Wenn rundherum die Campingprofis, adjustiert mit der perfekten Ausrüstung, ausrücken um Geschirr zu waschen, Wäsche aufzuhängen, Körperpflege zu absolvieren, beobachtet und lernt die Laïn.
Auch in“house“ gibt es einige Dinge, die nützlich wären, während andere einfach nur Platz wegnehmen.
Hätte mitmüssen:
Wäscheleine – innen ist einfach gar kein Platz um irgendwas aufzuhängen
Kluppen – s.o. bzw. kann man Kluppen auch super verwenden, um offene Lebensmittel zu verschließen
Bademantel – könnte die unwürdige Gymnastik in der Dusche vermeiden, die man ausführen muss, um sich anzuziehen, ohne das Gewand nass zu machen
Weinkühler
Plastikschüsseln mit verschließbaren Deckeln – im Kühlschrank fliget auch einiges hin und her beim Fahren
Aufhängevorrichtung für das Waschzeug, die nass werden kann – in den wenigsten Duschen gab es eine Ablagemöglichkeit
Akkusauger – dann käme ich auch in die zahlreichen Ritzen
gemütlicher Campingsessel
Lavoir (zum Transport des Geschirrs zur Abwasch)
Fön – sofern vorhanden haben die nicht mal Fitnesscenterqualität. Was bei meiner Haarlänge eine extreme Verschwendung von Lebenszeit darstellt
Hätte daheim blieben können
ungemütlicher Campingsessel
Schminkzeug/Abschminkzeug – schon am 2 Tag bleibenlassen!
Tee – ohne Wasserkocher ist Tee zu mühsam
Yogamatte – die tollen Plätze, die man aus den sozialen Medien kennt, sind selten wirklich Yoga-geeignet. Und am Campingplatz zwischen all den anderen Campern, naja… Ich war nicht motiviert. Aber der Mann hat konsequent sein Lauftraining absolviert!
TV + Sat – wobei das alle haben, kommt mir vor.
Ist mit, ist gut
Badeschlapfen (lebenswichtig!!!)
Espressokocher – fast genauso lebenswichtig, aber wenn ich mich zwischen Badeschlapfen und Espressokocher entscheiden müsste, nähme ich die Schlapfen!
Ersatzwein aus Österreich, sicher ist sicher!
scharfes großes und kleines Messer
bequemes Gewand – das NUR im Auto und am Campingplatz getragen werden darf!
warme Decke – damit man an kühleren Abenden doch draußen sitzen kann
Nudeln mit Pesto, sicher ist sicher
Taschenmesser mit Korkenzieher
Taschenlampe
Klopapier dünn für das Chemieklo
Besen – es ist unglaublich, wie schnell der Wagen innen versifft!
Bis wir gestern den richtigen Standplatz gefunden hatten,
war die die Stimmung im Auto schon ein wenig angespannt! Der Rallypilot im WoMo
war ehrlich erschöpft von einer schier nie enden wollenden Abfolge von Kurven.
Die Straßen wurden gefühlt immer enger und die potenziellen Plätze, das WoMo
für die Nacht wenig und suboptimal. Aber wir wussten ja nicht, ob was Besseres
nachkommen würde. Und umdrehen mit dem Ding geht nur gut am Supermarktparkplatz…
Ich: Stop! Eine Parkbucht!
Er: Da steh ich raus und da is schirch. Wir fahren noch
genau 10 Minuten, und wenn wir dann nichts gefunden haben, kommen wir hierher
zurück!
Ich: Mpf.
Ich (5 Kurven weiter): Hier! Ein Parkbucht! Sogar mit
eigener Quelle!
Er: Da haben wir keine Aussicht. Aber gut, ich probiers.
Mann schiebt sich verkehrt in die – zugegeben – suboptimale Bucht. Wir steigen aus, die Neigung ist deutlich spürbar. Das Wasser plätschert in ein Quellbecken. Wäre nett, wenns hier nicht aussehen würde wie auf einer Müllhalde.
Er: Wir fahren noch 2 Minuten den Berg rauf. Finden wir
nichts Besseres, drehe ich um (sic!) und wir kommen hierher zurück…
Ich: Umdrehen? Hier? Mpf?
