WoMo Tag 1: von Wien nach Jesolo

WoMo Tag 1: von Wien nach Jesolo

Wien wollte uns so schnell nicht loswerden. Ein umgekippter LKW stoppte unseren Elan bereits in Wiener Neudorf. Martin durfte gleich die Kupplung des Fiat auf die Probe stellen – bei more stop than go vom Mazda Rainer bis zu Abfahrt Wiener Neudorf ließen wir bereits eine Stunde liegen.

Aber dann ging die Post ab! Bis Loipersdorf in einem durch! Dann ein ekliger Kaffee (dass man das immer wieder vergisst, diese grindigen Raststationen!) und eine konventionelle Blasenentleerung um € 0,50. Das Bordklo noch als Notlösung im Kopf.

Hit the Road Lemmi! Ich geb zu, die Dimensionen des Fahrzeuges sind mir unheimlich… Aber ich bin the best Beifahrerin ever. Navigiere uns über die A2, suche uns den Stellplatz zur Nächtigung während des Fahrens ohne Speiben. Ebenso magensouverän lade ich ein Hörspiel herunter, steh auf, um dem Mann ein Naschi zu bringen. Ich bin die WoMo-Heldin!

In Jesolo finden wir den Stellplatz gleich nicht an der angegeben Adresse – trotz Google Maps! Gut, dass wir uns verfahren und zufällig doch dort landen, wo wir eigentlich hinwollten: Camping dei Dogi

Mein erstes Mal

Ich also zum ersten Mal auf einem Campingplatz! Schwöre! Ich war zuletzt als 4Jährige, aber daran kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern, außer dass wir früher abbrechen mussten, weil ein Gewitter alles weggespült hatte.

Gleich beim Eingang parkt, wohnt (?) ein uraltes, verhutzeltes Paar aus Holland. Bitte so möchte ich nicht enden! WoMo in Jesolo, sprachlos nebeneinander, Licht aus um 20.30! Überhaupt sind Nebensaison-Camper sehr alt. Wir drücken den Altersdurchschnitt drastisch.

Camping ist NICHT LUSTIG! Man lacht nicht. Ist leise. Ernst. Alle Camper haben daheim sicher einen Schrebergarten.

Das Bad als Maß der Dinge

Die Dusche ist OK, wenn man es schafft, sich ohne Bodenkontakt aus- und anzuziehen. Geheizt wird natürlich nicht. Der Geruch oszilliert zwischen Omo und Kanal. Draußen waschen Omis ihr Kochgeschirr in dafür vorgesehenen Waschbecken. Die Klos erinnern mich an jene in meiner Schule, nur dass die damals nicht alle Viertelstunden saubergemoppt wurden.

Jesolo ist deprimierend. Der Wind fegt über den leeren, kilometerlangen Strand hinweg. Alles rundherum wirkt desolat. Der Müll sammelt sich in den Ecken, von den Tretbooten löst sich die Farbe, die Sonnenschirme kauern sich unter dem Wind zusammen, die Sonnenbetten ducken sich weg und zerfallen.

Einzig auf der Hauptstraße läuft das Restleben zusammen. Ein paar Restaurants haben noch offen, ein paar chinesische Fetzengeschäfte ebenso. Das Essen ist erstaunlich gut. Die Bedienung trotz langer Saison noch sehr freundlich. Wir fragen uns trotzdem, wie schirch man es zuhause haben muss, um freiwillig hier zu verweilen.

Am nächsten Morgen – die Nacht war ganz ok – leeren wir unseren Grauwasser- und füllen unseren Frischwassertank auf und machen uns schnellstens auf den Weg… Das muss besser werden!

