Max Gross, Das vergessene Schtetl

Max Gross, Das vergessene Schtetl

Auf Empfehlung meiner Lieblingsbuchhändlerin.

Was gut ist am Folgen fremder Empfehlung ist, dass man zu Büchern kommt, die man sonst nie gelesen hätte. Aber natürlich birgt es auch ein ziemliches Risiko! Max Gross´ „Das vergessene Schtetl“ war zumindest so gut, dass ich es zu Ende gelesen habe und jetzt ganz viele jüdische Ausdrücke kenne. Die (im positiven Sinn) sehr eigenartige Geschichte fand ich zunächst recht amüsant. Zum Schluss hin war sie aber schon ein bissl anstrengend.

Der einzigartige Plot

Da wird ein jüdisches Dorf, Kreskol, im polnischen Urwald einfach übersehen. Von allen: Von den Nazis, dann den Kommunisten, den Gojims (Nicht-Juden) – kein Strom, keine Autos, kein Internet. Optionslose Orthodoxie. Eines Tages eskaliert ein Ehestreit und Pescha Lindauer verschwindet. Man schickt den, auf den man leicht verzichten kann: den Außenseiter Jankel Lewinkopf. Jankel erzählt draußen von seinem Schtettl, doch niemand glaubt ihm zunächst. Als Kreskol dann doch entdeckt wird, und die Schutzhülle der Unsichtbarkeit zerbricht, sickert die moderne Welt ein. Kreskol verwandelt sich in ein jüdischen Disneyland. Touristen bestaunen die letzten „echten Juden“. Der Kapitalismus hält Einzug, mit ihm Neid und Missgunst. Die kleine Gemeinschaft spaltet sich… Jankel Lewinkopf irrt in der „echten“ Welt umher und begibt sich auf die Suche seines Lebens.

Jüdischer Witz

Was mich an dem Buch fasziniert hat, war die Begegnung mit dem Judentum, den Begriffen, der Folklore, die sich in geschützten Biotopen entwickelt. Und natürlich, was passiert, wenn dieser Schutz durchbrochen wird.

Manchmal wird es allerdings too much. Da muss man man drüberlesen. Aber als eine Art Fantasy-Schelmen-Roman funktioniert „Das vergessene Schtettl“ ganz gut. Ich mag besonders die Selbstironie – sofern ich sie nicht als solche hineininterpretiere…

Von der Kritik wurde auch mehrfach Gross´ Idee, der Holocaust wäre komplett unglaubwürdig in seiner Monströsität, besonders hervorgehoben. Ich fand das eher irritierend.

Die Frauen kommen alle schlecht weg. Das finde ich schade.

Max Gross übersetzt von Daniel Beskos
Das vergessene Schtetl
Hardcover, 400 Seiten
Katapult Verlag
ISBN 9 783948 923884

Erster Satz

Auch in einer unbeschwerten, friedlichen Stadt wie der unseren ist es möglich, jemanden zu finden, dem man nie wieder begegnen will.

Schnelle selbstgemachte Falafel für 3-4 P.

Schnelle selbstgemachte Falafel für 3-4 P.

Ideal für die Heißluftfritteuse

Foto: Ludovic Avice_unsplash

Zutaten

2 Dosen (vorgegarte) Kichererbsen
1 große Zwiebel
2 EL Mehl
1 Bund Petersilie gehackt
3 TL gemahlener Kreuzkümmel
1 TL gemahlener Koriander
1/2 TL Kurkuma
1/2 TL Zimt
2 EL Olivenöl

Zubereitung

Kichererbsen durch ein Sieb abgießen und gut abspülen. Zwiebel und Knoblauch schälen und vierteln.

Alle Zutaten in einen Multizerkleinerer geben aber nur so lange mixen, dass es kein Gatsch wird.

Aus der Masse ca. 15 Falafel formen. Mit Öl bestreichen und bei 200 Grad 2 x 10 Minuten in die Heißluftfritteuse oder im heißen Öl herausbacken.