Wir fahren den Berg doch. Da Umdrehen hier ohnedies keine Option darstellt, fahren wir eben weiter. Plötzlich macht der Wald auf: Ober uns eine mächtige Festung. Darunter: ein Parkplatz! Ganz frei! Mit fantastischer Sicht auf die Berge! Wir parken uns so, dass wir die von der untergehenden Sonne in Szene gesetzte Gebirgskette vor der Nase haben.
Der Mann verwandelt sich vom Rallyepiloten zum Koch und
zaubert ein fantastisches Steinpilzrisotto. Dazu ein Glas Blaufränkisch von
meinem Lieblingswinzer, dem Moritz. Musik von Pippo Pollina. Ich muss vor
lauter Dankbarkeit ein Tränchen (ok ein paar) verdrücken. Hach! La vita è bella così com´ è.
Tag 5 – die BeBaZ (beste Beifahrerin aller Zeiten)
Wir werden mit einem wunderschönen, sonnigen Morgen belohnt.
Wir erklimmen die Festung und genießen eine geniale Aussicht – so muss Campen!
Nach Espresso und wilden Feigen frisch von Baum gepflückt
legen wir uns wieder in die Kurven! Wir sind jetzt von der Emilia Romagna in
die Toskana gekommen. Immer noch sehr bergig. Dabei ist das Meer nicht mehr
weit entfernt.
Wir fahren und fahren und fahren. Wir schauen uns von oben La Spezia an. Fahren die sehenswertestes Sackgasse Südwesteuropas (Porto Venere) entlang. Seufz, schade dass Sonntag ist, alles ist überfüllt, unmöglich mit so einem Schiff wie unserem einen Parkplatz zu finden.
Der Militärhafen von La SpeziaPorto Venere im Vorbeifahren
Irgendwann sind wir wieder auf der Autobahn. Eine Anzeigetafel weist darauf hin, dass wir von der Autobahn abfahren sollen, weil ein Tunnel vor uns gesperrt sei. Erst eine Anzeige, dann die nächste. Ich nehme es ernst und teile es dem Mann mit. Der Mann aber glaubt dem Fahrer vor uns und fährt weiter. Gleich darauf stehen wir. Im Tunnel. Nichts geht mehr.
Ich sag jetzt nicht: Hab ichs doch gesagt. Ich sags nicht, ich sags nicht. Ich habs geschafft es nicht zu sagen! Aber angefressen war ich schon. Kurz zumindest. Mann muss halt auf die beste Beifahrerin aller Zeiten (beBaZ) hören!
Die Italiener*innen nehmens gelassen. Rauchen im Auto bei laufendem Motor. Rettungsgasse cos´e? Erst als ein Polizeiauto kommt, und die Leute auffordert eine zu bilden, klappts. Dann steigen sie aus, plaudern. Irgendwo spielt laut Musik. Bisschen Partystimmung kommt auf.
Nach einer Stunde geht’s endlich weiter. Draußen aus dem Tunnel,
vorbei an den Brandresten des Unfallautos, kommen wir auch sogleich an der
Restbrücke vorbei. An jener, die im August letzten Jahres einfach so
eingestürzt ist und 43 Menschen tötete. Ich kann euch sagen, es macht einen
nicht grad locker, in Genua auf einer Brücke im Stau zu stehen.
Genua ist grässlich, also zumindest von der Autobahn aus
gesehen. Schwerindustrie, abgefuckte Häuser, Slums, Müll überall. Allerdings habe
ich gelesen, dass die Innenstadt zum Weltkulturerbe erklärt worden ist. Simma
vorbei gefahren.
Irgendwann will auch der geübteste Fahrer nicht mehr. Ich suche uns einen sehr cosy Campingplatz raus. Gleich sind wir da. Beim 7. Kreisverkehr die erste raus. Dann nur noch über die Bahngleise. Aha, direkt am Strand? Äh, wo ist die Einfahrt? Da nicht. Da sind Menschen, die den letzten (?) schönen Sommertag genießen und ins Meer hüpfen. Da sind Sonnenanbeter*innen in der Abendsonne. Da sind Radfahrer, die erschöpft ihre Fahrräder in ihren Bus einräumen und die eh schon schmale Straße blockieren. Und wir mittendrin, auf der Suche nach einem nicht-existenten Campingplatz. Also die Adresse stimmt, aber der Campingplatz ist nicht da.
