Ursprünglich habe ich mich gegen den Kauf des Buches gesträubt. Ich dachte: Noch so jemand, die die Feminismus-Bewegung spalten will. Gut, dass ich es dennoch gekauft habe. Denn „Toxische Weiblichkeit“ macht genau das Gegenteil. Sophia Fritz untersucht schonungslos und aus sehr persönlicher Perspektive, wieviel Patriarchat in uns Frauen* steckt. Damit erklärt sie einerseits, warum es so vielen Frauen schwer fällt, sich mit feministischen Interessen zu identifizieren. Andererseits zeigt sie den möglichen Gewinn, den wir Frauen* (bzw. die Gesellschaft) aus der Auseinandersetzung mit unseren patriarchalen Anteilen (und deren Überwindung) ziehen könn(t)en.
„Es geht um Verhaltensmuster, die uns von wirklichem Vertrauen und echter Solidarität abhalten.“
Toxische Weiblichkeit ist nicht nur ein sehr gescheites Buch, sondern auch sehr gut zu lesen. (Vorsicht, es kann sein, dass frau vor lauter Nicken Nackenverspannungen bekommt 😉 ) Das liegt vor allem an der persönlichen Herangehensweise von Sophia Fritz. Die Prototypen, die sie herausarbeitet, diagnostiziert sie anhand ihrer eigenen „Ent-wicklung“. Sie zeigt aber auch, welche Ressourcen diese, an sich (selbst-)schädigenden, Verhaltensweisen bereithalten.
Wer einen Glimpse in das Buch machen will, dem empfehle ich das Interview von Sophia Fritz in der taz.
Toxische Weiblichkeit ist ein kluges, ungemein reflektiertes Buch, das Mann* wie Frau* viel Spiegel vorhält und ein großes Entwicklungspotenzial bietet. Bitte lesen!
Sophia Fritz Toxische Weiblichkeit Hanser Verlag Hardcover, 192 Seiten ISBN 978 3-446-2795-5
Erster Satz
Die ersten sechzehn Jahre bin ich hinter einer Lärmschutzwand aufgewachsen.
Viel Arbeit, die sich aber richtig lohnt! nach einem Rezept von https://www.eatbetter.de, leicht abgewandelt und „vereinfacht“.
Zutaten
großer Weißkraut-Kopf 200g Naturreis (ich hab Basmati genommen, war zu ungeduldig) 300 ml Gemüsebrühe
1 Funghi Pad von Hermann bio 1 große Zwiebel 2 Karotten 200 g Champignons 1 Bd. Petersilie 20 g Parmesan 20 g Bergkäse oder anderer würziger Käse zum Gratinieren 2 Eier Salz, Pfeffer
Zubereitung
Weißkraut putzen, waschen und die Blätter vorsichtig (!) vom Strunk lösen. (Das geht am besten wenn man den Strunk zitzerlweise abschneidet.) Einen weiten Topf mit Salzwasser aufsetzen, Wasser zum Kochen bringen und die Kraut-Blätter etwa 5 Minuten blanchieren. Anschließend in kaltem Wasser abschrecken. 8 besonders große Blätter zum Füllen beiseitelegen, den Rest aufheben und morgen kalt knabbern oder für die Sauce verwenden (siehe Originalrezept im Link ganz unten). Reis garkochen und würzen. Parmesan reiben.
Restliches Gemüse schälen und fein würfeln. Funghi-Pad ebenso. Champignons in Schieben schneiden und einmal mittig durch (fallen eh zusammen). Petersilie waschen, trockenschütteln und fein hacken. In einer Pfanne Zwiebel, Knoblauch anschmoren, dann Funghi-Pad und Karotten dazu. Zum Schluss die Champignons hinzufügen und alles ordentlich schmurgeln. (Ich mags, wenn die Karotten noch ein wenig Biss haben). Würzen, vom Herd nehmen, auskühlen lassen.
Reis und Gemüsemischung mit Ei und Parmesan vermengen. Petersilie dazu. Nochmal abschmecken.
