Robert Seethaler, Der Trafikant

Robert Seethaler, Der Trafikant

Nicht mehr neueste Ware, aber aktuell, da der Autor mit einigen Auszeichnungen versehen wurde – die wichtigste: Buchpreis der Wiener Wirtschaft. Nein, Spaß beiseite: Robert Seethalers Roman, Ein ganzes Leben, wurde für den Man Booker Prize nominiert. Der Man Booker International Prize gehört zu den renommiertesten internationalen Literaturpreisen.

Aber zurück zum Trafikanten. Eigentlich hab ich das Buch für meinen Kollegen und Freund Ronny gekauft, dessen Grafikstudio „Trafikant – Handel mit Gestaltung“ heißt. Als ich das Buch entdeckte, war es aber schon ein alter Hut (Erscheinungsjahr 2013) und  – natürlich – irgendwer war schneller: Ronny kannte es schon. Also kam es zu  mir zurück. Und jetzt ist es gelesen. Und es ist gut. Also ich jedenfalls mag es sehr. Es ist eine unaufgeregte Geschichte von einem jungen Mann, der vom Ausseer Land in die große Stadt kommt. Bei einem Verwandten, der eine Trafik führt, findet er Aufnahme. Nach und nach lernt er die große Welt aus den Zeitungen, die Vorlieben der Stammkunden, die Aromen der Zigarren und die Liebe kennen.

Ein Stammkunde, ein gewisser  Dr. Freud, interessiert Franz besonders, heißt es doch, der berühmte Doktor könne Menschen in Liebesdingen heilen. Und die Liebe macht Franz zu schaffen. Also beschließt er, den Professor um Rat zu fragen. Beharrlich verfolgt er Freud (Heute wäre Franz ein Stalker 😉 und schafft es, das Interesse des Psychoanalytikers zu wecken. Die unverfrorene Art des jungen Trafikanten  imponiert dem alten Herren. Immer wieder suchen sie das gemeinsame Gespräch.

Doch die Freundschaft währt nicht lange. Die Nationalsozialisten kommen an die Macht. Franz´ Onkel, der aufrechte Trafikant, der mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg hält, wird rasch ein Opfer der Gestapo.  Auch Freud muss Wien verlassen und schafft noch rechtzeitig die Flucht nach England. Nicht ohne noch ein letztes Mal mit seinem jungen Freund ein Gespräch über die Liebe zu führen.

Der Trafikant ist ein aufgeregtes, stilles Buch. Mit feinem Humor und viel G´spür. Andreas Platthaus, Literaturkritiker der FAZ schreibt: „Diese unerklärliche Leichtigkeit des Schreibens ist so wohltuend.“ Genauso habe ich das auch empfunden: Große Schicksale werden mit einer Leichtigkeit erzählt, die man sich selbst für seine Einstellung zum Leben wünschen würde!

Robert Seethaler
Der Trafikant
Klein & Aber Pocket
250 Seiten
978-3-0369-5909-2

 

Erster Satz: An einem Sonntag im Spätsommer des Jahres 1937 zog ein ungewöhnlich heftiges Gewitter über das Salzkammergut, das dem bislang eher ereignislos vor sich hin tröpfelnden Leben Franz Huchels eine ebenso jähe wie folgenschwere Wendung geben sollte.

Robert Misik präsentiert im HUB sein neues Buch Kaputtalismus

Robert Misik präsentiert im HUB sein neues Buch Kaputtalismus

Das wird jetzt keine Buchbesprechung. Ich habe das Buch noch nicht gelesen. Aber gestern präsentierte Robert Misik auf Einladung der Grünen Wirtschaft sein neues Buch im HUB. Ich mag ja Misik. Er ist einer der wenigen die so über Wirtschaft schreiben, dass ich Lust hab, das auch zu lesen. Und natürlich auch, weil Misik ein Linker ist, dem es nicht an Humor mangelt.

Der HUB ist voll. Und auf den ersten Blick würde man gar nicht glauben, dass es sich um eine „grüne“ Veranstaltung handelt. Gut, die Location und das Catering der Hollerei  lassen schon vermuten, dass sich hier weder rechte noch konservative Recken treffen. Aber lauter durchwegs gut angezogene Menschen, inkl. Volker Plass, dem Bundessprecher der Grünen Wirtschaft, der optisch auch voll als Rechnungshofspräsidentenaspirant durchgehen würde in seinem dunklen Anzug (was er spätestens in dem Moment zu bereuen beginnt, als er seinen Moderatorenplatz unter den Scheinwerfern einnimmt). Kein Vollbart unter den Männern! Viele Frauen sind da! Yes! (Bei der letzten Veranstaltung dieser Art, als es um Gewinne aus ethischen Investments ging, waren die Y-Chromosome viel zu spärlich vertreten.)

