
Ein großflächige Schlechtwetterfront treibt uns schneller in den Norden hinauf, als wir ursprünglich geplant hatten. Wir fahren ohne große Umwege, aber über Landstraßen Richtung Dalamatien. Die Natur, die uns umgibt ist auch hier wahrlich atemberaubend!

Atemberaubend ist allerdings auch hier der Dreck, der in jeder Kurve abgeladen wird. Und erstaunt hat uns, dass wir am Weg zwei große Infrastruktur-Baustellen (Straße, Wasserkraft) gesehen haben, die mit chinesischen Schriftzeichen beschriftet waren. Die Investitionen Chinas in den Westbalkan werden allerdings nicht nur positiv gesehen.
(Interessant: https://www.oiip.ac.at/cms/media/workingpaper-112-china-auf-dem-westbalkan.pdf oder hier: https://www.bpb.de/themen/wirtschaft/freihandel/geooekonomie/569993/der-wind-dreht-auf-ost-die-neue-rivalitaet-mit-china-in-den-eu-kandidatenlaendern/)

Dalmatien – der schönste Teil Kroatiens
Eigentlich bin ich ja kein Kroatien-Fan. Aber Dalmatien hat mich gepackt! Wenn man die (auch Mitte Oktober noch) überfüllten Touri-Magneten wie Split oder Trogir meidet (haben wir nur kurz hineingespäht), dann bietet vor allem der Teil rund um Omis (wo übrigens im August diesen Jahres extreme Walbrände gewütet haben. Wir haben ganze Stapeln verbrannter Autos gesehen) ganz pittoreske Buchten, wo der Bauwahn noch nicht angekommen ist.
Nach einer Starkregennacht in Makarska finden wir ein einen sehr entspannten, sehr sauberen Campingspot bei Knin. Dort stehen wir mit Blick aufs Meer und genießen noch einen letzten Sonnenuntergang an der Adria.







Die (vorvor)letzte Grenze
Wir überqueren die – nun nicht mehr bewachte – Grenze zu Slovenien und fahren in einer (hoffentlich letzten) aufregenden Nachtfahrt einen verschlungenen und wieder einmal sehr engen Weg zu einem winzigen Stellplatz in Samobor. Draußen hat es 6 Grad, die Dusche ist zwar heiß, aber der Weg zurück zum WoMo ist ein Sprint! Dafür werden wir am nächsten Tag mit einem wunderschönen, sonnigen Herbsttag verabschiedet. Der Golfplatz um das Schloss Mokrice ist ein bisschen speziell – hügelig ein Euphemismus – aber er bietet einzigartige Ausblicke in die Thermenregion rund um den Nationalpark Zumberak.


Zurück in der Heimat
Noch am selben Tag überqueren wir die nun wirklich letzten Grenze (ein Stück Kroatien ist noch dabei) nach Österreich. Wir steuern den kleinen Stellplatz in Gamlitz an, wo wir die allererste Nacht unserer Reise verbracht haben. Der kleine, künstliche See ist zwar jetzt noch um einige Grad kälter als vor drei Wochen, aber hey – da muss ich durch 🙂

Auf dem Weg nach Wien besuchen wir noch unsere Freunde in der Buckligen Welt.
Wir freuen uns jetzt schon sehr auf unser Haus, unser Bett, unser Klo! Und sind dankbar dafür, dass wir uns – trotz aller Warnungen – für diese Route entschieden haben. Nix passiert – alles gut 🤩
Facts
- Wir waren 25 Tage unterwegs
- Wir sind ca. 3.500 km gefahren (also ich nur bei-).
- Wir haben 13 Grenzen überquert.
- Wir waren in 5 verschiedenen Ländern.
- Wir waren auf 21 verschiedenen Campingplätzen
Was uns überrascht hat
- Die Qualität der Campingplätze war nahezu überall gut bis sehr gut – obwohl wir immer sehr kleinen den Vorzug gegeben haben.
- Mit unseren e-SIMs (von Saily) hatten wir nahezu überall Empfang.
- Google Maps ist leider geil. Wir haben die entlegensten Spots gefunden, wenn auch die Wege dorthin nicht immer Wo-Mo-freundlich waren 🙈
- Die Einsamkeit im albanischen Hinterland ist wirklich erstaunlich.
- Die Währung in Bosnien-Herzegovina ist die „Konvertible Mark“ – vorher noch nie gehört (1 Euro = 1,96 KM)
- Das Preisniveau in Montenegro ist überraschend südfranzösisch.
- Die Kälte in der Nacht erfordert unbedingt eine funktionierende Heizung.
Unsere Lieblingsplätze
- Südsteiermark
- Kravica-Wasserfälle – allerdings erst, wenn die Tagesgäste weg sind
- Skutari-See
- Dalmatinische Küste rund um Omis
- albanisches Hinterland und die Vjosa

Schön war´s! Danke euch für´s virtuelle Mitreisen!