Last-Minute-XMAS-Empfehlung: 20 Bücher und wem ihr sie schenken solltet

Last-Minute-XMAS-Empfehlung: 20 Bücher und wem ihr sie schenken solltet

Sonja Franzke empfiehlt

Nino Harataschwilli, Das achte Leben
Für Sofakuschlerinnen und Pageturner, die Geschichte in der Geschichte mögen

Paulus Hochgatterer Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war
Für Lesefaule, die trotzdem nicht auf Heldengeschichten verzichten wollen und einen Sprachqualitätsanspruch haben

Silvia Pistotnig, Tschulie
Für Bobos mit einer Schwäche für Trash, Hochstaplerinnen mit Sinn für Selbstironie, z. B. die Mutter der Schwiegertochter/Freundin

Ruth Cerha, Bora
Für die, die ab Jänner  über die Winterlänge jammern

Jon Gnarr, Hören Sie gut zu und wiederholen Sie
Für politische Seelen, die am Wahlverhalten ihrer MitbürgerInnen verzweifeln, und für alle, die meinen, Idealismus gehöre ins Museum und nicht in die Politik. Tipp: Vielleicht gleich jedem und jeder, der oder die unterm Christbaum den falschen tagespolitischen Kommentar abgeben könnte.

Ines Glatz-Deuretzbacher empfiehlt

Jen Sincero, Du bist der Hammer
Wer einen Schub in Sachen Lebensfreude und Glaube ans Gute braucht, liest oder hört am besten Jen Sincero – ist der Hammer!

Ingrid Kaltenegger, Das Glück ist ein Vogerl
Für Leichtleser – Ein alter, verunfallter Mann, der in den Träumen eines verkappten Musiklehrers erscheint – gepaart mit einer saftigen Beziehungskrise desselben: lustig und todernst zugleich.

Dallas Shaw, The Way She Wears it
Für Stilsuchende – Auf der Suche nach neuer Inspiration gegen immer gleiche Outfits, greift man am besten zu diesem herrlichen Buch von Star-Stylistin Dallas Shaw: Nach Saisonen geordnete Illustrationen, Fotos, außergewöhnliche Stilvorschläge – inklusive Kleiderkasten-Selbstreflexionen …

Daniel Kehlmann, Tyll
Für echte LeserInnen – Auch wenn man die „Vermessung der Welt“ nicht geliebt oder sogar gar nicht gelesen hat – wer diesen großartigen, unglaublich intensiven, mit Ironie, Witz und Liebe zum Detail versehnen Blick in die Zeit des 30-jährigen Krieges versäumt, ist selbst schuld.

Michaela und Nico Richter, Paleo in 15 Minuten: schlank & glücklich mit der Steinzeit Diät
Für Semmerlesser – Einmal den Wahnsinns-Turbo durch Paleo-Ernährung erlebt und nie wieder ein Semmerl angerührt … naja … oder nur mehr ganz, ganz selten …

Ich empfehle

Mariana Leky, Was man von hier aus sehen kann
Für alle, die wir lieben.

Ronja von Rönne, Heute ist leider schlecht
Für Menschen, die man nicht mag, aber irgendwie auch nicht loswerden kann wie z.B. lästige, aber nötige KundInnnen, unbeliebte Familienmitglieder, grenzüberschreitende NachbarInnen, Hauptfachunterrichtende, o.ä.

Marc-Uwe-Kling, Quality Land (Hörbuch von ihm selbst gelesen)
Für humorbegabte Zeitgenossen sowie Drohnen mit Flugangst, Sexdroiden mit Erektionsstörungen, Staubsauger mit Messie-Syndrom und E-Poetinnen sowie alle, die in die Zufkunft schauen wollen.

Elena Ferrante, Die Geschichte der getrennten Wege
Für bff (bestfriendsforever) & bmf (bestmothersforever)

Gail Honeyman, Ich, Eleanor Oliphant
Für alle, die einen liebenswerten Klopfer haben

Doris Knecht, Wald
Für alle, denen das Leben kräftig reing´schissen hat

Jonathan Safran Foer, Hier bin ich
Für alle, die großartige jüdische Literatur lieben und gerne Nachdenken beim Lesen

Hanya Yanagihara, Ein wenig Leben
Für alle, die das beste Buch 2016 noch nicht gelesen haben und sich nicht vor 960 Seiten nicht schrecken

Naomi Klein, Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klim
Für öko-RealistInnen, zwar schon 4 Jahre alt aber natürlich immer noch gültigst