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Also es ist heiß. Volker Plass hat den Zeitpunkt, das Sakko auszuziehen, bereits verpasst, als Robert Misik beginnt, in kurzen Zügen den Inhalt seines Buches zu skizzieren.

„Die Weltfremdheit der Austeritätspolitik versteht sich von selbst.“ sagt er eingangs. Nun ja, innerhalb des HUBs sicher, aber außerhalb?!

Dann folgte irgendwas, was ich nicht verstehe und ich frage mich besorgt, ob die Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Event vielleicht war, das Buch bereits gelesen zu haben. Doch nein. Schnell wurde es wieder verständlich.

Misik möchte sein Buch nicht als Kapitalismuskritik verstanden wissen, sondern als Bestandsaufnahme, als Analyse dessen was bereits zu beobachten ist und worüber namhafte Ökonomen bereits publizieren. Dass es so nicht einfach weitergehen kann, sei uns (who is uns?) klar. (Den Entscheidungs-Eliten m.E. allerdings nicht.) Der Kapitalismus, der davon lebt, dass man zunächst Schulden macht, die man anschließend aus wachstumsgenerierten Gewinnen zurückzahlt, funktioniere nicht (mehr), wenn es kein Wachstum gibt. Und das gebe jetzt schon länger nicht mehr. /Und auch wenn die G7 in Tokio beschließen, „weltweites Wachstum zu fördern“, dann zeigt das nur, wie jämmerlich alternativenfrei auf supranationaler Ebene „gespint“ wird./

Die Symptome des Kaputtalismus sind laut Misik:

  1. niedriges Wachstum seit annähernd 40 Jahren
  2. explodierende Schulden aller Wirtschaftssubjekte (Staaten, private Haushalte, private Institutionen)
  3. dramatisches Wachstum der Ungleichheiten
  4. technologische Entwicklung, die kaum mehr Produktivitätsschübe mit sich bringt.
  5. bzw. Entkoppelung zwischen Produktivitätssteigerung, Wirtschaftswachstum und Beschäftigung (Beispiel USA)

Die Transformation werde kommen müssen. Die Frage ist nur: Kommt sie als Crash, als langsamer, schleichender Niedergang oder gestalten wir sie (und tragen so aktiv zu unserem Glück bei – wie das Wort „Glück“ im Untertitel gemeint ist)?

Misik glaubt nach wie vor an die Politik (oder will dran glauben?!). Zwar nicht an jene, die als attraktivstes Argument das kleinere Übel zu sein angibt, aber an eine neue Linke wie sie eventuell auch Herr Kern verkörpern könnte… Da bleibt Misik allerdings dann doch recht vage.

Auf die Frage, warum er den ökologischen Aspekt nahezu völlig außer Acht gelassen habe, antwortet der Autor: Dieser Aspekt eröffnet ein völlig anderes Terrain, das nicht Gegenstand dieses Buches war.

Interessanterweise wird an diesem Abend auch kaum über das Bedingungslose Grundeinkommen gesprochen. Auch wenn sich alle einig sind, dass in den nächsten wieviel-auch-immer Jahren ganz viele Jobs wegfallen werden. Der klassische Ruf der Linken nach besserer Bildung werde auch daran nichts Gravierendes zu ändern vermögen, wie Misik betont.

Ganz ohne einen Verweis auf Griechenland kommt der Abend natürlich nicht aus: In Griechenland herrsche bereits das Chaos. Die soziale Versorgung sei nicht mehr gewährleistet. Doch die Not mache nicht nur kaputt, sondern auch erfinderisch ( © Volker Plass). Sie bringe neue Formen des gemeinsamen,  Wirtschaftens hervor (peer-to-peer, „commonismen“) & sie ent-deckt (© ich) Solidariät.