WoMo Tag 2: Bologna

WoMo Tag 2: Bologna

Piazza Maggiore

Juhu, es ist Festa de l´Unita und wir sind live dabei! Man muss sich das vorstellen wie das Volksstimmefest nur in Rumänien. Ok, das ist jetzt gemein den Rumän*innen gegenüber. Es ist ein riesiges politisch linkes Fest, mit Lesungen, Politdebatten, Musik, Fahrwerken und Unmengen zu essen. Auch eine Verkaufshalle mit Matratzen und Staubsaugern gibt´s (ok vielleicht täten die Rumän*innen keine Vorwerk kaufen, aber vielleicht ist ja auch das nur mehr ein Vorurteil). Jedenfalls haben wir noch nie ein so jämmerliches, abgeranztes, schlecht besuchtes Volksfest gesehen. Martin meinte, er müsse sich für alle und alles hier fremdschämen.

Jedenfalls findet diese Sagra (=Volksfest) genau hinter unserem Campingplatz in Bologna statt und wir kommen so auch in den Genuss viertklassiger italienischer Pop-oderso-musik.

Aber Bolognas Innenstadt ist wirklich sehenswert: ganz viele alte Gebäude, großartig verziert. Arkaden soweit das Auge reicht. Ein Lokal neben dem anderen. Und natürlich Unmengen an roten Dachziegeln, so sieht nur Italien von oben aus. (Super Blick von der Terrasse des Aussichtsturms der Basilica San Petronio. Man kann übrigens mit dem Bauaufzug hinauf fahren um nur € 2,-)

Die ursprüngliche Universität

Unbedingt nach gleich die alte Universität (Archiginnasio) mit dem Teatro Anatomico besichtigen (€ 3,-) Und unbedingt alles essen, was reingeht. Ich hab hier die beste Mortadella meines Lebens gegessen und auch ganz ausgezeichnete Tagliatelle al Ragù. (Auf keinen Fall Spaghetti Bolognese bestellen, damit outet man sich sofort als kulinarisches Nackerbatzerl und erntet im besten Fall abschätzende Blicke.) Die Tortellini wurden hier erfunden, der Parmaschinken kommt von hier ums Eck sowie der Parmesan. Und Salami können die Italiener sowieso!

Der Campingplatz Citta di Bologna ist eher mäßig. So 70er Jahre Flair. An der Rezeption sitzen übrigens die unkündbaren Beamten der öster. Post.

Da der Bus ins Stadtzentrum nur alle 2 Stunden fährt, haben wir die Räder ausgepackt und uns auf die Suche nach einem Fahrradweg gemacht.  Den gibt´s auch da und dort. Braucht man aber nicht. Man fährt wo man kann und will. Man darf halt nicht damit rechnen, dass die Autofahrer*innen Rücksicht nehmen, aber dafür wird man auch nicht beflegelt.

Von Jesolo nach Bologna

Die Fahrt von Jesolo nach Bologna hat ca. 2,5 h gedauert. Zuerst sind wir auf der Landstraße gefahren, dann haben wir wieder die Autobahn gesucht. Ich hab noch nie so viel Schwerverkehr erlebt, wie hier auf den Autobahnen. Die rechte Spur ist praktisch eine nicht enden wollende LKW-Schlange! Während im Veneto noch fast ausschließlich LKW aus Osteuropa unterwegs waren, sind es hier in der Emilia Romagna vor allem einheimische. Scheinbar alles wird mit dem LKW transportiert. Es ist furchtbar und furchterregend.

Wir sind lange der Etsch entlanggefahren, was mich verwundert hat. Es ist ein schöner, hier sehr breiter Fluss, der – ok ich gebs zu , ich hab nachgeschaut – bei Porto Fossone in die Adria mündet.

Flüsse und Kanäle gibt es hier sehr viele. Die meisten sehen allerdings (Vorurteil?) vergammelt aus. Hier ist alles was nicht Stadt ist, Landwirtschaft. Mais, Soja und Wein werden auf riesigen Flächen angebaut. Bewässerungskanäle begrenzen die Felder. Es sieht so aus, also ob die Landwirtschaft früher kleinteiliger gewesen wäre. Jetzt stehen unzählige Bauernhäuser verlassen und verfallen herum. Dafür gibt es einige wenige imposante Haziendas – hier Tenuta. Alle eingezäunt und umgeben von großen Mauern.