Elena Favilli, Francesca Cavallo, Good Night Stories for Rebel Girls
„Das sind richtig tolle Gute-Nacht-Geschichten, die auf dem Nachtkästchen jedes Mädchens und jeder jungen Frau liegen sollten“ (Franziska Schweizer)

Anmerkung:
Diese Empfehlungen gelten nur, wenn die Bücher im Buchgeschäft ums Eck gekauft werden und nicht beim bösen amerikanischen Konzern, der Steuern vermeidet – obwohl sein Besitzer bereits der reichste Mann der Welt ist! –, hierzulande kaum Wertschöpfung generiert und seine MitarbeiterInnen schlecht bezahlt.

Radek Knapp, Der Mann, der Luft zum Frühstück aß

Radek Knapp, Der Mann, der Luft zum Frühstück aß

Mit Büchern ist es ja ein bisschen so wie mit Essen: Manches Buch ist ein wahrer Festschmaus: viele Gänge werden auf einem sorgfältig geschmückten Tisch in großer Runde mehr zelebriert als einfach nur gegessen (z.B. Ein Wenig Leben von Hanya Yanagihara). Dann gibt es fettes, ungenießbares Fastfood – das wir nur essen, weil uns Werbung künstliche Zusatzstoffe süchtig gemacht haben. Wir schlingen es hinunter, verspüren Instantvergnügen gefolgt von anhaltender Übelkeit und schlechtem Gewissen (nein, kein Beispiel!). Ganz  im Unterschied zu jenen gesunden, leichten, farbenfrohen Snacks, die mit wirklich nahrhaften Zutaten liebevoll zubereitet werden.

Radek Knapps Der Mann, der Luft zum Frühstück aß ist so ein Super-Snack: knappe 109 unterhaltsame Seiten, niveauvoll, entzückend, naiv & klug gleichzeitig. Knapp erzählt die Geschichte des jungen Walerian, der mit 12 Jahren von seiner verrückten Mutter von Polen nach Wien entführt wird. Wie Walerian versucht, in dieser Fremde Fuß zu fassen, ihm dem aber – große Verwunderung ! – das goldenen Wienerherz verschlossen bleibt. Wie es ihm aber dennoch gelingt, sich neu zu verwurzeln und er als Heizungsableser dabei jemandem das Leben rettet.

Weihnachtskaufempfehlung für FreundInnen,  liebe Tanten & Onkeln, ehemalige LieblingslehrerInnen.

Radek Knapp Der Mann, der Luft zum Frühstück aß
Radek Knapp
Der Mann, der Luft zum Frühstück aß
Deuticke, Wien
109 Seiten
ISBN 978 3 552 06336 5

Erster Satz: Niemand wusste so richtig, was im Kopf meiner Mutter vorging.

Spinat-Schafkäse-Eintopf mit Pute – glutenfrei

Spinat-Schafkäse-Eintopf mit Pute – glutenfrei

Zutaten für 4 Personen

500 g Putenschnitzel
2 Knoblauzehen
9 EL Olivenöl
2 EL Weinessig
3 TL getrockneter Thymian
2 EL edelsüßer Paprika
Pfeffer, Salz
400g TK-Spinat (wenn Vegetarieinnen mitessen, entsprechend mehr Spinat)
2 EL Butter
300 ml Gemüsesuppe
300g Feta oder sonstiger cremiger, g´schmackiger Schafkäse
200 g Crème Fraîche
4 Dotter
12 schwarze Oliven

Zubereitung

Fleisch in Streifen schneiden. Kleingewürfelter Knoblauch mit Paprika, 5 EL Olivenöl, Weinessig, Thymian, frsichem Pfeffer verrühren und Fleisch darin 20 Minuten marinieren.

Spinat in zerlassener Butter anschwitzen, mit Gemüsesuppe übergießen, kurz kochen bis gar, Topf vom Herd ziehen, ein bisschen auskühlen lassen. Feta mit Crème fraîche verrühren, Dotter zufügen (gehen auch weniger).

Fleisch in einer Pfanne scharf anbraten. In den Spinateintopf geben, Feta-Crème-Fraîche-Mischung dazugeben, nochmal aufkochen lassen.

Pfeffern, salzen, zum Schluss Oliven hinein. Mit frischem Weißbrot servieren. (Natürlich nicht in der glutenfreien Variante!)

Wenn Vegetarierinnen mitessen, Fleisch extra servieren.