Wenn man denselben eingibt in Google Maps (also nicht die
Adresse, sondern den Platz), sieht man, dass es bis dahin noch eineinhalb Stunden
sind! Die bBaZ der Welt schämt sich in Grund und Boden und wird degradiert. (Ich
kann zwar am nächsten Tag mein Image wiederherstellen, als ich den Mann vor der
Einfahrt in ein 2m hohes Mauthäuschen bewahre, aber ein Kratzer bleibt…)
Wir landen rechtzeitig vor dem angekündigten Wetterumschwung
mit Starkregen in Pietra Ligure statt in Vallecroce. Aber spätestens als der Mezzo
di Vino Rosso und die Pizza am Tisch stehen ist alles wieder gut!
In der Nacht kommt der Regensturm. Das Auto wackelt nicht
einmal. Alles ist dicht. Wir schlafen gut.
Wien wollte uns so schnell nicht loswerden. Ein umgekippter
LKW stoppte unseren Elan bereits in Wiener Neudorf. Martin durfte gleich die
Kupplung des Fiat auf die Probe stellen – bei more stop than go vom Mazda
Rainer bis zu Abfahrt Wiener Neudorf ließen wir bereits eine Stunde liegen.
Aber dann ging die Post ab! Bis Loipersdorf in einem durch!
Dann ein ekliger Kaffee (dass man das immer wieder vergisst, diese grindigen
Raststationen!) und eine konventionelle Blasenentleerung um € 0,50. Das Bordklo
noch als Notlösung im Kopf.
Hit the Road Lemmi! Ich geb zu, die Dimensionen des Fahrzeuges sind mir unheimlich… Aber ich bin the best Beifahrerin ever. Navigiere uns über die A2, suche uns den Stellplatz zur Nächtigung während des Fahrens ohne Speiben. Ebenso magensouverän lade ich ein Hörspiel herunter, steh auf, um dem Mann ein Naschi zu bringen. Ich bin die WoMo-Heldin!
In Jesolo finden wir den Stellplatz gleich nicht an der angegeben Adresse – trotz Google Maps! Gut, dass wir uns verfahren und zufällig doch dort landen, wo wir eigentlich hinwollten: Camping dei Dogi
Mein erstes Mal
Ich also zum ersten Mal auf einem Campingplatz! Schwöre! Ich war zuletzt als 4Jährige, aber daran kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern, außer dass wir früher abbrechen mussten, weil ein Gewitter alles weggespült hatte.
Gleich beim Eingang parkt, wohnt (?) ein uraltes, verhutzeltes Paar aus Holland. Bitte so möchte ich nicht enden! WoMo in Jesolo, sprachlos nebeneinander, Licht aus um 20.30! Überhaupt sind Nebensaison-Camper sehr alt. Wir drücken den Altersdurchschnitt drastisch.
Camping ist NICHT LUSTIG! Man lacht nicht. Ist leise. Ernst.
Alle Camper haben daheim sicher einen Schrebergarten.
Das Bad als Maß der Dinge
Die Dusche ist OK, wenn man es schafft, sich ohne Bodenkontakt aus- und anzuziehen. Geheizt wird natürlich nicht. Der Geruch oszilliert zwischen Omo und Kanal. Draußen waschen Omis ihr Kochgeschirr in dafür vorgesehenen Waschbecken. Die Klos erinnern mich an jene in meiner Schule, nur dass die damals nicht alle Viertelstunden saubergemoppt wurden.
Jesolo ist deprimierend. Der Wind fegt über den leeren, kilometerlangen Strand hinweg. Alles rundherum wirkt desolat. Der Müll sammelt sich in den Ecken, von den Tretbooten löst sich die Farbe, die Sonnenschirme kauern sich unter dem Wind zusammen, die Sonnenbetten ducken sich weg und zerfallen.