Meine Standardfrage, die ich jedem postwachstumsanimierten Redner (hier kann ich mir das Gendern getrost sparen) in den letzten 6 Jahren gestellt habe, beantwortet auch Misik nicht. Vielleicht habt ja ihr eine Idee: Um den Gedanken nachzuvollziehen, dass es in einem endlichen System (Erde), kein unendliches Wachstum geben kann, braucht man keine überdurchschnittliche Begabung. Warum sehen dann alle, die ich für viel gscheiter als mich halte, immer noch Wachstum als seeligmachende Lösung an? Warum diskutieren wir – die total geheime Postwachstumssekte?! –  schon seit Jahren über alternative Szenarien, während die Weltöffentlichkeit geistig zurückgeblieben das Wachstumsmantra vor sich hin brabbelt. /Ich ernte Zwischenapplaus, was nichts an der Nichtbeantwortung der Frage ändert./

Das anschließende Buffet ist zu 100% nicht glutenfrei. Dies trübt meine Stimmung. Zur Postwachstumssekte gehört auch ein Esoteriker, der meint, wir müssen erst unser Menschenbild ändern, dann ergäbe sich der Rest von selbst.  Ich habe nicht ausreichend Alkohol zur Verfügung (Bier ist voller Gulten!), um das nachvollziehen zu wollen und ziehe mich in den Raucherhof zurück, wo ich mir das zweite Autogramm meines Lebens hole. Nicht ohne Robert – wir dürfen ihn duzen – darauf hinzuweisen, dass er der einzig noch lebende Mensch ist, von dem ich mir je ein Autogramm geholt habe. (Das erste stammte von Paul Watzlawick.) Das mache ihn verlegen, wie er sagt.

Warum lesen diese verdammten PolitikerInnen nicht solche Bücher und bringen zukunftsfähige Entwicklungen in Gang? Warum scheißen sich die vor dem Kapital so in die Hose? Die haben doch erstens eh schon ausgesorgt, und dann haben die doch auch  Kinder, die in einer lebenswerten Welt ihre Kinder großziehen möchten… Nein das habe ich nicht Robert nicht gefragt. Vielleicht steht das ja in seinem Buch. Das geh ich jetzt lesen…

Robert Misik Kaputtalismus – Wird der Kapitalismus sterben, und wenn ja, würde uns das glücklich machen aufbau Verlag, 2016, 224 Seiten

Zu bestellen zu Beispiel beim Buchkontor, der Buchhandlung hinter der Stadthalle, die ab einer Mindestbestellung von € 25,- gratis versendet.

Danke an Beate Hemmelmayer für die Fotos.

Topfendalken mit Erdbeeren oder so

Topfendalken mit Erdbeeren oder so

Topfendalken - leichtes Dessert mit vielen Kombinationsmöglichkieten

Zutaten für 4 bescheidene DesserteurInnen
2 Eier
40g Kristallzucker
1 Pkg. Vanillezucker
Schale von 1/2 Biozitrone
250g Topfen (20% Fett) = Quark für alle LeserInnen aus DE
150 Mehl glatt (geht auch gut mit glutenfreiem Mehl, ev. ein bisschen weniger nehmen ≈ 120g)
1 TL Backpulver
300g Erdbeeren
1 TL Erdbeermarmelade
Salz, Staubzucker, Öl

Zubereitung:
Für die Dalken Eier, Zucker, Vanillezucker, Zitronenschale und 1 Prise Salz verrühren. Topfen unterrühren. Mehl & Backpulver versieben und untermischen.

Rohr auf 80° Grad vorheizen. In einer Pfanne Öl erhitzen, einen großen Löffel Teig hineingeben, wenn die Dalken leicht gebräunt sind wenden, im Rohr warm halten.

Für die Erdbeersauce Erdbeeren putzen, pürieren und mit Marmelade vermischen. Einige Erdbeeren zur Deko aufheben.

Dalken mit Erdbeersauce anrichten und mit ganzen Früchten verzieren.

Schmeckt auch ausgezeichnet mit Holler- oder Marillenröster.

Aus: Gusto

Gelassen oder „Geh, lass´n!“?

Gelassen oder „Geh, lass´n!“?

In der Sprache der Mystiker bedeutet das Wort „gelassen“ gottergeben. So gesehen ist es kein Wunder, dass ich als Agnostikerin über diese Qualität nicht in dem Maße verfüge, dass für das Golfspiel noch ausreichend übrig wäre.