Schnell, einfach, gut: Hühnerbrust mit Äpfeln

Schnell, einfach, gut: Hühnerbrust mit Äpfeln

Zutaten für 4 Personen

4 bio-Hühnerbrustfilets (oder Pute) à 140g
2 EL Butter
2 süßsaure Äpfel
60g Mandeln
4 EL Honig
80 ml Hühnerfond
2 EL Zitronensaft

Zubereitung

Filets waschen, trocken tupfen mit Salz und Pfeffer kräftig würzen. In einer großen Pfanne auf beiden Seiten in der Butter kräftig anbraten. Zwischendurch Äpfel schälen, entkernen und in Spalten schneiden. Mit den Mandeln zum Huhn geben. Den Honig drüberträufeln und leicht karamellisieren lassen. Etwas Fond angießen und unter gelegentlichem Schwenken etwa 5 Minuten fertig garen. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer würzen.

Quelle: Woman

Tipp!

Ich habe dazu Rotkraut gemacht (also TK-Rotkraut aufgetaut und mit 2 EL Preiselbeeren verfeinert). Vollkornreis war noch vom Vortag da. Kürbispurée passt sicher auch gut dazu! (Hokkaido gut waschen, nicht schälen!, entkernen in ca. 1x1cm große Würfeln in ein bisserl Butter dämpfen. Dauert ca. 20 Minuten. Dann passieren. Ich finde, das braucht gar kein zusätzliches Gewürz.)

Herbstliche Mahlzeit!

Unbedingt hören: Mariana Leky, Was man von hier aus sehen kann.

Unbedingt hören: Mariana Leky, Was man von hier aus sehen kann.

Solltest du dir je überlegt haben, selbst einen Roman zu schreiben, wird dich dieses (Hör-)Buch eines Besseren belehren. Es kann nur wenig kommen, das klüger + feinfühliger + liebevoller + komischer (im Sinne von skurril)  daherkommt, als Mariana Lekys Was man von hier aus sehen kann. Ich hab sowas noch nie gelesen (gehört). Am ehesten erinnert es mich an skandinavische Komödien (Ein Mann namens Ole; Elling). Jedenfalls ganz großes Kino, das uns aus diesem kleinen Dorf im deutschen Westerwald geliefert wird. Ein Buch für meine ganz persönliche Bestenliste!

Dieses Buch wurde ohne jeden Zweifel von einer alten, schönen Seele geschrieben …

Selma sieht den Tod voraus. Immer wenn ihr ein Okapi (sic!) im Traum erscheint, wird jemand aus dem Dorf sterben. Im Angesicht des eventuell bevorstehenden Todes – Selma weiß nicht wen es treffen wird – wollen die DorfbewohnerInnen lieber ihre Angelegenheiten in Ordnung bringen. Dass das mitunter noch viel komplizierter ist, als sie sich das ohnedies vorstellen und mitunter Jahrzehnte dauern kann, davon handelt dieses großartige kleine Buch. Und von Aufhockern und Verschreckungen und wie man sie wieder los wird und von einem buddhistischen Mönch, den man auf keinen Fall mehr loswerden will.

Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die keine Action brauchen um bewegt zu sein.

Ihr solltet euch (bzw. den Beschenkten) unbedingt (auch) die Hörbuch-Version gönnen.  Sandra Hüllers Stimme passt perfekt in diese quasi-skandinavische Umgebung.  Sie trifft jeden Ton genau und trägt – ich hab das Buch (noch) nicht gelesen – ungemein zur Stimmung der Geschichte bei.

wasmanvonhieraussehenkann
Mariana Leky, Was man von hier aus sehen kann
Gesprochen von: Sandra Hüller
Spieldauer: 08 Std. 01 Min.
Anbieter: tacheles! / Roof Music

Hier geht´s zur Hörprobe

 

Ronja von Rönne, Heute ist leider schlecht

Ronja von Rönne, Heute ist leider schlecht

Wer auf den Misantropen wohnt, ein Wochenendhäuschen in der Fickt-Euch-Allee sein Eigen nennt, wer auf Sarnagel-Humor gepaart mit deutscher Schnoddrigkeit steht, ist bei der Frau mit dem coolen Namen genau richtig. Heute ist leider schlecht ist eine Kolumnensammlung für schlechte-Laune Tage, oder eigentlich jeden Tag, denn schlecht kann der Tag ja noch werden. Nicht umsonst heißt das Buch im Untertitel „Beschwerden ans Leben“.