Einzig auf der Hauptstraße läuft das Restleben zusammen. Ein paar Restaurants haben noch offen, ein paar chinesische Fetzengeschäfte ebenso. Das Essen ist erstaunlich gut. Die Bedienung trotz langer Saison noch sehr freundlich. Wir fragen uns trotzdem, wie schirch man es zuhause haben muss, um freiwillig hier zu verweilen.
Am nächsten Morgen – die Nacht war ganz ok – leeren wir unseren Grauwasser- und füllen unseren Frischwassertank auf und machen uns schnellstens auf den Weg… Das muss besser werden!
Juhu, es ist Festa de l´Unita und wir sind live dabei! Man muss sich das vorstellen wie das Volksstimmefest nur in Rumänien. Ok, das ist jetzt gemein den Rumän*innen gegenüber. Es ist ein riesiges politisch linkes Fest, mit Lesungen, Politdebatten, Musik, Fahrwerken und Unmengen zu essen. Auch eine Verkaufshalle mit Matratzen und Staubsaugern gibt´s (ok vielleicht täten die Rumän*innen keine Vorwerk kaufen, aber vielleicht ist ja auch das nur mehr ein Vorurteil). Jedenfalls haben wir noch nie ein so jämmerliches, abgeranztes, schlecht besuchtes Volksfest gesehen. Martin meinte, er müsse sich für alle und alles hier fremdschämen.
Jedenfalls findet diese Sagra (=Volksfest) genau hinter unserem Campingplatz in Bologna statt und wir kommen so auch in den Genuss viertklassiger italienischer Pop-oderso-musik.
Aber Bolognas Innenstadt ist wirklich sehenswert: ganz viele alte Gebäude, großartig verziert. Arkaden soweit das Auge reicht. Ein Lokal neben dem anderen. Und natürlich Unmengen an roten Dachziegeln, so sieht nur Italien von oben aus. (Super Blick von der Terrasse des Aussichtsturms der Basilica San Petronio. Man kann übrigens mit dem Bauaufzug hinauf fahren um nur € 2,-)
Die ursprüngliche Universität
Unbedingt nach gleich die alte Universität (Archiginnasio) mit dem Teatro Anatomico besichtigen (€ 3,-) Und unbedingt alles essen, was reingeht. Ich hab hier die beste Mortadella meines Lebens gegessen und auch ganz ausgezeichnete Tagliatelle al Ragù. (Auf keinen Fall Spaghetti Bolognese bestellen, damit outet man sich sofort als kulinarisches Nackerbatzerl und erntet im besten Fall abschätzende Blicke.) Die Tortellini wurden hier erfunden, der Parmaschinken kommt von hier ums Eck sowie der Parmesan. Und Salami können die Italiener sowieso!
Der Campingplatz Citta di Bologna ist eher mäßig. So 70er Jahre Flair. An der Rezeption sitzen übrigens die unkündbaren Beamten der öster. Post.
Da der Bus ins Stadtzentrum nur alle 2 Stunden fährt, haben wir die Räder ausgepackt und uns auf die Suche nach einem Fahrradweg gemacht. Den gibt´s auch da und dort. Braucht man aber nicht. Man fährt wo man kann und will. Man darf halt nicht damit rechnen, dass die Autofahrer*innen Rücksicht nehmen, aber dafür wird man auch nicht beflegelt.
Von Jesolo nach Bologna
Die Fahrt von Jesolo nach Bologna hat ca. 2,5 h gedauert. Zuerst sind wir auf der Landstraße gefahren, dann haben wir wieder die Autobahn gesucht. Ich hab noch nie so viel Schwerverkehr erlebt, wie hier auf den Autobahnen. Die rechte Spur ist praktisch eine nicht enden wollende LKW-Schlange! Während im Veneto noch fast ausschließlich LKW aus Osteuropa unterwegs waren, sind es hier in der Emilia Romagna vor allem einheimische. Scheinbar alles wird mit dem LKW transportiert. Es ist furchtbar und furchterregend.
Wir sind lange der Etsch entlanggefahren, was mich verwundert hat. Es ist ein schöner, hier sehr breiter Fluss, der – ok ich gebs zu , ich hab nachgeschaut – bei Porto Fossone in die Adria mündet.
