Golfen statt Sonnen

Golfen statt Sonnen

Am Tag darauf fuhren wir – mit einem Übernachtungsstopp auf einem schrecklichen Campingplatz nahe Fano (wobei Fano ein wirklich hübsches Städtchen ist) – nach Cervia (in der Nähe von Ravenna). Dort spielten wir eine Runde Golf – eine meiner besten dieses Jahr! (Bei jedem Golfplatz nutzen wir übrigens die Sanitäranlagen, weil die meistens schöner sind als am Campingplatz und vor allem besser ausgestattet. Normalerweise gibt es Shampoo, Seife, Badetücher und Föhn, manchmal sogar Bodylotion und Haarspray.) Allerdings nicht diese hier. Aufgrund von Corona sind alle Amenities gestrichen. Es gibt Badetücher auf Nachfrage. Sonst nix.

Von Cervia düsten wir nach Modena, wo wir ebenfalls eine Runde Golf spielten. Ein wahnsinnig schöner Platz inmitten einer Park-artigen Anlage mit ganz vielen alten Bäumen und – wie auch in Cervia – sehr viel Wasser.

Tee 1 Golfclub Modena
Par 3 über einen riesigen Seerosenteich

In Modena war die Stimmung schon ein wenig bedrückend. Alle hatten immer Masken auf! Wir mussten uns registrieren, der Manager hat uns den Schlüssel zur Garderobe überreicht, indem er mit einem Kuli in den Schlüsselring gefahren ist, nur damit er ihn nicht berühren muss! Überall Desinfektionssprays, sogar in der Dusche!

Ähnliches dann auch in Bologna. Im Geschäft wurde Fieber gemessen! Ohne Handdesinfektion kein Eintritt. Man merkte, dass der Norden viel empfindlicher ist als der Süden – die waren von der ersten Welle ja auch viel stärker betroffen.

Kalorienrausch in Bologna

In Bologna aßen wir – no na – ausgezeichnete Ravioli al Ragù (ich kaufte dort direkt im Lokal 1kg dieser kulinarischer Preziosen!) und eine fantastische Mascarpone-Creme, von der ich am liebsten eine zweite Portion gegessen hätte! (Da reicht dann allerdings 1 Runde Golf zu Fuß nicht mehr aus, obwohl ich dabei an die 900 Kcal verbrauche!) Wir haben gefühlt 10 kg Salami und 10 kg Käse gekauft und einige WoMo-PS dafür geopfert.

Bologna ist im Gegensatz zu letztem Jahr nahezu leer. Am Morgen auf der Piazza Maggiore einen Sitzplatz in der erste Reihe eines Cafés zu bekommen, war pures Glück. Heuer konnten wir es uns aussuchen! Abends wirken die kleinen Gassen in der innersten Innenstadt schon belebt dank der vielen StudentInnen, die hier leben. Die meisten Touris waren Inländer*innen. Wir aus Österreich waren schon „exotisch“.

Auf der Piazza Maggiore ist wenig bis gar nichts los

Last Days

Unser Rückweg führte uns weiter nach Jesolo, wo wir am Parkplatz des sehr schönen Golfplatzes übernachten durften. (War ein bissl entrisch, da die Feriensiedlung, innerhalb derer sich der Golfplatz befindet, komplett entvölkert war. Wir waren weit und breit die einizigen Menschen! Natürlich eingezäunt und videoüberwacht, aber trotzdem hatten wir ein mulmiges Gefühl.)

Das Spiel am Morgen war ambivalent: herrlichstes Wetter, super schöner Platz, fair, toll gepflegt, aber wir leider so grottig gespielt, dass die Freude an unserem letzten richtigen Urlaubstag getrübt wurde.

GC Jesolo: viel Wasser und viele Bäume, die aber nicht allzu bedrohlich sind

Da man sich ja langsam „runteressen“ muss, kehrten wir am Weg zurück sicherheitshalber noch in Egg am Faakersee beim Tschebull ein. In dem urigen aber gehobenen Wirtshaus gibt´s das weltbeste Backhendl wie wir seit letztem Sommer wissen. Heuer lernten wir, dass der Tschebull auch die weltbeste Ente mit den weltbesten Knödeln zubereitet. (Das weltbeste Rotkraut, mache ich selbst ;-))

Sorgen mit der Entsorgung

Auf unserer letzten Etappe in Richtung Heimatadresse stellten wir zu unserer großen Verwunderung fest, dass es auf Österreichs Autobahnraststationen kein Camperservice gibt. Während man in Italien an jeder größeren Autobahnrastation Schwarz- und Grauwasser entsorgen und Frischwasser auffüllen kann, gibt´s das in Österreich nicht mal auf ASFINAG-Rastplätzen. Da fragt man sich schon, was die ganzen Camper*innen und LKW-Fahrer*innen (das könnte ich mir in diesem speziellen Fall wohl sparen…) mit ihrem Abwasser machen…

Zuhause. Und jetzt?

Auch wenn unsere Reise sich gar nicht nach 4 Wochen anfühlt, ist es doch gut, wieder daheim zu sein. Wir genießen den Platz! Das eigene, saubere WC & Bad! Unser Bett!

Und mein Bauch freut sich vor allem auf gesündere, glutenfreie Nahrung…

Die eine oder andere Reflexion über unsere italienische Reise möchte ich noch schreiben. Also bleibt dran!

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