Krautblätter einzeln zwischen zwei Küchenrolleblättern trocknen, falls Strunk noch hart, rausschneiden (das geht mit einer Schere gut ;-). Füllung drauf, Blätter einrollen, Seiten einschlagen und in eine leicht gefettete Auflaufform. Ich habe die so nebeneinander ge“quetscht“, dass sie nicht aufgehen können, daher musste ich sie nicht zusammenbinden oder mit Zahnstochern zusammenhalten.
Krautrouladen mit Gemüsesuppe übergießen, mit Gratinierkäse bestreuen und für 15 Minuten ins Backrohr. Da alles ohnedies schon durch ist, geht´s nur darum, sie ein bisschen zu bräunen.
Dank Frank, dem Campingnachbarn vor dem netten Schweizer in Unterhose (siehe Sardinien Teil 11), wussten wir, dass wir uns „Capo Testa“ auf keinen Fall entgehen lassen durften. Also haben wir an unserem letzten Tag – nachdem die hinniche Markise (ebd.), die Fahrräder am vom Pizzakoch zusammengeschusterten Anhänger (siehe Sardinien Teil 7) und alles Andere sicher an/in die Vanda gewandert sind (ok, ich hör ja schon auf!) – noch ganz hinauf gefahren an die „Testa“, also den Kopf.
Und noch einmal schaffte es diese Insel – nach all den fantastischen Bildern, die sie uns bereits geliefert hatte – uns zu erstaunen: Frank hatte Recht! Seht selbst!
Auf der Fahrt nach Capo TestaIm Hintergrund sieht man Korsika, ist ca. 15km entfernt.
Am Ende der Superlative angekommen
Selten hat mich eine Reise zu so vielen Steigerungsformen animiert. Sardinien hat den Mann und mich wirklich extrem (eine geht noch 😉 )positiv überrascht. Wir werden sicher wiederkommen. Urschön muss es hier auch im Frühling sein…
Die Rückreise innerhalb von 4 Tagen war gsd sehr unspektakulär. Wir haben noch 3 wunderbare Spätsommertage mit Golfen in Montecchia (18 Loch diesmal!), Lignano und Udine „mitgenommen“.
In Klagenfurt habe ich endlich meine Freundin Petra Eggenreich besucht und im Illy Café einen nostalgischen Espresso (jetzt um € 2,90 statt um 1,50 🤷♀️) getrunken.
Auch ihr habt es fast geschafft: Ich werde noch versuchen, euch unsere Route darzustellen. (Kann sein, dass dabei wieder was kaputtgeht, weil die Routenprogramme echt 🤬🤬🤬) Und ein paar Zahlen zu unserem Trip zusammenzustellen …
Von Lotzorai fahren wir in Richtung San Teodoro. (Dort, das kann ich schon vorwegnehmen, hat es uns am wenigsten gefallen). Aber hier ist der Weg das Ziel. Er führt uns hinauf in das höchste Gebirge Sardiniens, in das Massiv Gennargentu. Dabei kommen wir an Bergdörfern vorbei, wo einem – nicht nur wegen der Höhenmeter – immer wieder die Luft wegbleibt wie z.B. an Baunei. Die Straße sind so eng, dass sie teilweise nur einspurig sind, es aber keine Ampeln gibt…
Die Fußballer:innen von Baunei haben immer Höhentraining!
Wir sind übrigens immer noch auf dieser außergewöhnliche SS125. Auf der andere Seite des Bergkammes schleift sich die Straße wieder hinunter zum Meer. Die Farbe der Berge, die uns umgeben, wechselt immer wieder – aber stets ist viel Grün dabei. Sanfte Hochebenen auf denen Kühe und Schafe weiden, Motorradfahrer, die auch eher die Landschaft genießen (oder einfach nur bereits müde von den unzähligen Kurven sind), Hütehunde auf der Straße und seltsame Warnschilder…
Schon mal gesehen?!