Flüsse und Kanäle gibt es hier sehr
viele. Die meisten sehen allerdings (Vorurteil?) vergammelt aus. Hier ist alles
was nicht Stadt ist, Landwirtschaft. Mais, Soja und Wein werden auf riesigen
Flächen angebaut. Bewässerungskanäle begrenzen die Felder. Es sieht so aus,
also ob die Landwirtschaft früher kleinteiliger gewesen wäre. Jetzt stehen
unzählige Bauernhäuser verlassen und verfallen herum. Dafür gibt es einige
wenige imposante Haziendas – hier Tenuta. Alle eingezäunt und umgeben von
großen Mauern.
Ich geh jetzt schlafe und versuche den Sound von draußen auszublenden. Gestern war ich so müde, dass ich bereits um 21 h – da gehen die Italiener*innen grad mal cenare (Abendessen) – bereits das Licht ausgenacht hab und gleich in einen tiefen Schlaf gefallen bin. Ich hoffe, das gelingt mir heute auch. Trotz Festa de´l Unita. Buona Notte! (A propos, da fällt mir ein sehr nettes Lied von Francesco de Gregori ein: https://www.youtube.com/watch?v=LjRQRDfb2ak)
Nachdem es der Semino Rossi für Arme zu gut gemeint hat, beschließen wir aus Bologna zu flüchten. Und – weil wir schon mal da sind –, was ganz Arges zu machen: Wir fahren nach Maranello ins Ferrari Museum. Nicht meine erste Wahl, aber der Göttergatte hat auch ein Recht auf seine Portion Testosteron. Also auf ins Reich der Reichen und der sinnlosen aber wirklich sehr schönen Umweltverschmutzung.
Ganz Maranello ist Ferrari. Was nicht direkt Fabriksgelände, Museum, Designcenter ist Ferrari-Verleih und – Achtung Verrat: auch Lamborghini! Alle 2 Minuten fetzt ein „Testdriver“, also ein angegrauter Mann im roten oder gelben ( ?) Auto um die Ecke, um den 500 PS-Motor ordentlich aufheulen zu lassen. Als wäre das hier was Besonderes …
Das Museum ist dann wirklich interessant: sabbernde Männer jeden Alters, die sich glänzenden Auges neben jedem ausgestellten Wagen fotografieren. Sie fachsimpeln in allen Sprachen, als hätten sie sie selbst gebaut oder zumindest selbst um die Eau Rouge (Kurve auf der Rennstrecke von Spa in Belgien) gesteuert. (Im Schlepptau schicksalergebene Gattinen, Freundinnen/Kolleginnen, die sich mit völlig unqualifizierten Kommentaren – Mein Gott sieht das unbequem aus! Wieso ist das Auto orange statt rot? Nein, also der gefällt mir gar nicht! – das vorgetäuschte Interesse nicht glaubhaft zu machen imstande sind.
Ich hätte auch ohne ganz gut leben können, aber interessant war´s schon.
Fehler – schwerer Fehler!
Also wir wollten dann nicht mehr diese elende, LKW-verseuchte Autobahn nehmen. Wir haben dem Navi gesagt, wir wollen nach La Spezia, aber ohne Autobahn. Das Navi hat sich gedacht: Na wartet, euch werde ich´s zeigen! Und hat uns mitten durch den Appenin geführt. Teilweise auf Straßen, die so eng waren, dass wir beim um-die-Kurve-Fahren reversieren mussten! Remember: Wir sitzen nicht im Fiat Panda 4×4 sondern ein einem 7,5m langen, 130 PS schwachen Fiat Ducato! Der braucht bei einer gröberen Steigung schon die Erste! Wir sind über den Radieschen-Pass gefahren (der natürlich anders heißt, nämlich Passo Radici), hinauf bis nach San Pellegrino auf 1.550 m bis nur mehr 9 Grad! Eine halbe Stunde für 10 km …
Was das allgemeine Wohlgefühl zusätzlich getrübt hat, war
die Tatsache, dass beim Bergabfahren plötzlich ein Piepsen „Bremsflüssigkeit nicht
ausreichend vorhanden“ angekündigt hat. Motorbremse mit 3 Tonnen wird echt laut
sag ich euch!