Ich geh jetzt schlafe und versuche den Sound von draußen auszublenden. Gestern war ich so müde, dass ich bereits um 21 h – da gehen die Italiener*innen grad mal cenare (Abendessen) – bereits das Licht ausgenacht hab und gleich in einen tiefen Schlaf gefallen bin. Ich hoffe, das gelingt mir heute auch. Trotz Festa de´l Unita. Buona Notte! (A propos, da fällt mir ein sehr nettes Lied von Francesco de Gregori ein: https://www.youtube.com/watch?v=LjRQRDfb2ak)

Hier geht´s zu Tag 3

WoMo Tag 3: Von Bologna nach … wo sind wir eigentlich?

WoMo Tag 3: Von Bologna nach … wo sind wir eigentlich?

Nachdem es der Semino Rossi für Arme zu gut gemeint hat, beschließen wir aus Bologna zu flüchten. Und – weil wir schon mal da sind –, was ganz Arges zu machen: Wir fahren nach Maranello ins Ferrari Museum. Nicht meine erste Wahl, aber der Göttergatte hat auch ein Recht auf seine Portion Testosteron. Also auf ins Reich der Reichen und der sinnlosen aber wirklich sehr schönen Umweltverschmutzung.

Ganz Maranello ist Ferrari. Was nicht direkt Fabriksgelände, Museum, Designcenter ist Ferrari-Verleih und – Achtung Verrat: auch Lamborghini! Alle 2 Minuten fetzt ein „Testdriver“, also ein angegrauter Mann im roten oder gelben ( ?) Auto um die Ecke, um den 500 PS-Motor ordentlich aufheulen zu lassen. Als wäre das hier was Besonderes …

Das Museum ist dann wirklich interessant: sabbernde Männer jeden Alters, die sich glänzenden Auges neben jedem ausgestellten Wagen fotografieren. Sie fachsimpeln in allen Sprachen, als hätten sie sie selbst gebaut oder zumindest selbst um die Eau Rouge (Kurve auf der Rennstrecke von Spa in Belgien) gesteuert. (Im Schlepptau schicksalergebene Gattinen, Freundinnen/Kolleginnen, die sich mit völlig unqualifizierten Kommentaren – Mein Gott sieht das unbequem aus! Wieso ist das Auto orange statt rot?  Nein, also der gefällt mir gar nicht! – das vorgetäuschte Interesse nicht glaubhaft zu machen imstande sind.

Ich hätte auch ohne ganz gut leben können, aber interessant war´s schon.

Fehler – schwerer Fehler!

Also wir wollten dann nicht mehr diese elende, LKW-verseuchte Autobahn nehmen. Wir haben dem Navi gesagt, wir wollen nach La Spezia, aber ohne Autobahn. Das Navi hat sich gedacht: Na wartet, euch werde ich´s zeigen! Und hat uns mitten durch den Appenin geführt. Teilweise auf Straßen, die so eng waren, dass wir beim um-die-Kurve-Fahren reversieren mussten! Remember: Wir sitzen nicht im Fiat Panda 4×4 sondern ein einem 7,5m langen, 130 PS schwachen Fiat Ducato!  Der braucht bei einer gröberen Steigung schon die Erste! Wir sind über den Radieschen-Pass gefahren (der natürlich anders heißt, nämlich Passo Radici), hinauf bis nach San Pellegrino auf 1.550 m bis nur mehr 9 Grad! Eine halbe Stunde für 10 km …

Was das allgemeine Wohlgefühl zusätzlich getrübt hat, war die Tatsache, dass beim Bergabfahren plötzlich ein Piepsen „Bremsflüssigkeit nicht ausreichend vorhanden“ angekündigt hat. Motorbremse mit 3 Tonnen wird echt laut sag ich euch!