Orosei lassen wir aus Zeitgründen aus. (Fehler!) Wir wollen nach San Teodoro. Da wissen wir noch nicht, dass das der einzig wirklich arg touritistifizierte Ort unserer Route ist. Er liegt zwar an einem ganz tollen, riesigen Strand, dahinter eine Lagune mit Flamingos, aber wir fühlen uns hier nicht wohl. Also brechen wir nach nur einer Nacht wieder auf, denn so viel Zeit bleibt uns nun nicht mehr. Die Fähre zurück nach Livorno ist schon gebucht und ich möchte unbedingt noch einmal zu unserem ersten Campingplatz hier auf Sardinien zurück: Isuledda. Dort haben wir uns einen der wirklich geilen (nix premium, sondern „Bonbonniera“!) Standplätze reserviert! (Jetzt simma a schon g´scheiter ;-))
Das ist die Aussicht von unserem „Schlafzimmer-Fenster“
Mit dem Boot in die windgeschützten Buchten
Der Mann will sich unbedingt ein Boot ausborgen. Das machen wir dann auch und werden belohnt! Obwohl die Fahrt zunächst recht ruppig und kalt ist, sind die windgeschützten Buchten traumhaft! Wir sind fast ganz alleine und können Wasser, Farben und milde Spätsommertemperaturen genießen!
Die Sicht ist zwar ausgezeichnet, aber außer Steinen, Gräser und ein paar Seegurken gabs nix zu sehen.
Schreckensnacht 😱
Auf unserem lauschigen Plätzchen am Campingplatz haben wir wir es uns sehr gemütlich gemacht. Inklusive Markise… Die Wettervorhersage sprach zwar von ein paar nächtlichen Tröpfchen, aber nicht von Gewitter und schon gar nicht von sintfluartigem Schüttregen! Jedenfalls hat uns ein Mordskracher um 2h morgens aus dem Bett geschmissen: Der Regen hatte sich in der Markise gesammelt und eine der Stützen regelrecht weggesprengt. Also Mann und ich in Unterhose im Schüttregen notdürftig die Markise am Wegfliegen gehindert. Ich natürlich zu klein… Netterweise kommt uns der Nachbar – in Unterhose! – zu Hilfe. Sehr selbstlos! Wir waren alle drei patschnass und durchgefroren 🥶
Am nächsten Morgen konnten wir nur noch feststellen, dass die Markise hinüber ist. Mit Kabelbindern und Zurrgurten hat der Mann sie zumindest so befestigen können, dass wir sie auf der Rückreise nicht komplett verlieren würden.
Anfängerfehler! Werden die alte Markisenhasen jetzt sagen. Ja eh. Trotzdem sehr ärgerlich. (Man muss die Markise immer schräg runterspannen, damit das Wasser ablaufen kann.) Die war ungefähr vorher 3 Mal im Einsatz. Egal, Hauptsache niemandem ist was passiert. Und danke nochmal an den Schweizer Nachbarn, der mitten in der Nacht zur Stelle war und auch am nächsten Tag mit einer Leiter geholfen hat!
Jetzt simma fast am Ende. Nächstens zeige ich euch noch ein ganz besonderes Abschlusshighlight: Capo Testa und unsere gesamte Route. Also: Es ist noch nicht ganz vorbei. Stay tuned!
Wobei man in Sardinien eh dauernd das Gefühl hat, dass es bergauf geht…
Anmerkungen: Ich schreibe über diese nächsten Etappen wieder zuhause vor dem Bildschirm sitzend – möglich, dass es mir nun ein wenig an der Begeisterung mangelt. Das liegt überhaupt nicht an den Gegenden, durch die wir reis(t)en, sondern nur daran, dass es vorbei ist.
Eine der schönsten Straßen ever
Wenn man von Cagliari in den Norden fährt, muss man unbedingt – auch wenn einem noch so schlecht wird beim Kurvenfahren – die SS125 nehmen. Um jede Kurve taucht ein noch schöneres, noch beeindruckenderes Panaroma auf. (Und die Hundewelpen, die beim Caféstand in der Gegend von Villasimius um unsere Aufmerksamkeit buhlen haben nicht den Funken einer Chance. Unsere Augen können sich an dem Blau einfach nicht sattsehen! Hunzi hin oder her.)
