Ein wesentlicher Beitrag zur Feminismus-Debatte
Ursprünglich habe ich mich gegen den Kauf des Buches gesträubt. Ich dachte: Noch so jemand, die die Feminismus-Bewegung spalten will. Gut, dass ich es dennoch gekauft habe. Denn „Toxische Weiblichkeit“ macht genau das Gegenteil. Sophia Fritz untersucht schonungslos und aus sehr persönlicher Perspektive, wieviel Patriarchat in uns Frauen* steckt. Damit erklärt sie einerseits, warum es so vielen Frauen schwer fällt, sich mit feministischen Interessen zu identifizieren. Andererseits zeigt sie den möglichen Gewinn, den wir Frauen* (bzw. die Gesellschaft) aus der Auseinandersetzung mit unseren patriarchalen Anteilen (und deren Überwindung) ziehen könn(t)en.
„Es geht um Verhaltensmuster, die uns von wirklichem Vertrauen und echter Solidarität abhalten.“
Toxische Weiblichkeit ist nicht nur ein sehr gescheites Buch, sondern auch sehr gut zu lesen. (Vorsicht, es kann sein, dass frau vor lauter Nicken Nackenverspannungen bekommt 😉 ) Das liegt vor allem an der persönlichen Herangehensweise von Sophia Fritz. Die Prototypen, die sie herausarbeitet, diagnostiziert sie anhand ihrer eigenen „Ent-wicklung“. Sie zeigt aber auch, welche Ressourcen diese, an sich (selbst-)schädigenden, Verhaltensweisen bereithalten.
Wer einen Glimpse in das Buch machen will, dem empfehle ich das Interview von Sophia Fritz in der taz.
Toxische Weiblichkeit ist ein kluges, ungemein reflektiertes Buch, das Mann* wie Frau* viel Spiegel vorhält und ein großes Entwicklungspotenzial bietet. Bitte lesen!

Toxische Weiblichkeit
Hanser Verlag
Hardcover, 192 Seiten
ISBN 978 3-446-2795-5
Erster Satz
Die ersten sechzehn Jahre bin ich hinter einer Lärmschutzwand aufgewachsen.