A propos Spiel: Neulich wollten mein Mann und ich eine Partie Scrabble spielen. Dreißig Minuten vorher begann ich mit Finger- und Handgelenksgymnastik. Darauf folgten 10 Minuten Gehirnjogging. Anschließend nahm ich den Duden zur Hand und prägte mir nochmal alle Wörter mit J, Y, und Q ein, die nicht mehr als 7 Buchstaben haben. Mit „J“ gibt es 141 Wörter, die das Regelwerk des ÖSV, (Österreichischer Scrabbelverein) zulässt. Kleiner Insidertipp: Jux, Jak (oder Yak) Jazz oder Jockey bringen einen tollen Score! Wenn sie eher intellektuell punkten wollen empfehle ich Ihnen „juvenil“ oder Juxta (= Kontrollstreifen an Lotterielosen) oder – Ass-quasi: Myxödem! Ich richtete meinen elektronischen Punktezähler her und freute mich schon, den nagelneuen „Buchstaben-im-Säckchen-Ertaster-Handschuh“ erstmals einzusetzen. Das Device ist zwar umstritten und bei internationalen Competitions verboten, aber im privaten Rahmen – warum nicht?! Ich war auch schon sehr gespannt, ob sich die zwei Trainingseinheiten, die ich mir letzte Woche mit meiner Proette  (meiner ehemaligen Deutschlehrerin) geleistet hatte, positiv auswirken würden. Kurz vor dem ersten Griff ins Säckchen schloss ich meine Augen, atmete drei Mal tief durch und visualisierte das Wort „Hydroxyd“ sowie das Feld „dreifacher Wortwert“. Doch ich merkte sogleich: Die Sterne stehen schlecht! Ich zog wohl ein H und ein Y, aber der Rest waren Bs und Ns, A. Mein erstes Wort kam nicht über 15 Punkte. Bereits nach dem vierten Wort war klar, das Spiel war zum Scheitern verurteilt. Wut stieg in mir auf und, als ich – trotz meines Handschuhs (€ 139,- bei Amazon) mein zweites „V“ und ein zweites „C“ (ohne „H“) zog, fegte ich das Brett vom Tisch! Die Buchstaben explodierten in den Raum, das Säckchen schoss ich nach, mein Kopf war purpurn und kaum mehr vom Weihnachtsstern zu unterscheiden. Verdammtes, elendes Drecksspiel!!!! Nie wieder!!!!

Nein. Das ist mir so noch nie passiert. Ich bin kein „Häferl“ wie man bei uns in Wien sagt, ich „geh nicht gleich in Saft“. Ich bin eine gute Verliererin: bei Mensch-Ärgere-dich-nicht, beim Tarockieren, beim Tischtennis (außer gegen meinen Sohn…). Ich lass mich – nur in wirklich ungerechten Situationen – eventuell zu akustisch auffallenden Emotionsäußerungen hinreißen. Aber mehr als „Geh bitte“, „des gibt´s ja net“ oder „so ein Schas“ entfleucht mir nie.  Nur beim Golf. Da ist es anders. Also nicht akustisch, aber innerlich. Da steigt schon vor jedem Schlag mein Puls (Pulsmesser-objektiviert), ganz ohne bergauf und Turnier. Schlechte Schläge (Was sind schon schlechte Schläge?) fächeln einen aktiven Vulkan an, der irgendwo in der Magengegend vor sich hin brodelt. Manchmal braucht es mehr Zunder, manchmal weniger. Doch wenn das seismische Ereignis erst einmal in Gang gesetzt ist, gibt es kaum mehr ein Zurück. Es hilft dann bloß noch die gute Erziehung, die in Anwesenheit fremder MitspielerInnen äußerliche Contenance gebietet. Der Tag ist versaut. Nur noch ein Birdie auf der 8 kann ihn noch retten. Aber leider! Mit HCP – 26 ist die Statistik diesbezüglich dein Feind.

Sie sehen, Gelassenheit ist meine Stärke nicht. Ich übe: Ich meditiere (30 Tages-Paket: „Work toward a more balanced mind, recognize calmness and become less reactive, even in tough situations.“), ich lese („Wie Sie Ihre Hirnwichserei abstellen und stattdessen das Leben genießen“). Ich versuche mich über die gelungenen Schläge zu freuen und alle anderen (geistig) unkommentiert zu lassen („Was bist denn so schweigsam heute?“). Das Wetter ist schön, die frische Luft tut mir gut, die Bewegung ist gesund, die Leute sind nett … Ich werde besser. Hoffentlich bald, kruzefixteifleininochamal! Und jetzt geh ich zum Scrabbel-Training!

