Pula ist der enstpannteste Golfplatz, den ich in dieser Woche gespielt habe. Obwohl dort die European Tour gastiert, ist der Platz gut bewältigbar. Ein nicht zu hügeliges Gelände (bis auf ein paar Löcher gegen Ende), breite Fairways und – ja ok – ein paar Wasserhindernisse.
Ärgerlich allerdings auch hier die Grüns. Nicht nur schnell, sondern auch in alle möglichen Richtungen verwunden. Aber gezählt habe ich ohnedies erst am letzten Tag.
Alles in allem ein sehr schöner Platz, aber mit wenig Aussicht aufs Meer.
Scheinbar ist beim Golfplatz ein Hotel dabei. Das Frühstück hat sehr lecker ausgesehen!
Vall d´Or ist ein wunderschöner, sehr anspruchsvoller Platz. Die ersten 9 steigen (steil) an Richtung Gebirge. Die 2. Neun öffnen sich zum Meer hin. Spektakuläre Aussichten garantiert. Da mein Spiel so richtig schlecht war, konnte ich mich intensiv mit der herrlichen Umgebung beschäftigen.
Die Grüns auch hier für durchschnittliche Spieler kein aufbauendes Erlebnis. Da hilft nur noch ein weißer Spritzer mit Zitrone auf der Clubhausterrasse!
Direkt nach der Winterpause schüchtert mich der schöne, an der Ostküste gelegene Superplatz doch ein wenig ein. Doch die verschiedenen Aussichten auf das Meer, die weitläufigen hügeligen Fairways, in einer wunderschönen, grünen Umgebung lenken ab. Die Sonne scheint, schon nach kurzem Einspielen auf der Driving Range (1 Jeton = 40 Bälle!) ist mir heiß. Bald geht es auf und ab und mir fehlt – nach 3 Wochen Bronchitis – der Atem. Dennoch macht das Spielen Spaß. Der Platz ist wirklich wunderschön und für meine spielerischen Unzulänglichkeiten gibt´s ausreichend plausible Erklärungen. Einzig die Grüns machen uns allen schwer zu schaffen. Sauschnell und oftmals hängend. Ein 2-Putt ist ein Ereignis; meist folgt auf den Putt eher ein Chip. Sogar unsere Singlehandicapper fluchen ***schadenfreude***
Nach fünfeinhalb Stunden haben wir uns den Cortado (Espresso mit Milchschaum) auf der Clubterrasse redlich verdient. Die Aussicht ist sensationell! Auch nicht-Golfern wärmstens zu empfehlen. Wir sitzen erschöpft in der Nachmittagssonne und versuchen unser Green-Trauma abzuarbeiten.
Viele alte Oliven – und Nadelbäume beeinflussen das Spiel maßgeblich.In Canayamel hat man immer wieder spektakuläre Aussichten aufs Meer!
Tanja Maljartschuk stammt aus der Ukraine. Seit 2011 lebt sie in Wien. Wenn nur ein Bruchteil dessen, was Maljartschuk schreibt, der Realität entspricht, weiß man auch warum das so ist. Und man weiß auch, wieso so viele Menschen in der Ukraine auf dem Maidan ihr Leben riskiert haben, um das System zu ändern. Sie riskierten es auch vorher schon in prekärsten Verhältnissen, unter staatlicher Willkür, wo zuerst das Recht des Reicheren, dann jenes des Stärkeren kommt. Und wer den offiziellen Weg geht, zerschellt an der Gummiwand der Bürokratie.
Dabei meint es Maljartschuk gut mit ihrer Heldin (im wahrsten Sinne des Wortes) Lena. Lena möchte ein guter Mensch werden. Denn „anständige Menschen müssen gut sein“. Doch gut sein funktioniert nicht in Maljartschuks Ukraine. Die Menschen dort saufen, verprügeln ihre schwächeren Verwandten und Bekannten, verkaufen Streunerhunde an Chinarestaurants, lassen Menschen vor ihrer Türe erfrieren, betrügen einander und den Staat. Nur Lena stellt sich dem entgegen. Sie verteidigt ihre Kindergartentante, sie setzt sich für die Hunde ein, sie will ihrer behinderten Freundin einen Rollstuhl und eine Rente organisieren. Mutig und ausdauernd tritt sie für ihre Anliegen ein. Im besten Fall erntet sie Spott, schlechtestenfalls wird sie verprügelt. Erreichen tut sie nichts. Kleine Siege kann sie nur erringen, wenn sie sich doch des Systems bedient und zum Beispiel den Dorfmafioso anheuert um, die Hundefänger zu eliminieren.