Ich habe dazu eine Yoghurtsauce aus Yoghurt, Olivenöl, Zitrone, Knoblauch und Petersilie gemacht und mit weiteren gekauften Dips (Baba Ganoush, Humus) und grünem Salat serviert.

Quelle: Frisch gekocht

So sieht übrigens die Kichererbsenpflanze aus. Bild: Wikipedia, H. Zell

Rote Rüben Risotto (4 P.) – Für mehr Farbe im grauen Winter!

Rote Rüben Risotto (4 P.) – Für mehr Farbe im grauen Winter!

Foto: Natalya Fogarty_unsplash

Zutaten

1 Zwiebel
2 vorgegarte Rote Rüben (gibt´s zum Beispiel an der Salat-im-Sackerl-Theke von BiIlla Plus)
50g Butter oder vegane Alternative
200g Risottoreis
100 ml Weißwein
100ml Rote Rübe Saft (optional)
750 ml Gemüsesuppe
100g geriebener Parmesan oder Veggie-Alternative
200g Cottage Cheese

Zubereitung

Zwiebel würfeln. Rote Rüben in ca. 1 x 1 cm große Würfel schneiden. In der Hälfte der Butter Zwiebel anschwitzen. Reis dazugeben kurz mit anschwitzen, mit Weißwein ablöschen.

Sobald der Wein verdampft/aufgenommen ist, mit Schöpfer Suppe aufgießen, wieder rühren so lange bis der Reis die Suppe aufgenommen hat. Risotto halt… Mit dem letzten Schöpfer Suppe die Roten Rüben einrühren (ev. auch den Rote Rübe Saft) und ein paar Minuten verkochen lassen.

Zum Schluss restliche Butter und Parmesan unterrühren.

Mit einem großen Klecks Cottage Cheese servieren.

Quelle: Frisch gekocht

Kohlsprossen-Maroni-Salat mit Speck

Kohlsprossen-Maroni-Salat mit Speck

Ideal, wenn man von den Bitterstoffen der Kohlsprosssen profitieren will, ohne sie zu arg zu schmecken.

Zutaten (für 1 Person als Hauptspeise)

250g Kohlsprossen frisch (TK geht nicht)
50g durchzogener Speck
100g vorgegarte Maroni
Salz, Pfeffer

Zubereitung

Kohlsprossen halbieren, Strunk herausschneiden und Blättchen einzeln ablösen bis zum Herz. Waschen, 1 Minute in kochendem Salzwasser blanchieren. (Wer auf die knackig grüne Farbe wert legt, sollte eine Prise Natron ins Kochwasser geben. Das erhält sie.)

Speck würfeln, in einer Pfanne anbraten und das Fett auslassen.

Maroni würfeln – ev. auch anbraten (mache ich nicht immer)- in einem tiefen Teller zusammen mit Kohlsprossen und Speck, salzen, pfeffern, gut umrühren: Fertig!

Quelle: Falstaff

Grünkohl Moussaka (4 P.) – wirklich gut!

Grünkohl Moussaka (4 P.) – wirklich gut!

Bisschen aufwendig, vor allem, wenn frischer Grünkohl verwendet wird, lohnt sich aber jedenfalls.

Zutaten

300 g Grünkohl (frisch oder TK, wobei ich ihn TK noch nirgends bei uns gefunden habe. Frisch gib es ihn manchmal bei Denns oder saisonal bei gurkerl.at)
1 Zwiebel
300-500 g (vegetarisches) Faschiertes
2 EL Tomatenmark
2 EL Butter
2 EL (glutenfreies) Mehl
¼ Liter Milch
¼ Liter Gemüsebrühe
2 Eigelb
500 g Kartoffeln
100 g geriebener Käse (z. B. Emmentaler oder jeder andere würzige Käse)
Paprikapulver
Muskat
Oregano

Zubereitung

Die Strünke und dicken Blattrippen vom Grünkohl raussschneiden. Blätter waschen, in kochendem Salzwasser 1-2 Minuten blanchieren, abseihen und gut abtropfen lassen. Die Kartoffeln schälen und kochen, jedoch nicht ganz gar werden lassen.