Literatur/Links

Wie Sie Ihre Hirnwichserei abstellen und stattdessen das Leben genießen, Giulio Cesare Giacobbe, Verlag Goldmann

www.Headspace.com, Headspace is meditation made simple. Learn online, when you want, wherever you are, in just 10 minutes a day.


Dieser Text erschien in der Golfrevue II/2016.

Glutenfrei-Fail: Halbflüssiges Schoko-Törtchen

Glutenfrei-Fail: Halbflüssiges Schoko-Törtchen

Die politische Nachspeise: sieht verlockend aus, ist aber nur braun und grauslich!

oder wie man braunen Gummi herstellt.

Vieles kann man ja einfach glutenfrei nachkochen ohne große Adaptionen. Mit den “ halbflüssigen Schokotörtchen“ allerdings hat das gar nicht gut geklappt. Die Dinger sind zwar (nach 35 Minuten statt 10) aufgegangen, aber sie wanderten vom Förmchen direkt in den Müll: Wer hat schon Lust braune Gummimasse mit vielen Kalorien zu sich zu nehmen?!

Hier das Originalrezept! Bitte um Info, ob es mit normalem Mehl klappt!

Zutaten für 4 Gläser:
1 Tasse Universalmehl
1 EL Kakao
1/2 TL Backpulver
2 EL Zucker
1 Prise Salz
1 Tasse Milch
2 EL Öl (z.B. Sonnenblumenöl)
4 EL Nutella
Zubereitung:
Alle Zutaten bis auf Nutelle vermengen. Teig 2/3 hoch in die Tassen füllen, in die Mitte jeweils 1 EL Nutelle setzen. Sinkt hinunter.

Im Backofen  bei 180 Grad Ober-/Unterhitze auf mittlerer Schiene 8-10 Minuten backen.

Mit Obers oder Karamellsauce servieren.

Quelle: Merkur Friends

Polenta-Gratin mit Pilzen und Mozzarella – glutenfrei

Polenta-Gratin mit Pilzen und Mozzarella – glutenfrei

Zutaten für 4-5 gute EsserInnen:
600 ml Milch
1 Prise Muskat
1 gehäufter TL Curcuma
400g Polenta
10g getrocknete Steinpilze
500g gemischte Pilze
3 Schalotten (oder 1 große rote Zwiebel)
2 Knoblauchzehen
3 EL Olivenöl
2 EL Balsamico
2 EL Sherry
150 ml Obers
1/2 Handvoll Petersil
1 EL Rosmarinnadeln
2 kleine Packerl Mozzarella (400g?)
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Milch mit 600 ml Wasser, 1 TL Salz, Curcuma, Muskat und etwas Pfeffer aufkochen. Polenta einrühren und unter ständigem Rühren ca. 15 Min. zu einem dicken Brei kochen. Dann auf einem Backblech ausstreichen. (Geht gut wenn man den Spatel immer wieder ins Wasser taucht, sonst pickt die Polenta.)

Steinpilze in 100ml kochendem Wasser einweichen. Gemischte Pilze putzen und (nicht zu) klein schneiden. Schalotten und Knoblauch fein würfeln. Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Pilze (ohne Steinpilze) kräftig anbraten. Schalotten und Knofel dazugeben und kurz mitbraten. Mit Balsamico und Sherry ablöschen. Steinpilze mit Einweichwasser und Obers dazugießen, mit Salz und Pfeffer kräftig würzen und einmal aufkochen lassen. Vom Herd nehmen, mit den Kräutern vermischen.

Backrohr auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorwärmen. Pilzmischung auf Polenta verteilen, mit Mozzarella belegen und ca. 15 Minuten gratinieren bis der Käse geschmolzen ist.

Vegane Variante: Milch und Obers durch Sojadrink und Sojacrene ersetzen und statt Mozzarella veganen Pizzaschmelz verwenden.

Aus: Frisch gekocht

 

Golf mit Hund – (auch für Golfer ohne Hund und Hunde ohne Golfer lustig)

Golf mit Hund – (auch für Golfer ohne Hund und Hunde ohne Golfer lustig)

Sitz- und Platzreife

18 Löcher und keins davon zum Weitergraben, das versteht kein Hund. Mit vierbeiniger Begleitung Golf zu spielen, das nennt man Handicap Hund.