Über SinnaiÜber VillasimiusBei so einer Aussicht ist es wurscht, wenn der Café grauslich ist. Einer der ganz wenigen unter den ganz vielen, die wir getrunken haben.Auch Vanda darf die Aussicht genießen
An der Küste des Königs
Der ganze Abschnitt bis hinauf nach Tortoli wird „Costa rei“ genannt. Nicht ohne Grund. Ein Strand neben dem anderen, sicher auch in der Hochsaison genügend Platz für alle. (Wobei mit dem WoMo möchte ich da nicht hinfahren, weil die Straßen und Gässchen in den Orten so eng sind. Aber mit dem Boot vom Wasser aus, muss das großartig sein!)
Wir fahren weiter in Richtung Tortoli. Also eigentlich heißt der „Ort“ Ortzolai. Dort lassen wir uns unter Olivenbäumen 3 Tage nieder. Mit dem Fahrrad machen wir kleiner Touren in der Umgebung, die Felsen dort sehen sehr speziell aus. (In der Warteschlange vor dem Klo spreche ich eine junge Frau an, die aus Alaska (!) hierhergekommen ist, um zu klettern! Meine erste echte Alaskerin, Alaskanerin?)
Der Strand ist auch hier riesig und ewig lang. Das Essen beim Onkel in der Pizzeria gut und preiswert. Die Tiroler (sic!) Mama führt in der Küche in strenges Regiment 👩🍳
Da wir nun genau gen Osten schauen, gebe ich mir den Sonnenaufgang. (Leider hab ich das Morgenrot um ein paar Minuten verpasst! Verdammte Blase!)
Mit dem Fahrrad geht´s in die nächste „echte“ Ortschaft, Santa Maria Navarrese, wo wir eine nette Strandbar unter einem riesigen Olivenbaum entdecken und ich einen – naja zwei – wirklich gute Passion-Spritz´ trinke.
(Triggerwarnung: hier geht’s um Kacki und um Müll)
Kinder haben noch ein Recht auf eine ganze Muschel. Vielleicht ist der Übergang zur geteilten ja ein Initiationsritual!
Ich weiß ja nicht, was das ist mit den Italiener:innen und ihren Häusln. Die meisten Klos hier haben keine Abschließmöglichkeiten. Man soll anklopfen. Im besten Fall steht das – auf Italienisch natürlich – an der Türe angeschrieben. Interessanterweise sind die meisten Klos hier in Sardinien barrierefrei 👍Das heißt aber auch, dass der Abstand zwischen Türe und Klomuschel dementsprechend groß ist. Kommt wer rein, der der Sprache nicht mächtig ist oder dem es einfach wurscht ist, weil er/sie schon 4 Aperitivi getrunken hat: Pech!
Aber kacken kann man auf solchen Klos eh nicht. Klobrillen sind der absolute Luxus. Die meisten Muscheln sind zudem zweigeteilt und nach vorne hin offen. Warum macht man das? Spart das Material, Reinigungskosten? Soll das andeuten, dass der italienische Penis so groß ist, dass er raussteht? Klopapier sowieso Fehlanzeige.
Auf einem Campingplatz gab es (für Männer) sogar noch Stehklos! Die kenne ich noch aus meiner Kindheit von den italienischen Raststationen (seeeehr lange her!) und meinem ersten Thailandurlaub in den 80Jahren. Ja, ist physiognomisch sicher besser als sitzen, aber was machen Menschen mit schwacher Muskulatur? Wie eklig ist es, wenn die Wurst aus 30 -50 cm Höhe ins Wasser plumpst?
Und da red ich noch gar nicht von Sauberkeit. Ist am Klo egal. Die kacken zuhause oder gar nicht oder ins Gebüsch, zu ihrem Müll.