Aber dafür haben wir großartige frische Steinpilze in San
Pellegrino gekauft (200g um 3 Euro!). Diese verarbeiten wir jetzt zu Risotto.
Wir sind im Nirvana gelandet, am Fuß einer riesigen Festung. Im Hintergrund
spielt Pippo Pollina – mein Lieblingsitaliener. Und der Wein schmeckt umso
besser, wenn man – zumindest gefühlt – eine Lebensgefahr überstanden hat!
San Pellegrino am Passo Radici in der untergehenden Sonne
PS: Treppenwitz der Geschichte: Hinter uns steht ein echt riesiger Kirchturm… Morgen raubt uns Don Camillo statt Semino Rossi den Schlaf!
1kg reife Kriecherl (Ringlotten, Mirabellen oder auch Reineclaude) Ich lass die Kerne drin. Bei uns sind alle erwachsen und können die Kerne ausspucken. 100g Zucker 125 ml Weißwein 2-3 EL Zitronensaft 250 ml Wasser 1 Zimtstange 1 Päckchen Vanillezucker 150g Gelierzucker 1:1
Zubereitung
100g Zucker in einem Kochtopf unter ständigem Rühren goldbraun karamellisieren lassen.
Den Topf zur Seite ziehen, den Weißwein dazuleeren (vorsicht: zischt!), wieder auf die Herdplatte zurückstellen und das Karamell wieder loskochen. (Das geht wirklich, Geduld!)
Das Wasser zugeben, Zimtstange, Zitronensaft zugeben. Das Ganze nochmal sprudelnd aufkochen, danach den Zuckerssirup noch 10 Minuten kochen lassen.
Zimstange herausfischen, Vanillezucker einrühren und Sirup ein bisschen auskühlen lassen. Gelierzucker einrühren, die Mirabellen in den Kochtopf geben. Sie sollten mit Zuckersirup bedeckt sein, wenn nicht, Wasser zugeben. Aufkochen und je nach Reifegrad der Kriecherl max. 1,5 Minuten kochen lassen.
In die ausgekochten Gläser füllen, verschließen, auf den Kopf stellen.
Schmeckt ausgezeichnet zu Porridge, Milchreis, Topfenschmarren, etc.
Jetzt wo die Tomaten reif sind, ein herrlich erfrischendes Nudelrezept!
Zutaten für 4 Personen: 400g kleine Rispentomaten noch an der Rispe 4 EL Olivenöl 500g Spaghetti 300g Kirschtomaten 3 Knoblauchzehen 100g Speckwürfel 2 EL Tomatenmark 1 TL Zucker 100ml trockener Weißwein 1/2 Bund Basilikum 50g Parmesan
Zubereitung Rispentomaten waschen, mit 2 EL Öl bepinseln und im Ofen bei Grillfunktion leicht bräunen.
Spaghetti bissfest kochen. Kirschtomaten waschen und halbieren. Knoblauch schälen, fein würfeln. 2 EL Öl in einer sehr großen Pfanne (Nudeln kommen dann da hinein!) erhitzen, Tomaten darin braten. Knoblauch zufügen, mitdünsten, Speck zufügen und kurz mitbraten. Tomatenmark und Zucker einrühren. Mit Wein ablöschen, weitere 2-3 Minuten dünsten.
Basilikum waschen und zerzupfen. Parmesan in Späne hobeln. Nudeln abtropfen lassen, in die Tomaten-Speck-Pfanne geben und alles gut vermischen. Salzen, pfeffern. Auf Tellern anrichten und mit geschmorten Rispentomaten garnieren.
Von Kind an hatte ich der Mathematik gegenüber ein gesundes
Misstrauen. Also Volksschule mit Grundrechnungsarten ging noch. 1 Apfel + 2
Äpfel war noch ausreichend vorstellungsaktiv. Aber alles was danach kam,
erschloss sich mir nur mühsam bis gar nicht oder nur kurzfristig.
Da half es auch nicht, dass mein Onkel, ein nicht ganz
einfacher Hyperintelligenzler mit abgebrochenem Mathematik- und Physikstudium,
mir das Prozentrechnen mit rustikalen Beispielen wie „Stell dir vor in einem Raum sind 100
Menschen, davon gibt´s immer einen gewissen Prozentsatz an Arschlöchern…“ zu
illustrieren versuchte.