Ich lese ja immer mit dem Bleistift in der Hand, um mir Bemerkenswertes zu markieren. (Übrigens ein irrsinniger Nachteil von Hörbüchern! Das mit dem Markieren hab ich bis jetzt nicht durchschaut.) Bei von Rönne legte ich den Bleistift gar nicht mehr aus der Hand. Diese noch so junge Frau (Jahrgang 1992!) ist manchmal bemerkenswert weise – teil-weise sozusagen. (Bitte um Applaus für diesen großartigen Wortwitz!) Eine scharfzüngige Beobachterin („Der moderne Lebenslauf: Geburt, Schule, Arbeit, Burn-out, Ayurveda-Auszeit in Indien und Bikram-Yoga-Kurse in Berlin-Mitte.“), eine Nix-Scheißerin, eine Shitstorm-Küche quasi. Naja mit ein bisserl was über 20 darf frau auch noch mit antifeministischem Blödsinn provozieren. Wer fesch und jung ist, glaubt ja wirklich noch an die eigene Unverwundbarkeit!

Wer schon mal daran gedacht hat, ein Buch zu schreiben muss die Kolumne „So ist Schreiben“ lesen: Köstlich! (Natürlich ein bisserl kokett nachdem Wir kommen, ihr Debutroman nicht nur beim Feuilleton ganz gut ankam.)

Alle Paarungswilligen (im Sinne von Paar-Werdung, nicht das was ihr denkt!) werden auch beim Beginn der Kolumne „Wie man eine gesunde Beziehung führt“ ein Déja-vu haben: „Als Erstes trifft man sich in einer Bar und guckt. Dann schraubt man seine Ansprüche herunter und guckt nochmal.“

Das Kapitel über den Urlaub punktet mit der tiefen Einsicht: „Wer im Urlaub unglücklich ist, lernt vor allem eines: dass Zufriedenheit nichts ist, was sich automatisch einstellt, wenn nur alles Unangenehme aus den Tagen radiert wird, dass das Verzagen tiefer sitzt, knapp unter der Bauchdecke vielleicht.“

Oder das Kapitel über Familie: „Denn natürlich heißt Familie nicht „Leute mit wuscheligen Haaren und gutsitzenden Hosen, die ich aufgrund ähnlicher politischer Einstellungen und Humorverständnis ganz fabelhaft finde. Familiengeschichten  sind deshalb interessant und Stoff für Romane und Filme, weil Familie im seltensten Fall aus Leuten besteht, mit denen man so auch befreundet wäre. Familie das ist ist ein unordentlicher Knoten, ein Haufen komischer Leute mit irritiereden Interessen und seltsamen Frisuren, die ständig mit vollem Mund reden und alle die gleiche Stupsnase haben. In den allermeisten Fällen fragt man sich ungefähr ab dem achten Lebensjahr, ob man nicht den Einhorn-Schulranzen (Alles klar, von welcher Generation wir sprechen ? Anm. d. Red.) mit ein paar belegten Broten und der Kuscheldecke füllen sollte, um dann weit, weit fort zu laufen von diesen furchtbaren Menschen, die behaupten einen zu lieben, und einem dann Rote Beete zu Abendessen vorsetzen. Später wird das nicht besser. Eltern, das sind im besten Falle Leute die einem schöne Dinge (Koma-Saufen) verbieten und zu schrecklichen Dingen (Lebertran-Saufen) zwingen wollen. Eltern haben keinen Geschmack. Eltern hören schlechte Musik. Eltern sind scheiße angezogen. Eltern geben wenig Taschengeld. Eltern verstehen gar nichts. Eltern wissen  nicht was Instagram ist. Opfer. (…) Familie, das ist ein einziges, großes „Trotzdem“.“

Ronja von Rönne Heute ist leider schlecht: Beschwerden ans Leben. S. Fischer Verlag Frankfurt am Main 2017 978-3-596-03703-2 208 Seiten
Ronja von Rönne
Heute ist leider schlecht:
Beschwerden ans Leben.
S. Fischer Verlag
Frankfurt am Main 2017
978-3-596-03703-2
208 Seiten

Erster Satz: „Wenn ich an meine Kindheit denke, erinnere ich mich nur an Millionen Kieferorthopädenbesuche und AOL-CD Roms.“

Wer trotz dieses ersten Satzes jetzt mehr von von Rönne lesen möchte, kann die Welt am Sonntag abonnieren oder aber ihren Blog Sudelheft lesen. Dort sind auch viele Fotos, die klarmachen, wo für mich die Parallelen zu Stefanie Sargnagel liegen 😉