Golf spielen mit Hund hat einige Tücken. Vom Abschlag bis zum Ziesel. Wie das so ist mit der Sitz- und Platzreife für Hunde am heiligen Green erzählt die passionierte Golferin und Hundebesitzerin Alexandra Fiedler-Lehmann (GC Wienerberg, HCP -26).

Den find´nicht mal ich ...
Den find´nicht mal ich …

Eine 18-Loch Golfrunde mit An- und Abfahrt und Einspielen (sic!) hält keine Hundeblase durch. Zumindest keine weibliche. Also kommt, wenn sich kein freiwilliger Blasenentleerer findet, das Hunzi mit auf die Runde. Mit dem unsrigen ist das stets eine Herausforderung, die schon beim Einsteigen ins Auto beginnt. Kein Hund hat jemals gequälter geschaut, keiner kann vorwurfsvoller zwischen den Rücksitzen hervorhecheln und willkürlich Verwesungsgeruch verbreiten.

Wenn das Hunzi wieder aussteigen kann, ist alles wieder gut.  Jippie! Weiße Bälle jagen! Ich hab’ die letzten 43 Mal zwar nicht dürfen, aber heute darf ich bestimmt!

Die Leine trübt die Stimmung ein wenig. Noch trüber wird sie, wenn Frauchen und Herrchen auf der Driving Range außerhalb der kynologischen Reichweite die potenziellen Beutekugeln mehr oder weniger weit schießen. Hunzi jammert so erbärmlich, dass es außer Sicht gebracht werden muss. Aus den Augen aus dem Sinn: Powernap.

Frisch ausgeruht geht´s endlich los. Die konzentrierte Ruhe, die stets am Abschlag herrschen sollte, ist mit dem Hunzi schwer einzuhalten, denn da, direkt vor seiner Nase, liegt das Objekt der Begierde: der Ball! Der Hund tänzelt, winselt und bellt erwartungsvoll. Wir wünschen uns, im gut gepflegten Rasen zu versinken, und raunen den Flightpartnern zu: „Das macht sie sonst nie, schwöre!“

Und wieder ein Abschlag. So viel Hoffnung in zwei Hundeaugen. Selbst wenn dieser erste, zweite, dreißigste Ball nicht zur Jagd freigeben wird, ist der nächste garantiert für den Hund bestimmt. Es folgen nahezu drei Stunden Leinenzerreißprobe, bevor sich die Zugkraft peu à peu verringert. Aus Müdigkeit, nicht aus Einsicht.

Sonderwertung Ziesel

Von BS Thurner Hof - Photo taken by user BS Thurner Hof, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=169521
Foto: BS Thurner Hof – wikimedia

Manche Plätze haben eine besondere Attraktion zu bieten: das Ziesel. Das ist ein ganz possierliches Nagetier, eine Mischung aus Eichhörnchen (Gesicht), Erdmännchen (stehen und schauen) und Schlange (fließende, flotte Fortbewegungsart). Es zwinkert dem Hund kokett aus 20 Metern Entfernung zu, grade dass es nicht winkt oder die Zunge zeigt, um sich dann pfeilschnell in einem seiner hundert Löcher zu versenken und hämisch zu lachen. Das hört allerdings nur der Hund. Gut zu vernehmen ist dagegen das stete Pfeifen der Tiere, das den Hund allein schon wahnsinnig macht. Die Präsenz einer Ziesel-Kolonie nagelt die Hundenase an den Boden (was bei nicht ideal proportionierten Hunden recht lächerliche Verrenkungen erfordert) und verstärkt die Zugkraft um 50 Prozent. Außerdem steigert sie die Ausdauer ins Unendliche, und zwar so lange, bis die Viecher nicht mehr zu riechen sind. Also erst im Auto auf dem Rückweg, wenn der Verwesungsgeruch, na Sie wissen schon …

Herausforderung: Wasser

Wir nehmen keinen extra Wasservorrat für den Hund mit. Wenn´s an etwas nicht mangelt beim Golf ist es das Wasser. Und obwohl diese Gewässer wahrscheinlich jedem Ökologen als flüssige Sondermülldeponie dünken, trinkt das Hunzi bisher unbeschadet daraus. (Willkürlich behaart und zerrupft war es vorher schon.) Aber was den fetten Karpfen und Goldfischen und Enten und Schwänen und Bisamratten und Fröschen keinen argen Schaden zufügt, wird unser Hunzi auch nicht umbringen.