Aber dafür haben wir großartige frische Steinpilze in San Pellegrino gekauft (200g um 3 Euro!). Diese verarbeiten wir jetzt zu Risotto. Wir sind im Nirvana gelandet, am Fuß einer riesigen Festung. Im Hintergrund spielt Pippo Pollina – mein Lieblingsitaliener. Und der Wein schmeckt umso besser, wenn man – zumindest gefühlt – eine Lebensgefahr überstanden hat!

San Pellegrino am Passo Radici in der untergehenden Sonne

PS: Treppenwitz der Geschichte: Hinter uns steht ein echt riesiger Kirchturm… Morgen raubt uns Don Camillo statt Semino Rossi den Schlaf!

Weitere Kapitel folgen demnächst. Stay tuned!

Kriecherlkompott

Kriecherlkompott

Bild von Ringlotten-Kompott
gratis auf der großen Wiese aufgesammelt!

Zutaten

1kg reife Kriecherl (Ringlotten, Mirabellen oder auch Reineclaude) Ich lass die Kerne drin. Bei uns sind alle erwachsen und können die Kerne ausspucken.
100g Zucker
125 ml Weißwein
2-3 EL Zitronensaft
250 ml Wasser
1 Zimtstange
1 Päckchen Vanillezucker
150g Gelierzucker 1:1

Zubereitung

100g Zucker in einem Kochtopf unter ständigem Rühren goldbraun karamellisieren lassen.

Den Topf zur Seite ziehen, den Weißwein dazuleeren (vorsicht: zischt!), wieder auf die Herdplatte zurückstellen und das Karamell wieder loskochen. (Das geht wirklich, Geduld!)

Das Wasser zugeben, Zimtstange, Zitronensaft zugeben. Das Ganze nochmal sprudelnd aufkochen, danach den Zuckerssirup noch 10 Minuten kochen lassen.

Zimstange herausfischen, Vanillezucker einrühren und Sirup ein bisschen auskühlen lassen. Gelierzucker einrühren, die Mirabellen in den Kochtopf geben. Sie sollten mit Zuckersirup bedeckt sein, wenn nicht, Wasser zugeben. Aufkochen und je nach Reifegrad der Kriecherl max. 1,5 Minuten kochen lassen.

In die ausgekochten Gläser füllen, verschließen, auf den Kopf stellen.

Schmeckt ausgezeichnet zu Porridge, Milchreis, Topfenschmarren, etc.

Gemopst von mamas-rezepte.de


Spaghetti mit geschmorten Tomaten

Spaghetti mit geschmorten Tomaten

gelbe Rispentomaten aus Alexandras Garten
Jetzt wo die Tomaten reif sind, ein herrlich erfrischendes Nudelrezept!

Zutaten für 4 Personen:
400g kleine Rispentomaten noch an der Rispe
4 EL Olivenöl
500g Spaghetti
300g Kirschtomaten
3 Knoblauchzehen
100g Speckwürfel
2 EL Tomatenmark
1 TL Zucker
100ml trockener Weißwein
1/2 Bund Basilikum
50g Parmesan

Zubereitung
Rispentomaten waschen, mit 2 EL Öl bepinseln und im Ofen bei Grillfunktion leicht bräunen.

Spaghetti bissfest kochen. Kirschtomaten waschen und halbieren. Knoblauch schälen, fein würfeln. 2 EL Öl in einer sehr großen Pfanne (Nudeln kommen dann da hinein!) erhitzen, Tomaten darin braten. Knoblauch zufügen, mitdünsten, Speck zufügen und kurz mitbraten. Tomatenmark und Zucker einrühren. Mit Wein ablöschen, weitere 2-3 Minuten dünsten.

Basilikum waschen und zerzupfen. Parmesan in Späne hobeln. Nudeln abtropfen lassen, in die Tomaten-Speck-Pfanne geben und alles gut vermischen. Salzen, pfeffern. Auf Tellern anrichten und mit geschmorten Rispentomaten garnieren.