Apfelrahmkuchen, saftig, fruchtig, glutenfrei

Apfelrahmkuchen, saftig, fruchtig, glutenfrei

Zutaten

900 g eher säuerliche Äpfel (485 kcal)
220 g weiche Butter (1.630 kcal)
1,5 TL gemahlener Zimt (30 kcal)
290 g Kristallzucker (1.160 kcal)
2 Pkg. Vanillezucker (63 kcal)
6 Eier (451 kcal)
50 ml Schlagobers (172 kcal)
350g glutenfreies Mehl (1.267 kcal)
70g Buchweizenmehl (240 kcal)
1 Pkg. Backpulver (45 kcal)
250g Sauerrahm (407 kcal)

Gesamtkalorien5.950

Zubereitung

Boden einer Springform (26 cm Durchmesser) mit Backpapier belegen und den Rand darauf festziehen. Äpfel vierteln, entkernen und in ca. 0,5 cm dicke Spalten schneiden.

Butter mit 1 TL Zimt , 200g Zucker und 1 Vanillezucker schaumig schlagen (ca. 4 Min.), 5 Eier hinzufügen und ca. 1 Min. schlagen. Obers unterrühren. Mehl, Buchweizenmehl und Backpulver vermischen, zur Masse geben und flott zu einem glatten Teig verrühren. Teig in die Form füllen und am Rand hochziehen (mehr schmieren, da der Teig recht flüssig ist). Backrohr auf 160 Grad Umluft oder 180 Grad Ober/Unterhitze vorwärmen.

Rahm mit 50g Zucker, restl. Vanillezucker und restlichen Ei verrühren. Auf den Teig gießen und gleichmäßig verstreichen. Die Apfelspalten  ringförmig, eng darauf anordnen. Restlichen Zucker (40g) und restl. Zimt (1/2 TL) (oder Sonnentor Blütenhäubchen) vermischen und über die Apfelspalten streuen. Auf mittlerer Schiene 55 Minuten backen. (Meine Springform hat nur 24cm Durchmesser, dadurch wurde der Kuchen höher. Ich habe ihn 65 Minuten drin lassen und trotzdem war er in der Mitte nicht durch!)

Kuchen aus dem Rohr nehmen, kurz abkühlen lassen und aus der Form lösen.

Quelle: Frisch gekocht

Wolf Küper, Eine Million Minuten

Wolf Küper, Eine Million Minuten

Bei manchen Büchern geht´s ja mehr um das Was als um das Wie – gerade bei True Storys. Insofern darf man sich stilistisch nicht zu viel erwarten bei  Wolf Küpers Eine Million Minuten. Dafür ist seine Geschichte umso rührender und netter und zeitgemäßer. Und auf jeden Fall lesenswert!

Der erfolgreichen Forscher Wolf Küper hat eine geistig behinderte Tochter. Der Umgang mit ihr beansprucht sehr viel Zeit und Geduld. Hauptbetreuungsperson ist die Mutter, während der Vater eine steile Karriere hinter und eine noch steilere vor sich hat. Er ist wenig zuhause, mit Aussicht auf noch weniger. Als Nina, seine Tochter, ihm eines Abends sagt: „Ach Papa, ich wünschte wir hätten eine Million Minuten. Nur für die ganz schönen Sachen, weißt du?“, stellt er seinen – scheinbar bilderbuchartigen – Weg infrage. „Erst die Arbeit dann das Spiel. Erst die Realität dann die Träume. Erst der Jackpot, dann die Reise. Aber eigentlich braucht man doch gar keine Million Euro. Sondern eine Million Minuten!“

Die Familie kommt zu der Entscheidung, sich diese Million Minuten zu nehmen, auf große Reise zu gehen und die Karriere zu verschieben. (Oder sie aufzugeben? Was nach der millionsten Minute passiert, erfahren die LeserInnen – leider – nicht.)

Es ist eine tolle Geschichte über die Relativität von Zeit, über das Loslassen, über das Sein und vor allem über das Sein-lassen.

Eine Million Minuten erzählt eine Geschichte, die Mut macht, sich ins Leben zu stürzen, ohne Garantie, dafür mit Zuversicht und Superkleber im Gepäck.“ (Klappentext)

Wolf Küper Eine Million Minuten Wie ich meiner Tochter einen Wunsch erfüllte und wir das Glück fanden Verlag Knaus 978 3 8135 0743 0 255 Seiten

 

Erster Satz: Finkelbach war der sehr angesagte Psychologe, der mit uns die erste echte Untersuchung durchführte.