A propos umbringen: Die Golfrunde ist aus. Es geht zurück zum Auto. Das Hunzi weiß: Das Ende naht. Wieder einmal.


Dieser Text erschien in der Golfrevue I/2016. Den Text in voller Länge finden Sie im Hundeguide „FRED & OTTO unterwegs in Niederösterreich“ von Hedi Breit, erschienen im Verlag FRED & OTTO im Dezember 2015, erhältlich um 14,90 Euro im Buchhandel.

 

Costa Rica – der 8. und (voraussichtlich) letzte Teil

Costa Rica – der 8. und (voraussichtlich) letzte Teil

Sámara – oder was Mel Gibson mit Fliegen zu tun hat

Sámara liegt ganz im Westen von Costa Rica auf der Halbinsel Nicoya. Hier ist es viel trockener als im Rest des Landes. Es gibt große Rinderweiden. Die Tiere werden teilweise noch von echten Cowboys betreut. Wir sind unterwegs zu unserer letzten Station: dem Flying Crocodile. Das ist der einzige Baustein unserer Reise, den wir nicht über das Reisebüro gebucht haben. Leon hat diese spezielle Location im Internet gefunden (danke Leon!). Er wollte unbedingt einen Gyrocopter-Flug machen und das wird im Flying Crocodile geboten.

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Die Lodge liegt nicht direkt am Meer, aber das Meer ist gleich um die Ecke.

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Eine riesige Bucht in die während der Regenzeit ein Fluss mündet. Auch hier die Warnung vor Krokodilen…

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Die wenigen Pavillons der Lodge sind mit viel Liebe jeder einzeln designed. Man könnte glauben, Friedensreich Hundertwasser hätte mitgeholfen. Die Betreiber sind Deutsche. Auch der Pilot bei dem wir unsere Gyrocopter-Rundflüge buchen ist Deutscher. Dennoch: gutes Essen, eine sehr nette Bar, angenehm gechillte Atmosphäre. Ein kleiner Pool und ein wunderbarer Garten mit einem riesigen Guanacaste-Baum in der Mitte.

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(Einzig die bissigen, wunzigen, schwarzen Mücken vergällen einem den Chemie-freien Aufenthalt an der Bar. Die Biester sind so klein, dass sie „No-see-ums“ genannt werden. Mit bio-Zeugs brauchst du denen gar nicht zu kommen. Da hilft echt nur das Zeug mit dem Totenkopf drauf…)

Mel-Gibson-Beach
15 Minuten Autofahrt und wir erreichen einen der schönsten Strände, die ich je gesehen hab: den Mel-Gibson Beach. Der heißt so, weil das Land hinter dem Strand dem Ami-Schauspieler gehört.  Die Strände müssen übrigens öffentlich zugänglich bleiben, was ich super finde! (Ich bin mit dem Gyrocopter später über das bescheidene Anwesen geflogen…) Außer uns sind vielleicht noch zehn andere Leute da. Der Sand ist weiß und fein, links auf den Felsen sitzen Pelikane und Fregattvögel (oder so), im Hintergrund ein Fluss mit Mangroven. Großblättrige Bäume spenden Schatten. Das Wort Paradies wäre angebracht, wenn es nicht so abgelutscht klingen tät.

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Schwimmen ist dort zwar auch nicht, die Brandung ist einfach zu stark, aber Wellenhüpfen ist auch lustig und ähnlich anstrengend. Außerdem spült es Nase und andere Körperöffnungen durch…

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Genau zu Majas 18. Geburtstag waren wir in der Früh dort und der gesamte Strand gehörte uns alleine. Das war echt unglaublich!

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A propos unglaublich: Der Flug mit dem Gyrocopter war so ziemlich das spektakulärste Erlebnis dieses Urlaubs! Nicht, weil das Fliegen in diesem Luft-Moped so arg gewesen wäre, nein, es war die Optik, die einem von da oben geboten wird – seht selbst:

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Und da man aufhören soll, wenn´s am schönsten ist. Is jetzt AUS!

PS: Hier gibt´s in Kürze noch ein paar Videos von unseren Flügen!