Überall wird akribisch der Müll getrennt! Am Campingplatz steht sogar einer und überwacht, dass der Korkstoppel nicht mit ins „Glas“ geworfen wird… Und dann hauen die ihre verschnürten (sic!) Müllsäcke, ihren Sperrmüll, ihre Autoreste (am beliebtesten sind Stoßstangen), einfach alles in den Straßengraben.
Ich hab mich auf Sizilien ja schon sehr darüber aufgeregt. Aber hier ist es kaum besser!
Im 5*-Hotel natürlich nicht: ganze Muschel, Klobrett, Papier, sauber … Auch Scheißen ist eine Frage von Status.
Sind wir die letzten Reisen immer unabsichtlich in große Sportveranstaltungen geraten (Milano Fußball Stadtderby, Spanien Championsleagefinale…) so war diesmal eine pro Palästina-Demo. Die Zufahrt zu unserem Stellplatz war – zunächst – unmöglich, da die Straße mit Palästina-Fahnenschwingenden Demonstrant:innen blockiert war. Die Banneraufschrift „Blocchiamo tutto“ (Wir blockieren alles) verhieß nichts Gutes. Ein bisschen opportunistisch haben wir durch Hupen und Daumen-hoch Zeichen unsere Solidarität geäußert. Wir wussten ja nicht, ob die Vermummten der ersten Reihen eh friedlich wären. Aber alles verlief peaceful, wie es einer solchen Thematik auch angemessen ist. (Vielleicht habe ich ja nicht alles, was so auf den Bannern stand, verstanden, aber ich vermisste schon die Israel-Perspektive, da war nix von „Bring-them-home“ o.ä. zu lesen… Naja, das ist ein komplett anderes Thema, das nicht hierher gehört.)
Im Kontrast zur Israel-Palästina Thematik stand im Hafen, den wir ja lange betrachten konnten, eine Mega- nein Gigayacht, die dem ukrainischen Milliardär Rinat Akhmetov gehört. Wer ein bisschen Protzspechtln möchte: Sie heißt Luminance, ist 140 Meter lang. Der Betrieb kostet ca. 50 Millionen Euro pro Jahr! Hat zwei Hubschrauberlandeplätze, ein Infinitypool und 500 Millionen Eier gekostet. Danach googlen kostet nix 😊
Tetris in echt
Wir erreichten unseren Stellplatz mit einer Stunde Verspätung. Wie die vielen Wohnmobile auf kleinsten Platz geschlichtet wurden, war beeindruckend und muss von oben wie Tetris ausgesehen haben.
A propos oben: Wer Cagliari, die sardische Hauptstadt mit 150.000 Einwohner:innen, besuchen will, muss gut zu Fuß sein – die Altstadt thront auf einem von Stadtmauern umgebenen Hügel, daher geht’s auch hier sehr viel bergauf. (Gibt auch Aufzug, wenn man´s weiß 😉) Von oben hat man eine fantastische Aussicht auf den gesamten Golf von Cagliari. In der Lagune fühlen sich Flamingos und Reiher wohl. Die Strände ziehen sich kilometerlang, die meisten sind wild und gratis.
einer der Aufzüge in die OberstadtIm Hintergrund sieht man die Lagune.Ausblick auf das thyrrenische Meer
Ein marmornes Kunstwerk
Erwähnenswert ist jedenfalls die ganz außergewöhnliche Kathedrale Santa Maria di Castello: ein Marmor(Alp?-)traum! Und wer schon dort ist: Unbedingt auch die Krypta ansehen! Das Gewölbe ist mit 600 Rosetten verziert und beherbergt Grabkammern mit den Überresten von fast 300 sardischen Märtyrern (danke an Wikipedia).
relativ unscheinbar von außen…Der Hauptraum der Krypta, links und rechts gehen noch 2 weitere kleinere Räume abJede der Kammern ist mit einem solchen Bild versehen!
Nach den 22.000 Schritten, gefühlt fast alle bergauf, hab ich jedenfalls tief und fest geschlafen. (Eventuell hat auch der hiesige Weißwein mit seinen 14% dazu beigetragen…)
PS: Weil ich hier immer so über die unfreundlichen Kellner:innen abgelästert habe: Hier, im Antico Caffè, hatten wir den nettesten Kellner aller Zeiten!