Die Zwiebel würfeln und in Olivenöl glasig werden lassen. Das Faschierte hinzufügen und kräftig anbraten. Mit Tomatenmark, Salz, Pfeffer, Paprika, Muskat und Oregano würzig abschmecken.

Butter in einem Topf zerlassen, das Mehl darin hell anschwitzen. Mit Milch und Brühe aufgießen und unter Rühren kräftig durchkochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, vom Feuer nehmen und das Eigelb unterziehen.

Den Backofen auf 200 Grad Ober- Unterhitze vorheizen.

Die Kartoffeln in dünne Scheiben schneiden. Eine Lage in eine gefettete Auflaufform legen. Faschiertes, Grünkohl und die Hälfte der Béchamelsauce darauf schichten, dann noch jeweils den Rest von Kartoffeln, Faschiertem und Grünkohl, die oberste Lage sollte Grünkohl sein.

Mit dem Käse bestreuen. 40 – 45 Minuten backen bis die Kruste schön braun ist.

Quelle: Chefkoch.de

Meine 20 to-wants für das letzte Quartal dieses Jahres

Meine 20 to-wants für das letzte Quartal dieses Jahres

ein junge Frau sitzt in einer Wiese und schreibt in ein Buch
Dieses Bild habe ich von der KI erstellen lassen. Sie hat allerdings (noch) ein großes Problem mit Händen 🙂

Ich brauche ein bisserl Druck um in die Gänge zu kommen. Meine Inspiration springt erst an, wenn sie einer Deadline ausgesetzt ist. Daher habe ich mich zum „Blogtoberfest“ angemeldet. Die Aufgabe lautete, eine to-want-Liste für das letzte Quartal zu erstellen. Tada, hier ist sie!

Schauen wir mal, wie viele dieser to-wants am Ende des Jahres abgehakt werden können. (Jetzt, da ich weiß, wie man ein ✅ macht, ist das ja erst erstrebenswert geworden 😉

Persönliche to-wants

  1. ✅ Ich kann mein Knie wieder ohne Einschränkungen schmerzfrei benützen. (das setzt konsequente Physiotheraie voraus.) ==> mit Laufen, Padeltennis o.ä. wird es eher nix mehr.
  2. Ich finde neue, persönliche Wirkfelder, nachdem die Politik einfach zu enttäuschend ist. ==> ich habe das Schreiben wiederentdeckt. Das ist zwar kein nach außen hin wirksamen Feld, aber es ist ebenfalls eine große Herausforderung 🙂
  3. ✅ Ich schreibe wieder regelmäßig Tagebuch. ==> ich schreibe statt Tagebuch so genannte Morgenseiten (nach The Artist´s Way von Julia Cameron)
  4. ✅ Ich habe die restlichen 30 Häuser gemalt, die mir auf 100 fehlen.
  5. Ich konzipiere und „verkaufe“ die Ausstellung „100 Houses“ ==> Pläne haben sich geändert.

Vier Wände to-wants

  1. ✅Ich mache in der Küche und im Badezimmer die Fugen neu.
  2. ✅Ich verwende zum ersten Mal meinen vor 10 Jahren gekauften Dampfgarer.
  3. Wir misten zusammen den Keller aus. ==> teilweise passiert
  4. Ich male ein großes Bild für das Vorzimmer.

Fun to-wants

  1. Wieder mal eine Impro-Theater-Vorstellung besuchen.
  2. ✅Tanzen, tanzen, tanzen
  3. Wir spielen mindestens einmal im Monat Tarock.
  4. Ich schauen mir das neue Programm von Thomas Maurer und Gunkl an.
  5. Ich gehe mindestens 2 Mal/Monat zur Massage.
  6. ✅ Ich mache einen Abstract Painting-Kurs.🖌️

Business to-wants

  1. Ich veröffentliche endlich die feministische Plattform, an der ich immer wieder arbeite, weil ich das optimale technische Setting gefunden habe.
  2. Ich lerne ein Video zeitschonend zu schneiden, ohne mich grün und blau zu ärgern.
  3. Ich schreibe 15 Blogartikel.
  4. Ich mache meine Ablage komplett fertig und bin mir meiner Buchhaltung à jour. ==> diese verdammte Ablage füllt sich immer wieder neu 😡
  5. ✅ Ich reiche alle Arztrechnungen bei der Versicherung ein.