Auf ihrem Weg von einer Ungerechtigkeit/Ungeheuerlichkeit zur anderen stolpert sie über einige bemerkenswerte Einsichten. Die knappe Sprache macht daraus beinahe Aphorismen:
„Man trinkt Wodka nicht, weil er da ist, sondern weil nichts anderes da ist: keine Arbeit, kein Glaube, keine Zukunft. Wenn eines von den dreien wieder da ist, wird man keinen Wodka mehr trinken.“
„(…) in einem aussichtlosen Kampf sind diejenigen am wichtigsten, die kämpfen, weil sie der Zeit nicht erlauben, sie in Monster zu verwandeln. Man verliert den Kampf, aber man kann sich selbst gewinnen.“
„(…) Der Tod ist die größte Schwachstelle im Atheismus.“
Maljartschuk schildert die grausamen und elenden Umstände unter denen Lena und ihre SchicksalsgenossInen leben, mit erstaunlichem – verzweifelten? – Humor. Monty Python in echt sozusagen. Doch wenn es gar zu grauslich zu werden droht, bleibt Maljartschuk kein anderer Ausweg, als zum Übernatürlichen zu greifen: Jetzt kann es nur noch die fliegende Frau mit dem roten Kopftuch richten.
So endet der Roman über die einst unerschütterliche Optimistin Lena mit ihrem traurigen Resumée:
Vor langer Zeit hat man mir einmal erzählt, dass es das Gute und das Böse gibt und dass ein anständiger Mensch gut sein muss. Das ist seine Pflicht. Ich habe beschlossen, so zu sein. Ein guter Mensch zu sein. Und so habe ich darauf gewartet, meine Güte endlich beweisen und einsetzen zu können. Doch die Zeit verging und nichts geschah. Ich habe nichts Gutes getan. Im Gegenteil. In meinen Bestreben Gutes zu tun, habe ich Böses angerichtet. Und jetzt frage ich mich: Was ist das Gute überhaupt? Wir wissen, was das Böse ist, aber was ist das Gute?
Tanja Maljartschuk Biografie eines zufälligen Wunders übersetzt von Anna Kauk Residenz Verlag ISBN 9783701716128
Eine Kindheit in Kanada in den 60er und 70er Jahre. Wie im Wildwestbilderbuch wachsen die Schwestern Maggie und Jenny in den mächtigen Wäldern des kanadischen Hinterlandes auf. Behütet und dennoch frei – Spießigkeit inmitten der Wildnis: zelten, Beeren sammeln, im eisigen Seen nackt baden, Feuerholz machen und ein bisschen Schule. Eine liebevolle Mutter, ein zwar schweigsamer aber umsorgender Vater. Alles ist gut.
Doch dann kommt der Vater ums Leben. Die kleine, heile Welt gerät ins Wanken. Plötzlich ist gar nichts mehr gut.
Irgendwie landen Maggie und Jenny in einer nichtssagenden kanadischen Kleinstadt. Bei der ewig schlecht gelaunten Bea und ihrem kranken Mann Ted. Statt Familienidyll gibt´s von da an nur mehr physische Grundversorgung. Meldet sich die Mutter zunächst noch sporadisch, herrscht bald absolute Funkstille. Während Jenny, die ältere, ihr Teenagerleben irgendwie weiterlebt, leidet Maggie extrem unter der Abwesenheit ihrer Mutter. Gemeinsam mit ihrem einzigen Freund Vern leistet sie sich kleine Auszeiten, Fluchten in die raue Natur, die einzige Umgebung, in der sie sich noch geborgen fühlt.
Als Maggie auch noch von ihrer größeren Schwester unfreiweillig verlassen wird, macht sie sich schließlich auf die Suche nach ihrer Mutter. Doch was sie herausfindet, wird das Bild, das Maggie von ihrer Mutter hat, noch einmal tief erschüttern.
Der Duft des Regens ist ein hoch emotionales Buch, das jedoch nie kitschig oder pathetisch wird – praktisch das Gegenteil von einem Weaper 😉
Eine Coming-of-Age-Story, die 16- wie 44-Jährige beeindruckt.
Uneingeschränkte Lesempfehlung.
Frances Greenslade Der Duft des Regens übersetzt von Claudia Feldmann Insel Verlag Berlin ISBN 978458359555
Das Original erschien 2011 unter dem Titel Shelter bei Random House Canada.
So sehen Linsenpflanzen aus! Foto: V. Selvas, Wikipedia
Zutaten für 4 Portionen
Bund Jungzwiebel 2 Knoblauchzehen 250g Rote Linsen 3 EL Sonnenblumenöl o.ä. 1 Pkg. Indian Chicken Curry Paste 400 ml Kokosmilch 500 ml Wasser wer´s mag 3 EL Rosinen 150g TK-Blattspinat 4 EL Mandeln 4 Pitabrote Salz
Zubereitung
Weißen und hellgrünen Teil der Jungzwiebel in 1 cm dicke Ringe schneiden. Den dunkelgrünen Teil in ca. 4 cm lange Stücke. Knoblauch schälen, fein hacken, Linsen abspülen.
