙂
Die (manchmal zu?) kunstvolle Verstrickung der Schicksale der Protagonistin und Protagonisten der „Nullzone“ ist teilweise (sehr) lustig, teilweise aber auch ernst. Es geht um die Folgen von Gentrifizierung, Working Poor, Migrationsbiografien und transgenerationale Traumata.
In der „Nullzone“ – dem fashionable Neubauprojekt am Stadtrand – begegnen sich der Zukunftsforscher (sic!) Gabor Sperling, der Botenfahrer Rachid und die Hausmeisterin Elfi Hrbala. Jeder von ihnen eine Lieblingszeit: Jene des Zukunftsforschers Sperling ist – no na – das Futurum Exaktum. „In neunzig Tagen werde ich ein anderer Mensch geworden sein.“ Die Hausmeisterin bevorzugt die Gegenwart. Rachid wiederum „mag die Vergangenheit, wenn sie lange vorbei ist, sagen wir: hundertfünfzig Millionen Jahre. (…) Was er nicht leiden kann: die nahe Vergangenheit, vor allem, wenn Daria darin vorkommt.“
Als Sprachliebhaberin verleiht Isabella Straub ihren AkteurInnen einen ganz individuellen Sound. Ob der gelungen ist – z.B. bei Rachid – kann ich nicht beurteilen, weil mir zu fern. Aber ich fand ihn glaubwürdig. (Vielleicht ist es aber nur ein Slang, von dem wir glauben, dass Menschen wie Rachid sich so ausdrücken…)
„Bruder, sag, wann bin ich wieder frei?“ (Capital Bra, Anm.) Darüber muss Rachid nachdenken. Echt jetzt? Bitte das will einfach nicht in seinen Kopf. Einer, der alle Weiber haben kann, also wirklich alle, und dann jammert der herum? Wie lost kann man sein? Das Nachdenken macht Rachid ganz wund im Kopf. In letzter Zeit hat er übelst Probleme sich zu konzentrieren. Kein Wunder, kommt ja immer was dazwischen. Zum Beispiel ein Pling vom Handy.“
Wunderschöne Sprachbilder
Die Figur des Gabor Sperling eignet sich hervorragend, um große Metaphern wie diese unterzubringen: „Wir alle baden im Fluss der Zeit, aber jede Sprache entwickelt ihre eigenen Schwimmbewegungen und drückt damit ihre Haltung zur Welt aus.“
Wirklich lustig
Wer vorzugsweise an öffentlichen Plätzen liest, sollte sich darauf gefasst machen, von Mitmenschen komisch angeschaut zu werden. Ich musste oft richtig laut auflachen. Und das ist man in der Wiener U-Bahn nun wirklich nicht gewohnt!
Sie treffen sich im Antalya Palace. Dort sind die Kebaps groß wie Felgen und schmecken leider auch so, mit viel Dönersoße kriegt man die aber runtergewürgt. Zum Scheißen reicht´s.
Isabella Straub hat einen raffinierten Sprachwitz. Wer ihr auf Social Media folgt, kennt schon die eine oder andere Wortschöpfung. Hier noch so eine Perle:
Solange ihm noch keine Diagnose übermittelt wurde, ist er zugleich gesund und krank. Für diesen Zustand muss dringend ein Wort erfunden werde: Frau Doktor, ich bin krund. Ich bin gesank. Ich bin krand.“
Ich spreche für Nullzone eine absolute Leseempfehlung aus. Es ist eine surreale Geschichte, die ernste Themen humorvoll verhandelt. Menschen, die Sprache als starres Konstrukt sehen, sollten davon Abstand nehmen. SpielerInnentypen hingegen werden ihre Freude daran haben.
Ein vorzüglicher Snack, der instant-gute-Laune macht.
Nach „Barbara ist nicht tot“ ein weiterer, heiterer (ha!) kleiner Roman von Alina Bronsky. In in paar Stunden gelesen, Mundwinkel-Gymnastik garantiert 😉 Und das noch dazu mit schweren Themen wie Mobbing, Autismus, Klassismus und Mathematik. Aber Alina Bronsky beherrscht die liebevolle Satire. Ihre schrägen Figuren, voller Macken, Ausfallserscheinungen und abscheulicher Ansichten, haben immer etwas, wofür wir sie dann doch ins Herz schließen müssen.
Mathematik-Snobismus oder Don´t judge a book by it´s cover!
Wenn das teilleistungsbegabte Mathegenie auf die Ghetto-Mama trifft, entsteht zunächst totales Unverständnis: Nicht möglich, dass so jemand dieselben intellektuellen Fähigkeiten haben sollte, wie der überförderte Spross einer adligen Familie. Das kann Gott – sofern es ihn gibt – nicht gewollt haben. Da muss ein Missverständnis vorliegen und Moni Kosinsky gehört doch in der Mensa hinter den Tresen statt davor. Aber die Mathematik schert sich nun mal wenig um die soziale Herkunft (was zu überprüfen wäre…).
Kann man verstehen, muss man nicht
Obwohl sich das Geschehen im Buch sehr häufig um Mathematik dreht, braucht die Leserin keine Kenntnisse, um sich dennoch wunderbar zu amüsieren. Wiewohl ich es schon sehr bewundernswert finde – ein Hoch auf das mathematisch begabte Lektorat! -, wie gekonnt die Autorin (aus meiner Sicht) hochkomplexe Inhalte einflicht.
Ja, ich gebe zu, manchmal wird´s ein bisserl zu wild, zu viel Jeniffer, Justin und Quentin und andere Klischees. Aber so großzügig und -herzig wie Alina Bronsky mit ihren Hauptfiguren umgeht, das können wir uns hier zum Vorbild nehmen und alle ins Herz schließen. Außer vielleicht Pit.
Hochmut und Fall – Demut und Aufstieg
Gute Menschen bleiben gute Menschen selbst wenn sie Gutmenschen genannt werden. Alina Bronsky erzählt die Geschichte von Freundschaften, die eigentlich so nicht vorgesehen sind. Aber vielleicht ist das ja auch nur eine mathematische Gleichung mit sehr vielen Unbekannten, die außer der Autorin noch niemand aufgestellt, geschweige denn gelöst hätte.
Ich fand Pi mal Daumen jedenfalls sehr unterhaltsam. Es hat mir zwei Nachmittage mit einem Lächeln und- teilweise sogar lautem Auflachen in der U-Bahn geschenkt. Danke dafür!
PS: Nein, das Buch hat mich nicht mit der Mathematik versöhnt, aber sie mir ein klein wenig sympathischer gemacht.
Alina Bronsky, Pi mal Daumen, Hardcover, 272 Seiten Verlag Kiepenheuer & Witsch ISBN 978 3 462 00425-0
Erster Satz
Als ich Moni Kosinsky zum ersten Mal sah, hielt ich sie wahlweise für eine Sekretärin oder für eine Kantinenfrau, die sich verlaufen hatte.
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