Was glaubt ihr, werde ich sicher schon oder sicher nicht schaffen? Und habt ihr ähnliche to-wants? Kommentiert hier drunter oder schreibt ein email an fliederherz@guteagentur.at

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Alina Herbing, Tiere vor denen man Angst haben muss. Die KI rezensiert obwohl sie keine Ahnung hat.

Alina Herbing, Tiere vor denen man Angst haben muss. Die KI rezensiert obwohl sie keine Ahnung hat.

Traue nie der KI!

Ich beauftragte das (bezahlte) AI-Programm Chatpro-Ai mit der Erstellung einer Rezension zu o.g. Buch. Der Prompt (die Anleitung) lautete wie folgt: „Schreibe eine Rezension des Buches „Tiere, vor denen man Angst haben muss“ von Alina Herbing für den Blog https://www.fliederherz.at/category/liest-hoert/“

Das ist das (stark gekürzte) völlig sinnbefreite Ergebnis:

„In Alina Herbing’s (sic!) Buch „Tiere, vor denen man Angst haben muss“ begibt sich der Leser (sic!) auf eine faszinierende und zugleich beunruhigende Reise durch die Welt der Tiere, die oft für ihr abschreckendes Verhalten und ihr furchtbares Aussehen belächelt oder gefürchtet werden. Herbing, die sich nicht nur als Autorin, sondern auch als leidenschaftliche Biologin einen Namen gemacht hat, nimmt uns mit auf eine Expedition, die sowohl lehrreich als auch spannend ist. (…)

Insgesamt ist „Tiere, vor denen man Angst haben muss“ von Alina Herbing ein aufschlussreiches und inspirierendes Buch, das zur Auseinandersetzung mit unserer Wahrnehmung von Tieren anregt. Es ist für alle Naturinteressierten, Tierliebhaber und auch für Menschen, die eher eine Skepsis gegenüber der Tierwelt hegen, uneingeschränkt zu empfehlen sic!). Herbing schafft es, von Angst zu Respekt und Verständnis zu führen, was das Buch zu einem wertvollen Beitrag im Bereich Naturliteratur macht.“

Das sagt die NI

Alina Herbing ist keine Naturwissenschafterin sondern Germanistin und Schriftstellerin. Tiere, vor denen man Angst haben muss ist eine fiktive Geschichte, wenngleich mit autobiographischen Elementen: Herbing ist in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen und ihre Mutter war Leiterin eines Tierheims.

Ja, es geht um Tiere – unter anderem. Aber vor allem geht es um Madeleine, die mit ihrer jüngeren Schwester Ronja und ihrem Eltern Mutter auf einem heruntergekommenen Hof in einem Provinznest in der ehemaligen DDR lebt. Aus dem antikapitalistischen Traum der Mutter wird eine Dystopie für die Kinder. Die Zuwendung der Mutter verschiebt sich mehr und mehr hin zu den verwahrlosten Tieres, die sie bei sich aufnimmt. Zuerst verlässt Vater die Familie. Die Mutter entzieht sich zwar nicht physisch aber psychisch. Madeleine ist auf sich alleine gestellt und muss sich zusätzlich um ihre jüngere Schwester kümmern. Die Natur, die das Haus umgibt und die Tiere, die das Haus bevölkern, rücken ihr zusehends auf den Leib.

Die Rezension der KI wirkt umso absurder als Herbing eher das Gegenteil eines naturwissenschaftlichen Werkes geschaffen hat. Es ist vielmehr eine Fantasie über die degenerative Erkrankung eines Familiensystems, die sich alptraumartig steigert und scheinbar keinen Ausweg offen lässt.