 

 

 

Han Kang, Die Vegetarierin

Han Kang, Die Vegetarierin

Es war eine demokratische Entscheidung des Literarischen Quartetts (Aufmerksame LeserInnen werden bemerkt haben, dass uns schon ein Mitglied abhanden gekommen ist…), Die Vegetarierin der Südkoreanerin Han Kang zu lesen. Meine Stimme hatte sie nicht bekommen. (Ich hatte zum 2. Mal erfolglos für Peter Henisch Suchbild mit Katze gevoted.)  Trotz des vielen Lobes – „Meisterwerk“ Faz, „…bigger than Life“ Tagesspiegel, „ein Fest“ The Guardian und der direkten Anordnung „Sie müssen dieses Buch lesen!“ von Arnon Grunberg – war ich skeptisch: Skurrilität mag ich nur in Verbindung mit Humor. Und SüdkoreanerInnen waren mir bisher nicht als besonders witzig bekannt. Wobei ich zugebe, nur sehr wenige SüdkoreanerInnen zu kennen.

Aber abgemacht ist abgemacht. Ich hab mich in Die Vegetarierin hineingequält. Es ist nicht so, dass es nicht interessant wäre. Der schnörkellose Stil, die totale Unaufgeregtheit trotz des aufwühlenden Inhaltes, die doch sehr schräge Idee. Aber es hat mich nicht gepackt. Gar nicht. So sehr nicht, dass ich 30 Seiten vor Schluss (!) aufgehört habe zu lesen. Es hat mich schlichtweg nicht mehr interessiert. Das Bisschen Beziehung, das ich zur Protagonistin aufgebaut hatte, wurde jäh gekappt. Die neue Hauptdarstellerin war bisher kaum in Erscheinung getreten. Eine Randfigur, die kurz vor Schluss ins Zentrum der Geschichte gerückt wird.

Soll sein, aber nicht mit mir. Meine Lebenszeit ist mir mittlerweile zu knapp, um mich zu langweilen. Han Kang wird, das Lesezeichen auf S.161 verewigt, in die Bibliothek verbannt.

Meiner Freundin Ines hingegen hat das Buch sehr gut gefallen. Sie fand es sogar sexy!

Wer sich selbst ein Urteil bilden will, kann das Buch bei meiner neuen Lieblingsbuchhandlung Hartliebs bestellen. Hartliebs liefert versandkostenfrei. No need for Amazon!

Han Kang
Die Vegetarierin
aufbau Verlag
978 3 351 03653 9
190 Seiten

Erster Satz: „Bevor meine Frau zur Vegetarierin wurde, hielt ich sie in jeder Hinsicht für völlig unscheinbar.“

 

 

 

Polenta mit Heidelbeeren – glutenfrei, vegan und super lecker

Polenta mit Heidelbeeren – glutenfrei, vegan und super lecker

Zutaten für 8 kleine oder 4 große Portionen

500 ml Mandelmilch ungesüßt (60 kcal.)
70g Kristallzucker (280 kcal.)
Schale 1/2 bio-Zitrone (20 kcal.)
1/2 TL Zimt (30 kcal.)
50g feine Polenta (150 kcal.)
(Bei mir ist die Polenta weiblich. Ist auf italienisch auch weiblich!)

250g Heidelbeeren (100 kcal.)
40ml Orangensaft (20 kcal.)
Mark einer Vanilleschote
(30g Kürbiskerne) (174 kcal.)

Zubereitung

Für die Polenta Milch, Zucker, Zitronenschale und Zimt aufkochen. Polenta einrühren und ca. 20 Minuten köcheln lassen. Masse in 4 Gläser füllen, auskühlen lassen und ev. 30 Minuten kalt stellen.

Heidelbeeren, Orangensaft und Vanillemark aufkochen und ca. 5 Minuten köcheln lassen. (Kürbiskerne in einer Pafnne kurz anrösten, grob hacken und unter die Heidelbeeren mischen. Beeren auf Polenta verteilen und servieren.

Macht 660 kcal ohne Kürbiskerne und 843 kcal mit. Dividiert durch 4 ist das praktisch gar nichts! Lasst es euch schmecken!

Aus dem wundervollen Kochbuch von Beniva, „Ein Sammelsurium aus Lieblingsrezepten gekocht von besonderen Menschen. Menschen mit und ohne Down-Syndrom.“