Ich kämpfte mich mühsam durch die Schulzeit. Mit jedem Jahr
wuchs die Zahlenskepsis. Wenn nicht einmal einer der Mathematik studiert hat
und Pädagogik (sic) in der Lage war, uns die Notwendigkeit von
Vektorenverschiebungen u.ä. bzw. deren Systematik näherzubringen, sondern statt
dessen mit dem Kopf gegen die Tafel schlägt … Was konnte man dann von so einer
Wissenschaft schon halten?!
Nun, in der späten Lebensmitte (die es ja rein mathematisch
gar nicht gibt, weil wenn Leben = Linie, dann endlos und dann keine Mitte…),
haben sich viele meiner Ahnungen als richtig entpuppt! Die Empirie widerlegt(e)
so manche Theorie!
Sie können das ganz leicht ausprobieren: Nehmen Sie einen
USB-Stick und stecken Sie ihn in den Computer. Rein mathematisch müssen (sic!)
Sie ihn spätestens bei zweiten Mal korrekt drin stecken haben. Und? Eben.
Funktioniert nicht.
Oder das Briefkastenexperiment: Ich habe 2 Briefkästen (1
für die Firma, einen privat). Zu jedem Briefkastl einen Schlüssel. Wenn ich
also 1 Schlüssel nehme müsste ich spätestens beim 2. Mal den richtigen in der
Hand haben. Der Konjunktiv lässt grüßen.
Es gibt Tarockabende, da geht gar nichts. Da hat man 5
Stunden lang schlechte Karten. Wieso gibt´s das? Das ist doch Schicksal, nicht
Wahrscheinlichkeit!
Es gibt Würfelpoker-Spieler, die haben immer was. Die
schütteln die Straßen und die Poker und die Grande einfach so aus dem Ärmel.
Haben die eine bestimmte Wurftechnik? Wurde das schon mal untersucht?
Oder Mensch-Ärgere-dich-nicht-Profis: Die würfeln immer genau das, was sie brauchen! Was sagt denn die Mathematik dazu?!
Hübsch sieht er ja aus, schmeckt auch super, aber bei der Zubereitung ist noch Luft nach oben!
Zutaten
2 kg Ribisel (Johannisbeeren) 1 kg Zucker 600 ml Wasser 20g Zitronensäure
Zubereitung
Richtig ist: Die Beeren abrebeln, zusammen mit dem Wasser in einen großen Topf geben und mit einem Kartoffelstampfer zerquetschen und einige Stunden in den Kühlschrank stellen. Danach einmal aufkochen lassen und durch ein Sieb gießen, gut abtropfen lassen aber nicht ausdrücken.
Den Saft durch ein feines Sieb (z.B. Windel oder Hangerl) in einen Messbecher gießen und mit Wasser auf 1,8 Liter ergänzen. Zurück in den Topf gießen, Zucker und Zitronensäure zugeben und unter Rühren aufkochen lassen 1 Minute sprudelnd kochen.
In sterilisierte Flaschen abfüllen. Kühl und dunkel lagern.
Kettensägenmassacker
Ich hab das Rezept nicht so genau gelesen und hab den Zucker und die Zitronensäure gleich mitgekocht. Dadurch ist der Saft eingedickt und ließ sich am nächsten Tag nur sehr schwer durchs Küchentuch seihen. Da ich es eilig hatte, gab ich – im wahrsten Sinne des Wortes – Stoff: Ich presste das Küchentuch durch Drehung aus. Dabei hab ich leider das kleine Loch übersehen. Durch den Druck spritze der rote Saft wie aus einer Spritzpistole! Mir aufs weiße (sic!) Hemd, quer durch die Küche (auch weiß) bis hin zum Fenster! Es sah wirklich aus wie im Horrorfilm – und es pickte auch horrormäßig!
Merke: Zucker erst NACH dem Seihen zufügen! KEIN weißes Hemd bei der Zubereitung tragen!
Wir haben die ganzen 2 kg von 1 Strauch geerntet!
Quelle: Chefkoch.de
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