Persönliches Fazit

Ich finde, es ist ein gutes Buch, wenngleich mich das Thema nicht abgeholt hat. Wenn schon Fantasy, dann mit Feen und Zauber:innen 🙂

Cover von Tiere, vor denen man Angst haben muss
Alina Herbig
Tiere, vor denen man Angst haben muss
Hardcover, 256 Seiten
Arche Verlag
ISBN 9783716028186

Erster Satz

Meine Mutter hatte mich nicht eingeschlossen.

Nordspanien – darum!

Nordspanien – darum!

Nach fast 2.000 km von ganz im Osten an der Grenze zu Frankreich, nach A Coruña ganz im Westen – uns hat es in Nordspanien sehr gut gefallen. Nicht nur, dass es – abgesehen von den großen Städten wie San Sebastian und Bilbao – sehr günstig ist (Übernachtungen in guten Hotels unter € 100,- für 2 Personen; ein Espresso € 1,30; ein üppiges Mittagessen mit Vorspeise und Hauptspeise plus 1/2 l Wein pro Person (!) um € 15,-) – sondern es ist auch sehr sehenswert, Städte wie Landschaft.)

Resumido

  • Es war kälter als ich erwartet habe, dafür viel grüner und weniger windig.
  • Herzlich sind die Nordspanier:innen nicht, Typ: Wiener Kellner. Man könnte auch sagen, sie kommen gut mit sich selbst aus.
  • Sie sprechen deutlich schlechter Englisch, als man – vor allem in touristischen Gegenden – erwarten könnte. Auch die Jungen nicht. (Aber vielleicht hatten sie ja auch einfach keine Lust.) Dafür sprechen sie Baskisch und Galicisch.
  • Sie essen Unmengen, vor allem Weißbrot mit allerlei fettem aber extrem wohlschmeckendem Zeugs drauf. Und das drei Mal am Tag. Und sind kaum übergewichtig. (Anm: Das finde ich extrem unfair!) Das machen sie übrigens auch in Südspanien.
  • Gemüse tritt nur in Form von Tomaten auf. Manchmal auch als Artischoke aber nur in der gehobenen Gastronomie. Eine Ensaladilla muss nix Grünes enthalten.
  • Salz steht auf keinem Wirtshaustisch. Fragt man danach, outet man sich nicht nur sprachlich als Tourist:in.
  • Bio gibt´s so gut wie nicht. Schwarzbrot auch nicht. Glutenfrei maximal im Hotel.
  • Das Abendessen wird nicht vor 21.30/22 Uhr genossen.
  • Alkohol, vornehmlich Wein und Bier, werden ab 11h ungeniert genossen. Allerdings haben wir keine wirklich betrunkenen Einheimischen gesehen. Die Eichung beginnt offenbar schon früh.
  • Der Wein, den ich mangels Kenntnis einfach nur als „blanco“ oder „tinto“ bestellt habe, war nahezu immer sehr gut und günstig, € 2,30 fürs Achtel, immer mit freiem Auge großzügig eingeschenkt.
  • Sie habens nicht gerne gemütlich. Meistens stehen sie beim Café, beim Frühstück, bei Essen. Bequeme Sesseln oder ein gemütliches Kaffeehaus zum Rumhängen haben wir keines erlebt.
  • Sie sind gerne draußen und das bei jedweder Temperatur. Und wenns nur 11 Grad hat, sind trotzdem die Türen und Fenster der Lokale geöffnet.
  • Es wird erstaunlich viel geraucht und die Zigaretten werden einfach auf den Boden geworfen. Auch auf der Terrasse des Lokals.
  • Die Spanierinnen sind sehr angenehme, total defensive Autofahrer:innen. Bei einer Maximalgeschwindigkeit auf Autobahnen von 120 km/h fahren sie 110 und bedrängen einen nie. Das Auto ist ihnen nicht wichtig. Man sieht keine fetten Schlitten, alle sind irgendwo zerkratzt und bisschen verbeult. Allerdings gibt es sehr viele Autos und in den Städten führt das zu massiver Parkplatznot, die sie mit sehr teuren, sehr engen Tiefgaragen und knappsten Parklücken zu kompensieren versuchen.
  • (Nord-?)Spanier:innen haben eine Schwäche für Gruppenzugehörigkeitssymbole. Nicht nur Fußballfans, sondern auch Geburtstagsfeiernde, Junggesellenabschieds-Feiernde, und sonstige Gruppen zeigen das nach außen mit einheitlichem, seltsamen Outfit oder Accessoires wie z.B. Hüten.
  • Die Nordspanier:innen haben viele Hunde, auch große. Ich habe noch nie soviel Windhunde (vor allem Greyhounds) gesehen wie dort.