Kcal pro Portion ca. 700



Pfirsich-Rührkuchen mit Schokolade

Pfirsich-Rührkuchen mit Schokolade

Heute nur ein schneller Reblog. Der Kuchen gestern war schneller gemacht und aufgegessen als ich ihn fotografieren konnte 😉

Ich hab statt weißer Schokolade dunkle mit 75% genommen und Maronimehl verwendet. Statt Schmand geht problemos Sauerrahm.

und: Nie im Leben würde ich „die Pfirsich“ sagen!

https://www.dasbackstuebchen.de/rezept/schnell-einfach-pfirsich-ruehrkuchen?rq=pfirsich

Alles Lüge

Alles Lüge

Von Kind an hatte ich der Mathematik gegenüber ein gesundes Misstrauen. Also Volksschule mit Grundrechnungsarten ging noch. 1 Apfel + 2 Äpfel war noch ausreichend vorstellungsaktiv. Aber alles was danach kam, erschloss sich mir nur mühsam bis gar nicht oder nur kurzfristig.

Da half es auch nicht, dass mein Onkel, ein nicht ganz einfacher Hyperintelligenzler mit abgebrochenem Mathematik- und Physikstudium, mir das Prozentrechnen mit rustikalen Beispielen  wie „Stell dir vor in einem Raum sind 100 Menschen, davon gibt´s immer einen gewissen Prozentsatz an Arschlöchern…“ zu illustrieren versuchte.

Ich kämpfte mich mühsam durch die Schulzeit. Mit jedem Jahr wuchs die Zahlenskepsis. Wenn nicht einmal einer der Mathematik studiert hat und Pädagogik (sic) in der Lage war, uns die Notwendigkeit von Vektorenverschiebungen u.ä. bzw. deren Systematik näherzubringen, sondern statt dessen mit dem Kopf gegen die Tafel schlägt … Was konnte man dann von so einer Wissenschaft schon halten?!

Nun, in der späten Lebensmitte (die es ja rein mathematisch gar nicht gibt, weil wenn Leben = Linie, dann endlos und dann keine Mitte…), haben sich viele meiner Ahnungen als richtig entpuppt! Die Empirie widerlegt(e) so manche Theorie!

Sie können das ganz leicht ausprobieren: Nehmen Sie einen USB-Stick und stecken Sie ihn in den Computer. Rein mathematisch müssen (sic!) Sie ihn spätestens bei zweiten Mal korrekt drin stecken haben. Und? Eben. Funktioniert nicht.

Oder das Briefkastenexperiment: Ich habe 2 Briefkästen (1 für die Firma, einen privat). Zu jedem Briefkastl einen Schlüssel. Wenn ich also 1 Schlüssel nehme müsste ich spätestens beim 2. Mal den richtigen in der Hand haben. Der Konjunktiv lässt grüßen.

Es gibt Tarockabende, da geht gar nichts. Da hat man 5 Stunden lang schlechte Karten. Wieso gibt´s das? Das ist doch Schicksal, nicht Wahrscheinlichkeit!

Es gibt Würfelpoker-Spieler, die haben immer was. Die schütteln die Straßen und die Poker und die Grande einfach so aus dem Ärmel. Haben die eine bestimmte Wurftechnik? Wurde das schon mal untersucht?  

Oder Mensch-Ärgere-dich-nicht-Profis: Die würfeln immer genau das, was sie brauchen! Was sagt denn die Mathematik dazu?!

Ich kann´s euch sagen: Alles Lüge!

Ribiselsirup – 1rst Try oder auch Kettensägenmassacker in Hawei

Ribiselsirup – 1rst Try oder auch Kettensägenmassacker in Hawei

Foto fertiger Ribiselsirup
Hübsch sieht er ja aus, schmeckt auch super, aber bei der Zubereitung ist noch Luft nach oben!

Zutaten

2 kg Ribisel (Johannisbeeren)
1 kg Zucker
600 ml Wasser
20g Zitronensäure

Zubereitung

Richtig ist: Die Beeren abrebeln, zusammen mit dem Wasser in einen großen Topf geben und mit einem Kartoffelstampfer zerquetschen und einige Stunden in den Kühlschrank stellen. Danach einmal aufkochen lassen und durch ein Sieb gießen, gut abtropfen lassen aber nicht ausdrücken.