Kurzer Serviceteil bezüglich Wetter: Die Temperaturen sind optimal! Wir haben bisher auf Sardinien nur schönes Wetter, mal ein bisschen mehr Wind, mal weniger. Es hat im Schatten so um die 25 Grad. Am Abend wird’s eher huschi, da sind eine lange Hose und ein Jackerl nicht falsch. Ideal um zu schlafen. Die Klimaanlage, die unser Bus hat, war nicht einmal in Betrieb. Das Meer ist nix für Warmduscher, aber für mindestens einen Schwumm am Tag hat´s immer noch gereicht!
Bosa ist bunt
Bosa ist ein kleines Städtchen ganz im Westen Sardiniens an der Mündung des Flusses Temo. Das Besondere an Bosa sind die bunten Häuschen, die sich an die Bergflanke anschmiegen. Oben thront das Kastell Malaspina, das eine fantastische Aussicht auf die Umgebung bietet. Es lohnt sich also durchaus, die gefühlt 748.656 Stiegen zu erklimmen. Oben zahlt man dann gerne 10 Euro für einen Audioguide, der sicher gehen tät, wenn das Internet ginge… Aber egal, die Optik entschädigt allemal (und die Sporteinheit ist auch gleich inkludiert)!
Hier wird an sehr prekären Lagen Sardiniens bekanntester Wein, der Malvasia de Bosa, eine der ältesten bekannten Trauben, angebaut. Die Weißweine hier – außer dem Vermentino – sind alle recht hochprozentig. In Alghero habe ich einen mit 14% getrunken, und das war noch der „schwache“… Die gehen rauf bis 16%! 🤯
Diese Stufen hab ich dann verweigert!
Da wir es ja nicht eilig haben, nehmen wir meistens die Panoramastraßen. Die sind teilweise wirklich extrem spektakulär!
Der nächste Campingplatz war dann eher 🙈, aber der Strand extrem. Zwar nicht zum schwimmen, aber zum Schauen! Vor allem am Morgen, wenn die Sonne langsam über die Dünen kriecht und alles mit einem goldenen Glitzer überzieht. Hach!
Vorweg: Der Fahrradträger hält Bombe! Auch wenn das Schweißwerk Grazianos nicht seines Namens würdig ist, so hält es doch den vielen Muppeln und Löchern in den Straßen hier stand.
Auf dem Weg zu unserer nächsten Station bei Alghero machen wir einen Umweg über Capo Caccia – ein wirklich spektakulärer Felsen mit vielen alten Wachtürmen aus dem 12-16 Jahrhundert. Waren Piraten in Sicht, wurde durch ein ausgeklügeltes Lichtzeichensystem mit der befestigten Stadt kommuniziert.
Alghero selbst ist eine typische mittelgroße Stadt mit einer sehr beeindruckenden Festungsmauer und einer pittoresken Altstadt. Von unserem Campingplatz aus 2 Ortschaften weiter führte sogar ein Fahrradweg hin! Angesichts der sehr engen Landstraßen ist das wirklich ein Luxus.
Der Strand am Stellplatz „Paradise“ ist tatsächlich paradiesisch! Windgeschützt, klarstes Wasser und feinster Sand. Wie in der Werbung 🙂
Nachdem unser Fahrradanhänger-Problem gelöst war, fuhren wir weiter, um in Is Arenas Golf zu spielen. Aber das darf ich euch nicht erzählen, weil ich darüber eine Geschichte in SimplyGOLF schreiben werde… Wie ich es auch schon über Golf in Apulien getan habe. Ich kann euch nur so viel verraten: Verglichen mit anderen sind wir arme Kirchenmäuse, denn dort kommen viele Gäste mit dem Hubschrauber an…
Weiter geht´s nach Bosa. Aber zuerst muss ich mein Laptop aufladen. Weil hier gibt´s zwar WiFi, aber keinen Strom 🙈