Ein Paradies für wasserfeste Golffans

Es gibt eine Unmenge an kleinen Plätzen, wo man um unter € 20,- 18 Loch spielen kann! Alle, die wir spielten, waren in einem ausgezeichneten Zustand (im Gegensatz zu den Club“häusern“ oder -zelten.) Selbst die renommierten Clubs wie Logroño oder Meaztegi verlangen für 2 Greenfees + 1 E-Cart unter der Woche nur € 145,- (beide Golfplätze sind absolut sehenswert, dazu noch jener von Uraburu).

Zukunftspläne

Besonders gut gefallen hat es uns in der Gegend von Logroño und in der Rioja. Dort würden wir gerne wieder hinfahren, allerdings stationärer. Noch ein paar Weingüter mit absurd-geiler Architektur ansehen, Pintxos essen, dann Bauchweh haben, und die vielfältige, grüne Landschaft genießen, durchaus auch golfspielend.

In diesem Sinne: Nos vemos!


Kleiner Baskisch-Exkurs

Baskisch ist ja angeblich mit keiner bekannten Sprache verwandt. Es klingt sehr seltsam, eher wie eine Ostsprache, hart und oft „gegurrt“. Es hat 16 – in Worten: sechzehn! – Fälle.

Hier ein paar Beispiele:

ja: bai
nein: ez
bitte: mesedez
danke: eskerrik asko
hallo: kaixo
auf Wiedersehen: agur
gestern: atzo
heute: gaur
morgen: bihar
hier: hemen
dort: hor
Hilfe! Lagundu!
WC: komunak

Hier gibt´s eine Hörprobe: Youtube Video

Und zum Abschluss: San Sebastian bzw. Donosti

Und zum Abschluss: San Sebastian bzw. Donosti

Auf dem Weg von der Rioja (ja, ist weiblich) nach San Sebastian, passierten wir noch so entzückende Orte wie Logroño und Burgos. Aber wir hielten uns dort nicht allzu lange auf, da wir noch ein paar Tage in San Sebastian bleiben wollten.

Diese 200.000 Einwohner:innen-Stadt liegt direkt am Meer an der Mündung des Flusses Urumea. Die beiden Erhebungen, die die Bucht einfassen, sind herrliche Aussichtspunkte auf den berühmten Strand „La Concha“. Es gibt in Donosti quasi nix Schirches. 1813 wurde ein Großteil der Stadt abgefackelt und die meisten Gebäude wurden im Stil des Historismus neu gebaut.

Da sich vor allem die Königinnen Spanien in San Sebastian sehr wohl fühl(t)en, wurde die Stadt über fast 2 Jahrhunderte von wohlhabenden Menschen geprägt. Nicht einmal der bis 1975 (!) regierende Diktator Franco, konnte das baskische Volk (Interessant sind die Definitionen desselben!) restlos unterwerfen. Sie behielten ihre eigene Sprache, ihre Traditionen und kultivierten ihre Abneigung gegenüber dem Rest von Spanien, obwohl sie ihnen ihren Wohlstand verdanken. (Als wir dort waren, gewann Real Madrid die Champions League und obwohl alle gebannt das Spiel in den Bars verfolgt hatten, gab es beim Sieg der Madrilenen nur kurzen Höflichkeitsapplaus.)