Den Saft durch ein feines Sieb (z.B. Windel oder Hangerl) in einen Messbecher gießen und mit Wasser auf 1,8 Liter ergänzen. Zurück in den Topf gießen, Zucker und Zitronensäure zugeben und unter Rühren aufkochen lassen 1 Minute sprudelnd kochen.

In sterilisierte Flaschen abfüllen. Kühl und dunkel lagern.

Kettensägenmassacker

Ich hab das Rezept nicht so genau gelesen und hab den Zucker und die Zitronensäure gleich mitgekocht. Dadurch ist der Saft eingedickt und ließ sich am nächsten Tag nur sehr schwer durchs Küchentuch seihen. Da ich es eilig hatte, gab ich – im wahrsten Sinne des Wortes – Stoff: Ich presste das Küchentuch durch Drehung aus. Dabei hab ich leider das kleine Loch übersehen. Durch den Druck spritze der rote Saft wie aus einer Spritzpistole! Mir aufs weiße (sic!) Hemd, quer durch die Küche (auch weiß) bis hin zum Fenster! Es sah wirklich aus wie im Horrorfilm – und es pickte auch horrormäßig!

Merke: Zucker erst NACH dem Seihen zufügen! KEIN weißes Hemd bei der Zubereitung tragen!

Wir haben die ganzen 2 kg von 1 Strauch geerntet!

Quelle: Chefkoch.de

Karfiolauflauf mit Broccoli-Béchamel nach Jamie Oliver

Karfiolauflauf mit Broccoli-Béchamel nach Jamie Oliver

Doppelte Portion Gemüse, gut getarnt.

Zutaten
1kg Karfiol in Röschen (inkl. zerteilter Strunk), geht auch Tiefkühl
500g Broccoli in kleinen Röschen
2 Knoblauchzehen
50g Butter
50g Mehl (ich nehm Buchweizenmeh, weil glutenfrei)
500ml Milch
75g geriebener Käse (z.B. Cheddar)
2 Scheiben altbackenes Brot
25g Mandelsplitter
Thymian
Olivenöl

Zubereitung
Aus Butter, zerdrücktem Knoblauch und Mehl eine Einbrenn zubereiten. Milch dazu. Gut umrühren, Broccoliröschen reingeben und auf kleiner Flamme (ca. 20 Minuten) weich kochen. (Da dabei immer die Einbrenn anbrennt (sic!), koche ich den Broccoli nächstens extra. Der Jamie Oliver macht das sicher nur im TV-Studio, wenn jemand anders seine Töpfe reinigen muss 😉 )

Wenn der Broccoli weich ist, in der Einbrenn zerstampfen. Hälfte des Käses hinzufügen, je nach Käsesorte musst du noch nachwürzen mit Salz oder Gemüsesuppen-Extrakt.

Brot in der Küchenmaschine mit Thymian, Mandelspittern, bisschen Salz und Pfeffer und 1 EL Olivenöl zermixen.

Karfiol in eine Auflaufform geben, mit der Einbrenn-Broccolisauce bedecken, Bröselmischung und restlichen Käse drüber und für ca. 1h ins Backrohr bei 180 Grad. Dann sollte der Karfiol weich sein.

Quelle: Mal im TV gesehen, aber nachgelesen bei teilzeitgoettin.de#



Franzobel, Rechtswalzer – eine Gastrezension von Manuela Grabherr-Gappmayer

Franzobel, Rechtswalzer – eine Gastrezension von Manuela Grabherr-Gappmayer

Franzobel ist wieder einmal unter die Krimiautoren gegangen und hat sich einen politischen Phantasie-Reigen erdacht, der einige Monate nach Entstehung des Buches wohl gar nicht mehr so viel Phantasie benötigt.