2 EL Öl in einem Topf (oder Wok) erhitzen. Den Knoblauch mit weißen und hellgrünen Jungzwiebeln kurz anbraten. Currypaste zugeben kurz mitrösten. Kokosmilch, 500ml Wasser, Linsen, Rosinen und Spinat zugeben. Aufkochen und 15 bis 20 Minuten sanft köcheln lassen bis die Linsen gar sind.
Inzwischen Mandeln grob hacken (oder gleich Mandelstifte verwenden). Pitabrote in einem Toaster toasten und warm halten. Restliches Öl in einer Pfanne erhitzen, dunkelgrüne Jungzwiebelstücke bei mittlerer Hitze 1 bis 2 Minuten braten, mit Salz würzen.
Linsen-Dal mit Salz würzen, in Schalen füllen, mit Mandeln & Jungzwiebeln bestreuen und mit den warmen Pitabroten servieren.
/Leider noch nicht auf Deutsch erschienen, aber unbedingt lesenswert/
Pierre Lemaitre hat für seinen Kriegsroman die höchste französische Literaturauszeichnung, den Prix Goncourt, erhalten. Das war der Grund, mir dieses Buch zuzulegen. Nach dem Cover kann man bei den Franzosen ja nicht gehen: schwarzer Titel auf weißem Grund. Und es hat sich ausgezahlt! Ein tolles Buch, das die Greuel und die ebenso grauenhaften Folgen eines Krieges – in dem Fall des ersten Weltkrieges – anhand weniger Figuren großartig darstellt. Ohne dabei den Humor zu verlieren.
Da gibt´s den ehrgeizigen Kommandanten Henri d´Aulnay Pradelle, der um jeden Preis als Held aus dem Krieg zurückkehren will. Er geht dabei im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen. Und auch nach dem Krieg werden Leichen sein Geschäft sein.
Die einfachen Soldaten Albert Maillard und Edouard Pericourt hat das Schicksal zusammen geschweißt: Bei der Rettung des einen wurde dem anderen das halbe Gesicht weggeschossen.
Und so versuchen sie den Alttag nach dem Krieg zu bewältigen. Der eine kann seinen Panikattacken nur durch das Tragen einer Pferdemaske Einhalt gebieten, der andere ist total abhängig: eineseits von der Pflege seines Freundes, adererseits vom Morphium. D´Aulnay Pradelle wiederum ist gefangen in seiner Familiengeschichte: Er muss viel Geld verdienen, um den Familiensitz zu renovieren. Moralische Bedenken kennt er keine.
Es kommt zwar überraschend, aber letztlich wie es kommen muss.
Die Geschichte ist einfallsreich, spannend, zum Teil richtig lustig. Und ja, auch ein bisserl zynisch.
Pierre Lemaitre Au revoir la haut Editions Albin Michel 2013 978-2226249678
Das Wichtigste, was eine Espressomaschine können muss, ist guten Espresso zu machen. Nicht lachen! Das ist nicht selbstverständlich. Ich hab mich die letzten Jahre durch verschiedenste Gschloder gekostet, und – im Gegenteil – es ist eher selten, dass eine Espressomaschine guten Espresso macht. Also ich rede von echtem, kurzen, schwarzen Kaffee (Für all die Lattemacchiato-, Cafeaulait-, Capuccino-, Melange-Lulus ist es eh wurscht, was sie als Basis für ihr Milchixgetränk nehmen). Und ich red jetzt von Heimmaschinen, nicht Kaffeehausmonstern – das ist eine andere Geschichte. (Nur kurz: Es ist schon erstaunlich, wieviele Kaffeehäuser es gibt, wo´s echt grauslichen Kaffee gibt, z.B. das Dommayer in Hietzing. Vis à vis im Mario gibt´s ausgezeichneten Kaffee!)
Wirklich guten Kaffee machen leider nur Illy und Nespresso-Maschinen. Als notorische Nestle-Hasserin kann ich natürlich keine Nespresso-Maschine kaufen. (Mir dreht´s ja schon den Moralmagen um, wenn ich zu Weihnachten meinem Papa solche Kapseln schenk´.)
Kleine aber feine Espressomaschine von Illy, die iperespesso Y3.
Also bleibt Illy. Der Jammer nur ist die Verpackung: In einer Aludose sind Plastikkapseln drin, die nach 5 Sekunden „pft“ der Fiedler´schen Müllberg vergrößern. Das kann doch nicht der Weisheit letzter Schluss sein? Bitte liebe Familie Illy, denkt euch eine gscheitere Verpackung aus!
Eine riesige Menge Müll für ein bisserl guten Kaffee.
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