Anders als die große Schwester Bilbo hat Donosti keine Industrie – außer vielleicht den Tourismus 😉 Der Hafen ist so klein, dass auch keine Kreuzfahrtschiffe Station machen können. Alles in allem sind die Donostier:innen extrem stolz auf ihre Stadt. Nicht zu unrecht. Allerdings hat uns die offen zur Schau getragene Spanien-Abneigung des Local Guides doch ein wenig verwundert. (Aber vielleicht war das ja auch nur der Standard-Touristen-Schmäh…)

Von einem der Hügel aus ist die Muschelform der Bucht „El Concha“ gut zu erkennen.
Peine del Viento („Windkämme“) von Eduardo Chillido – bei tosendem Meer sicher noch viel beeindruckender
Die Topfentorte ist neben den Pintxos das kulinarische Artefakt schlechthin. Sehr cremig innen und so üppig, dass sie bei uns als Hauptmahlzeit durchgehen würde.

Normales Wohnhaus – in Donosti ist alles wie aus dem Ei gepellt. (Nur die WCs nicht immer.)

Architektonische Wagnisse gehen sie nicht so gerne ein wie die Bilbaoer:innen. Der Neubau des „Kursaales“ – ja der heißt wirklich so – von Rafael Moneo Ende der 1990er-Jahre, der immerhin mit dem Mies van der Rohe-Preis ausgezeichnet wurde – hat sie traumatisiert.

Foto: Wikimedia von Generalpoteito
La Concha im Sonnenuntergang
A Coruña – hätten wir auslassen können

A Coruña – hätten wir auslassen können

Der Mann wollte unbedingt ganz in den Westen. Nun da sind wir. Leider war A Coruña nicht so toll… Vielleicht auch, weil das Wetter eher unfreundlich war. Jedenfalls die Hafenpromenade war sehr schön – fast die gesamte Bucht entlang weiße Erkerfenster – nicht umsonst trägt die Stadt auch den Beinamen „die Kristallene“, weil die vielen Scheiben in der Sonne glitzernd die Seefahrer willkommen heißen.

Der Torre der Hercules ist der älteste noch in Betrieb stehende Leuchtturm der Welt. Er wurde von den Römern erbaut und ist 55 Meter hoch.
Diesen „wunder“baren Bücherladen habe ich in A Coruna entdeckt.

Aufmerksame Leserinnen sind ihr schon begegnet: Ganz am Anfang unserer Reise haben wir sie in Bilbao gesehen, die „Anthem of the Sea“. Wie sie da so im Hafen von A Coruna steht, wird ganz klar, dass diese Schiffe nicht für diese Welt gebaut sind… Die Anthem spült in jede Stadt, die sie anläuft, an die 3.500 Menschen, alles quillt über.

Astorga statt León

Auch Astorga hatten wir nicht auf unserem Reiseplan. Es ist uns passiert, weil wir keine adäquate Unterbringung in León gefunden haben. Und siehe da – Astorga hat uns beeindruckt. Einerseits, weil wir in einer wunderschönen Posada „Casa de Tepa“ mitten in der Stadt gewohnt haben mit einem ganz entzückenden Gastgeber, dessen Familie dieses Haus seit über 200 Jahren bewirtschaftet. Anderseits weil Kathedrale: Bist du deppert! Und gleich daneben das kleine Schlösschen für den Bischof , designt von Antonio Gaudi.

Der wunderschöne Innenhof der Posada
Einer der Salons
Verglaster Balkon mit Sicht auf den Innenhof
Das Zimmer „Napoleon“ heißt so, weil da wirklich mal Napoleon abgestiegen ist!
Das ist die bescheide Behausung des Bischofs – heute ein Kirchenmuseum.
Schon das Eingangsportal der Kathedrale ist wirklich beeindruckend.
Der Hauptaltar
Die Orgel von Astorga hat über 2.300 Pfeifen.

Ein architektonischer „Schlenker“

Der musste sein! Wenn ich schon so weit unterwegs bin, dann will ich mir die Highlights auch geben, selbst, wenn sie einen Umweg bedeuten. Dieses von Frank Gehry entworfene Gebäude beherbergt das Hotel der Bodega „Marques de Riscal“, einem der großen Weingüter im Rioja. Wir wollten uns eine Übernachtung in diesem Luxushotel gönnen, aber leider war es ausgebucht!