Zwei Erzählsträngen folgt die Geschichte. Da ist einerseits Malte Dinger, Besitzer einer Bar, in der am liebsten Gin in verschiedensten Variationen verkauft, Vater eines Schulanfängers, Familienmensch und Ehemann – bis er eines morgens ein Handy findet und beim Schwarzfahren erwischt wird. Letzteres aus Versehen, da ihm seine Frau die Monatskarte aus der Geldtasche genommen und nicht wieder zurückgelegt hatte. Die Strafzahlung konnte er nicht leisten, da fehlten ihm einige Euros, so wurde er festgenommen und inhaftiert. Nicht ohne Pannen. In seiner Wut und Verzweiflung hat er dem Polizisten einen Zahn ausgeschlagen, was sich natürlich nicht mildernd ausgewirkt hatte.

Und andererseits gibt es Kommissar Groschen, der zu einem sensationell grausamen Mord in einem verlassenen Gebäude in der Strozzigasse gerufen wird. Schon bald führt ihn die Spur des Mörders aufs Land zu einer Adelsfamilie, bei der offensichtlich nicht mehr viel Adel übrig geblieben ist. Der Mord soll ad acta gelegt werden, der mögliche Täter  ist und bleibt flüchtig. Groschen glaubt nicht daran. Und wird recht behalten. Ein weiterer Mord, ähnlich grausam beschrieben, im selben Familienumfeld geschieht. Die Suche wird erneut aufgenommen.

Es kommt zum großen Showdown – naheliegend in Österreich, beim Opernball. Hier findet sich der beste Boden um Gesellschaftskritik gedeihen zu lassen. Die zwei Erzählstränge treffen sich und es kommt zu Aufklärungen und damit, nach mehr als 400 Seiten doch zu einem etwas abrupten Ende des Buches.

All das geschieht eingebettet in ein Österreich, das von der rechten Partei LIMES regiert wird, vom Meister und seinem Gehilfen. Die Welt hat sich damit geändert. Die Polizei wurde aufgestockt, Flüchtlinge und andere Nichtwillkommene außer Landes verwiesen, Theaterdirektoren wurden angewiesen bestimmte Autoren nicht mehr zu spielen, und, und, und. Speziell die Beschreibung der politischen Veränderung hinterlässt beim Lesen ein banges Gefühl. Man weiß, dass Franzobel beim Schreiben seines Kriminalromanes vieles, was das heutige Österreich ausmacht, noch nicht gewusst haben kann. Er hat phantasievoll Szenarien vorweggenommen, die für die meisten Österreicherinnen und Österreich zu dem Zeitpunkt nicht denkbar waren. Nun ist der Roman erschienen, lektoriert, gesetzt, gedruckt, und verkauft und Österreich ist der absurden Phantasiewelt Franzobels beängstigend nah gekommen.

So hat es Franzobel auch geschafft in meine Alltagswelt zu gelangen. Bei einer meiner letzten Fahrscheinkontrollen funktionierte die App nicht und ich spürte eine leicht Malte Dinger-Panik aufkommen. Für mich ist alles gut ausgegangen. Österreich ist zu wünschen, dass es allen anderen auch so ergeht.

Franzobel schafft ein Werk voll Sprachgewalt. Er bedient sich ganz unglaublichen Bildern, die ich persönlich nie verfilmt sehen möchte und die an die Grenze verkraftbarer Brutalität gehen. Aber er spielt auch mit den Wörtern, lässt literarische Kunstformen, etwa die der Alliteration einfließen – “Die Teller, Türen, Toiletten waren noch dieselben, auch die Betten, Bestecke, Besen wirkten gewöhnlich.”

“Rechtswalzer” ist ein verstörendes Buch, eines das niveauvoll unterhält. Geeignet nicht nur für Krimileser. Es ist ein Glanzstück österreichischer, sehr österreichischer Literatur.

Franzobel
Rechtswalzer
Verlag Zsolnay
416 Seiten
3552059229

Mag. Manuela Grabherr-Gappmayer MSc, Publizistin, Leserin, vereitelte Buchhändlerin und unermüdliche Projektentwicklerin